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Sri Lanka

Beziehungen zwischen Sri Lanka und Deutschland

Stand: September 2016

Politik

Die diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und Sri Lanka bilden seit über 60 Jahren eine solide Basis der Zusammenarbeit. Seit Anfang 2015 haben die politischen Beziehungen an Dynamik hinzugewonnen. Bundesminister Steinmeier besuchte Sri Lanka am 22. September 2015. Am 17. und 18. Februar 2016 war Präsident Sirisena auf Einladung von Bundeskanzlerin Merkel zu einem offiziellen Besuch in Berlin. Im April 2016 kam die Deutsch-Südasiatische Parlamentariergruppe mehrere Tage nach Sri Lanka, im Mai 2016 folgte der Parlamentarische Staatssekretär Beckmeyer mit einer Wirtschaftsdelegation.

Deutschland ist in Sri Lanka in vielfältiger Weise (Goethe-Institut, Südasien-Institut, Freundschaftsgesellschaften) aktiv und wird als zuverlässiger Partner geachtet und geschätzt. Die politischen Stiftungen hatten 2013 ihre Programmarbeit vor Ort eingestellt, Anfang 2016 hat die Friedrich-Naumann-Stiftung wieder ein Büro in Colombo eröffnet.

Gemeinsam mit seinen EU-Partnern und mit anderen westlichen Staaten verfolgt Deutschland die Einhaltung der Menschenrechte und die Entwicklung des von der Regierung neu belebten Wiederversöhnungsprozesses. Nach einem fast dreißigjährigen Bürgerkrieg gilt das Interesse insbesondere der dauerhaften Aussöhnung zwischen den verschiedenen Volksgruppen.

Deutschland beteiligt sich im kriegszerstörten Norden und Osten des Landes am Wiederaufbau und Versöhnungsprozess. Der deutsche Beitrag wird über internationale Organisationen, die Durchführungsorganisationen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit (Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit - GIZ) und Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) sowie über deutsche Nichtregierungsorganisationen erbracht. Zudem stellte Deutschland nach den schlimmen Überschwemmungen und Erdrutschen im Mai 2016 eine Mio. Euro an humanitärer Hilfe zur Verfügung


Wirtschaft

Seit Jahren ist der Wert der sri-lankischen Exporte nach Deutschland etwa doppelt so hoch wie die Importe aus Deutschland. Deutschland ist drittwichtigster Absatzmarkt für Sri Lanka. Außerdem kommt seit vielen Jahren ein großer Teil der ausländischen Touristen in Sri Lanka aus Deutschland (2015 fast 116.000).

Sri Lanka hat folgende Abkommen mit Deutschland geschlossen:

  • Handelsabkommen (1950, 1955, 1958)
  • Investitionsförderungs- und –schutzabkommen (2000)
  • Rahmenabkommen über Technische Zusammenarbeit (1973)
  • Luftverkehrsabkommen (1973, 1995)
  • Doppelbesteuerungsabkommen (1979)

Das bilaterale Handelsvolumen mit Sri Lanka betrug 2015 814,3 Mio. EUR nach 699,5 Mio. EUR im Vorjahr. Dabei haben die deutschen Importe aus Sri Lanka (527,8 Mio. EUR) um 9,6% , die Exporte aus Deutschland nach dort (286,5 Mio. EUR) um 31,5% zugenommen. Deutschland importiert vor allem Textilien, Kautschuk und Tee aus Sri Lanka und exportiert Maschinen, elektrotechnische und chemische Produkte sowie Kraftfahrzeuge. Die bilaterale Handelsbilanz ist für Deutschland seit Jahren defizitär.

Deutschland ist traditionell einer der wichtigsten Partner Sri Lankas im Tourismus. Deutsche Touristenzahlen verzeichnen deutliche Anstiege: 2010: 46.000, 2011: 56.000, 2012: 72.000, 2013: 85.000, 2014: 103.000, 2015: 116.000.

Die 51 seit 1978 in Sri Lanka investierenden deutschen Unternehmen haben etwa 12.000 einheimische Arbeitsplätze geschaffen. Seit 2005 belaufen sich die deutschen Direktinvestitionen auf über 80 Mio. USD (2015: 14,5 Mio. USD). Der 1999 gegründete Sri Lanka-Germany Business Council, in dem sich deutsche und sri-lankische Geschäftsleute um eine Intensivierung der bilateralen wirtschaftlichen Beziehungen bemühen, zählt  110 Mitglieder.


