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Griechenland

Kultur und Bildung

Stand: März 2017

Bildung

Nach der Wiederwahl der Regierung Tsipras im September 2015 wurde die im Januar vorgenommene Zusammenlegung der beiden für den Erziehungs- und Kulturbereich zuständigen Ministerien wieder rückgängig gemacht.  Nun teilen sich wieder das Ministerium für Erziehung, Forschung und Religiöse Angelegenheiten (Minister Konstantinos Gavroglou) und das Ministerium für Kultur und Sport (Ministerin Lydia Koniordou) die Aufgaben.

Weiter hohe Priorität genießt die Reform des Bildungswesens. Die bisher ergriffenen Maßnahmen und beabsichtigten Änderungen deuten darauf hin, dass mehr Chancengleichheit, aber auch mehr Nivellierung des Leistungsniveaus zum Abschluss der schulischen und universitären Ausbildung erreicht werden sollen. Dies steht im starken Kontrast zu früheren Reformen, die auf mehr (internationale) Wettbewerbsfähigkeit abzielten.

Dabei spielt die Rücknahme der bisherigen Bildungsreform (sog. Athena-Reform von 2011) eine wichtige Rolle. Die Athena-Reform sollte zum einen den Hochschulstandort Griechenland modernisieren, zum anderen die im Anpassungsprogramm aufgeführten umfangreichen Reformen umsetzen.

Im schulischen Bereich sollen nun über ein breiteres und differenzierteres Curriculum auch Perspektiven alternativ zur universitären Ausbildung aufgezeigt werden, ganz explizit auch mit Ausrichtung auf die berufliche Bildung. Daneben möchte die Regierung Tsipras auch frühere Reformen in den Universitäten wieder rückgängig machen; so soll das sogenannte "Universitäts-Asyl" (d.h. Verbot des Zutritts für Polizeikräfte) wieder gelten. Außerdem werden die Höchst-Studienzeiten aufgehoben und die Studenten wieder Mitspracherecht bei der Wahl der Rektoren erhalten.

Private griechische Einrichtungen, die teilweise in Zusammenarbeit mit ausländischen Hochschulen verschiedene Studiengänge anbieten, haben großen Zulauf. Ihre Diplome werden vom griechischen Staat jedoch bisher nicht anerkannt.

Englisch spielt als erste Fremdsprache weiter die führende Rolle an griechischen Schulen, es ist Pflichtfach in Grundschule, Gymnasium (7.-9. Klasse) und Lyzeum (10.-12. Klasse). Seit 1992 wird an weiterführenden Schulen eine zweite Fremdsprache gelehrt. Hier gab es bisher eine  Wahlmöglichkeit, diese wurde allerdings durch Einführung einer  Mehrheitsentscheidung in jeder Klasse über die zu unterrichtende Sprache abgelöst.  Diese Änderung begünstigt Französisch zulasten von Deutsch.

Medien

In Griechenland ist die Vielfalt an Tageszeitungen, Wochen- und Fachzeitschriften in den letzten Jahren wegen der Wirtschaftskrise leicht zurückgegangen. Insbesondere Wochen-, TV- und Fachzeitschiften mussten wegen sinkender Auflagenzahlen und Werbeeinahmen schließen. Auch die Tageszeitungen befinden sich  bis auf wenige Ausnahmen in einer angespannten finanziellen Lage Die meisten nationalen Tageszeitungen verfügen über eine aktuelle Website. Immer größerer Beliebtheit erfreuen sich Nachrichtenportale im Internet und Blogs. Mit der `Griechenland-Zeitung` existiert eine deutschsprachige Wochenzeitung von guter Qualität.

Für große politische Unruhe sorgte 2016 die Neu-Vergabe von TV-Lizenzen an private Sender. Die Regierung Tsipras hat deren Zahl von acht auf vier reduziert und eine Versteigerung durchgeführt, die höchstumstritten war und letztlich für nicht verfassungskonform erklärt wurde.  Bis zu einem neuen Vergabeverfahren werden Übergangslizenzen vergeben.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


Stand 20.03.2017

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