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Sri Lanka

Beziehungen zwischen Sri Lanka und Deutschland

Stand: April 2014

Politische Beziehungen

Die diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und Sri Lanka bilden seit 60 Jahren eine solide Basis der (politischen) Zusammenarbeit.

Deutschland ist in Sri Lanka in vielfältiger Weise (Kulturinstitut, Deutsches Archäologisches Institut, Alexander-von-Humboldt-Stiftung, Deutscher Akademischer Austauschdienst, Südasien-Institut, Freundschaftsgesellschaften) aktiv und wird als zuverlässiger Partner geachtet und geschätzt. Die politischen Stiftungen haben 2013 ihre Programmarbeit vor Ort eingestellt.

Dabei spielen auch die Wirtschaftsbeziehungen eine Rolle. Die Europäische Union ist wichtigster Handelspartner Sri Lankas, sie nimmt 35 Prozent der srilankischen Exporte ab. Der Handelsaustausch mit Deutschland stagnierte 2013 wegen geringer Importe aus Deutschland. Der Anteil Deutschlands macht 5 Prozent der Gesamtexporte aus. Außerdem kommt seit vielen Jahren ein großer Teil der ausländischen Touristen in Sri Lanka aus Deutschland (2013 rund 85.000 deutsche Touristen).

Gemeinsam mit seinen EU-Partnern und mit anderen westlichen Staaten verfolgt Deutschland aufmerksam die Einhaltung der Menschenrechte und auch die Entwicklung der humanitären Lage in Sri Lanka. Nach einen fast dreißigjährigen Bürgerkrieg gilt das Interesse insbesondere der dauerhaften Aussöhnung zwischen den verschiedenen Volksgruppen, allen voran zwischen den die Bevölkerungsmehrheit stellenden Singhalesen und den Tamilen.

Deutschland beteiligt sich im kriegszerstörten Norden und Osten des Landes am Wiederaufbau. Der deutsche Beitrag wird über internationale Organisationen, die Durchführungsorganisationen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit (Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW)) sowie über deutsche Nichtregierungsorganisationen erbracht.


Wirtschaftsbeziehungen

Sri Lanka hat folgende Abkommen mit Deutschland geschlossen:

  • Handelsabkommen (1950, 1955, 1958)
  • Investitionsförderungs- und –schutzabkommen (2000)
  • Rahmenabkommen über Technische Zusammenarbeit (1973)
  • Luftverkehrsabkommen (1973, 1995)
  • Doppelbesteuerungsabkommen (1979)

Das seit 1975 zwischen Sri Lanka und der EU bestehende Kooperationsabkommen ist mit Wirkung vom 01.04.1995 durch ein neues Abkommen abgelöst worden.

Das bilaterale Handelsvolumen mit Sri Lanka betrug 2013 701,6 Mio. EUR, 2,7 Prozent weniger als im Vorjahr. Dabei haben die deutschen Importe aus Sri Lanka (447,4 Mio EUR) um 7,2 % abgenommen, die Exporte aus Deutschland nach dort (254,2 Mio EUR) um 6,4 % zugenommen. Deutschland importiert vor allem Textilien, Kautschuk und Tee aus Sri Lanka und exportiert Maschinen, elektrotechnische und chemische Produkte sowie Kraftfahrzeuge. Die bilaterale Handelsbilanz ist für Deutschland seit Jahren defizitär; die deutschen Ausfuhren nach Sri Lanka machten 2013 in EUR nur etwa 50 % der Einfuhren von dort aus.

Deutschland ist traditionell einer der wichtigsten Partner Sri Lankas im Tourismus. Die Einschnitte bei den Besucherzahlen nach Tsunami und eingeschränkter Sicherheitslage während des 2009 beendeten Bürgerkriegs sind überwunden. Deutsche Touristenzahlen verzeichnen deutliche Anstiege: 2010: 46.000, 2011: 56.000, 2012: 72.000, 2013: 85.000.

Die 51 seit 1978 in Sri Lanka investierenden deutschen Unternehmen haben ca. 11.700 einheimische Arbeitsplätze geschaffen. Seit 2005 belaufen sich die deutschen Direktinvestitionen auf 61 Mio USD (2012: 9,1 Mio USD). Der 1999 gegründete Sri Lanka-Germany Business Council, in dem sich deutsche und srilankische Geschäftsleute um eine Intensivierung der bilateralen wirtschaftlichen Beziehungen bemühen, zählt 80 Mitglieder.


Entwicklungszusammenarbeit

Deutschland ist seit Ende der 1950-er Jahre einer der wichtigsten bilateralen Geber Sri Lankas.

Nach dem Tsuanmi 2004 sagte die Bundesregierung Gelder für Nothilfemaßnahmen und Wiederaufbauhilfe in beträchtlichem Umfang zu.

2006, nach dem Wiederaufflammen des Bürgerkriegs, wurde die Entwicklungszusammenarbeit (EZ) auf den Schwerpunkt „Konflikttransformation und Friedensförderung“ umstrukturiert. Derzeit folgt die deutsche EZ in Sri Lanka der OECD-Leitlinie „staying engaged – but differently“ und konzentriert sich auf „Soziale Integration und Konflikttransformation“.

Auch nach der Beendigung der militärischen Auseinandersetzung im Mai 2009 ist es weiterhin das Ziel der bilateralen EZ, zu einer entscheidenden Verbesserung der Situation der Menschen im Land beizutragen. Dies beinhaltet vor allem einen nachhaltigeren Aufbau von Institutionen und die Entwicklung von Vertrauen zwischen der Bevölkerung und den Behörden. Die EZ in Sri Lanka konzentriert sich daher auf die Sektoren Soziale Integration, Bildung, Förderung des Privatsektors und Berufliche Bildung mit einem regionalen Schwerpunkt auf dem Norden und Nordosten des Landes.

Folgende Projekte der Technischen Zusammenarbeit (TZ) werden aktuell und über 2013 hinaus weitergeführt:

  • Förderung von Initiativen zur sozialen Integration und Transformation
  • Berufliche Bildung im Norden und Osten
  • Friedenserziehung
  • KMU-Sektorentwicklung.

Die TZ-Projekte zur Verwaltungsförderung und Reintegration der Binnenflüchtlinge im Norden und Osten des Landes sind Ende ausgelaufen und werden an die Regierung Sri Lankas übergeben.

Das derzeit größte deutsche Projekt der Finanziellen Zusammenarbeit (FZ), für das ein zinsbegünstigtes Darlehen über 28 Mio EUR zur Verfügung steht, ist der Aufbau einer neuen Geburtsklinik in Galle.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


Entwicklungs­zusammenarbeit


Mehr Informationen zur deutschen Entwicklungszusammenarbeit mit Sri Lanka finden Sie beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

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