Entwicklungszusammenarbeit

Deutschland ist seit Ende der 1950er Jahre einer der wichtigsten bilateralen Geber Sri Lankas.

2006, nach dem Wiederaufflammen des Bürgerkriegs, wurde die Entwicklungszusammenarbeit (EZ) auf den Schwerpunkt 'Konflikttransformation und Friedensförderung' umstrukturiert. Derzeit folgt die deutsche EZ in Sri Lanka der OECD-Leitlinie "staying engaged – but differently" und konzentriert sich auf soziale Integration und Konflikttransformation.

Die EZ in Sri Lanka konzentriert sich auf die Bereiche Soziale Integration, Bildung, Förderung des Privatsektors und Berufliche Bildung mit einem regionalen Schwerpunkt auf dem Norden und Nordosten des Landes.

Folgende Projekte werden aktuell von der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) durchgeführt:

  • Förderung von Initiativen zur sozialen Integration und Transformation
  • Berufliche Bildung im Norden und Osten
  • Friedenserziehung
  • KMU-Sektorentwicklung
  • Unterstützung des Nationalpark- und Randzonenmanagements Wilpattu

Höhepunkt der bilateralen EZ im Jahr 2016 war die Eröffnung des neuen Berufsbildungszentrums in Kilinochchi im Norden am 18. Juli in Anwesenheit von Präsident Maithripala Sirisena.

Darüber hinaus unterstützt die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) den Aufbau einer neuen Geburtsklinik in Galle mit einem zinsbegünstigten Darlehen über 28 Mio. EUR


Kultur und Bildung

Im regionalen Vergleich schneidet Sri Lankas Schulsystem sehr gut ab. Die Alphabetisierungsrate unter den 15-24jährigen beträgt über 98 Prozent. Allerdings stehen nur für ca. 20 Prozent der Schulabsolventen Studienplätze zur Verfügung.

Deutsch als Drittsprache in Schulen erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Derzeit lernen über 4000 Schüler Deutsch.
Das Goethe Institut Sri Lanka unterstützt 14 lokale Schulen sowie 4 Partnerschulen im Rahmen des „PASCH – Partner der Zukunft“-Programmes.

Universitätspartnerschaften gibt es u. a. zwischen den Universitäten Colombo, Kelaniya, Sabaragamuwa und Gießen, Heidelberg, Mainz und Erlangen. Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) in Neu Delhi ist für Sri Lanka zuständig.

Das kulturelle Angebot in Sri Lanka fällt im internationalen Vergleich bescheiden aus, entfaltet aber seit Ende des Bürger-kriegs 2009 erhebliche Dynamik. Dennoch ist Kultur angesichts vordringlicherer Probleme keine Priorität der Regierung.
Im Februar 2016 unterzeichneten Sri Lanka und Deutschland eine „Gemeinsame Erklärung zu Kultur und Bildung“, die Wissenschaftsaustausch, Förderung der deutschen Sprache, Sport und Kulturprojekte zum Inhalt hat.

Das Goethe Institut Sri Lanka erreicht mit innovativen Ideen und außergewöhnlichen Projekten neue Zielgruppen. Die Zusammenarbeit der drei europäischen Kulturinstitute vor Ort (GI, Alliance Française und British Council) ist unter dem Schirm der EUNIC (European national Institutes for Culture) formalisiert. Auch die Erziehungs-/Bildungsprojekte der GIZ (Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit) werden in der Bevölkerung sehr positiv wahrgenommen. Im Rahmen des Besucherprogrammes der Bundesrepublik Deutschland werden jedes Jahr sri-lankische Gäste zu Kulturveranstaltungen nach Deutschland eingeladen, u. a. zur Berlinale, zum Berliner Theatertreffen, zur Frankfurter Buchmesse und zur Berlin Art Week.


Entwicklungs­zusammenarbeit


Mehr Informationen zur deutschen Entwicklungszusammenarbeit mit Sri Lanka finden Sie beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

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