Hauptinhalt

Griechenland

Kultur und Bildung

Stand: September 2015

Bildung

Nach der Wiederwahl der Regierung Tsipras im September wurde die im Januar vorgenommene Zusammenfassung der beiden für den Erziehungs- und Kulturbereich zuständigen Ministerien wieder rückgängig gemacht und der Minister gewechselt. Nun teilen sich wieder das Ministerium für Erziehung, Forschung und Religiöse Angelegenheiten (Minister Nikos Filis) und das Ministerium für Kultur und Sport (Minister Aristidis Baltas) die Aufgaben.

Weiter hohe Priorität genießt die Reform des Erziehungswesens. Die bisher ergriffenen Maßnahmen und beabsichtigten Änderungen deuten darauf hin, dass mehr Chancengleichheit, aber auch mehr Nivellierung des Leistungsniveaus zum Abschluss der schulischen und universitären Ausbildung erreicht werden sollen. Dies steht im starken Kontrast zu früheren Reformen, die auf mehr (internationale) Wettbewerbsfähigkeit abzielten.

Dabei spielt die Rücknahme der bisherigen Bildungsreform (sog. Athena-Reform von 2011) eine wichtige Rolle. Die Athena-Reform sollte zum einen den Hochschulstandort Griechenland modernisieren, zum anderen die im Anpassungsprogramm aufgeführten umfangreichen Reformen umsetzen.

Im schulischen Bereich sollen nun über ein breiteres und differenzierteres Curriculum auch Perspektiven alternativ zur universitären Ausbildung aufgezeigt werden, ganz explizit auch mit Ausrichtung auf die berufliche Bildung. Daneben möchte die Regierung Tsipras auch frühere Reformen in den Universitäten wieder rückgängig machen; so soll das sogenannte "Universitäts-Asyl" (d.h. Verbot des Zutritts für Polizeikräfte) wieder gelten. Außerdem werden die Höchst-Studienzeiten aufgehoben und die Studenten wieder Mitspracherecht bei der Wahl der Rektoren erhalten.

 Private griechische Einrichtungen, die teilweise in Zusammenarbeit mit ausländischen Hochschulen verschiedene Studiengänge anbieten, haben großen Zulauf. Ihre Diplome werden vom griechischen Staat jedoch bisher nicht anerkannt.

Englisch spielt als erste Fremdsprache weiter die führende Rolle an griechischen Schulen, es ist Pflichtfach in Grundschule, Gymnasium (7.-8. Klasse) und Lyzeum (9.-11. Klasse). Seit 1992 wird an weiterführenden Schulen eine zweite Fremdsprache gelehrt, wobei Deutschunterricht weiter einen starken Zulauf erfährt. Allerdings fehlt es landesweit an genügend Deutschlehrern, um die Nachfrage zu befriedigen.  

Medien

In Griechenland besteht nach wie vor eine große Vielfalt an Tageszeitungen, Wochen- und Fachzeitschriften. Seit Jahren sinken allerdings Auflagenzahlen und Werbeeinnahmen. Immer größerer Beliebtheit erfreuen sich Nachrichtenportale im Internet und Blogs. Mit der "Griechenland-Zeitung" existiert eine deutschsprachige Wochenzeitung von guter Qualität.

Die neue griechische Regierung hat den 2013 von der damaligen Regierung Samaras geschlossenen staatlichen Hörfunk- und Fernsehsender ERT wieder eröffnet.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


Stand 14.10.2015

Seite teilen:

Einreise & Aufenthalt

Auswärtiges Amt

Reise & Sicherheit

Außen- und Europapolitik

Ausbildung & Karriere