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Sri Lanka

Beziehungen zwischen Sri Lanka und Deutschland

Stand: März 2016

Politik

Die diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und Sri Lanka bilden seit über 60 Jahren eine solide Basis der Zusammenarbeit. Seit Anfang 2015 haben die politischen Beziehungen an Dynamik hinzugewonnen. Im Mai 2015 kam der sri-lankische Außenminister Samaraweera für mehrere Tage zu Besuch nach Deutschland und traf dort unter Anderen Außenminister Steinmeier. Dieser erwiderte den Besuch und kam am 22. September 2015 nach Sri Lanka. Am 17. und 18. Februar 2016 war Präsident Sirisena auf Einladung von Bundeskanzlerin Merkel zu einem offiziellen Besuch in Berlin.

Deutschland ist in Sri Lanka in vielfältiger Weise (Goethe-Institut, Deutsches Archäologisches Institut, Alexander-von-Humboldt-Stiftung, Deutscher Akademischer Austauschdienst, Südasien-Institut, Freundschaftsgesellschaften) aktiv und wird als zuverlässiger Partner geachtet und geschätzt. Die politischen Stiftungen haben 2013 ihre Programmarbeit vor Ort eingestellt, Anfang 2016 hat die Friedrich-Naumann-Stiftung wieder ein Büro in Colombo eröffnet.

Gemeinsam mit seinen EU-Partnern und mit anderen westlichen Staaten verfolgt Deutschland aufmerksam die Einhaltung der Menschenrechte und auch die Entwicklung der humanitären Lage in Sri Lanka. Nach einem fast dreißigjährigen Bürgerkrieg gilt das Interesse insbesondere der dauerhaften Aussöhnung zwischen den verschiedenen Volksgruppen, allen voran zwischen den die Bevölkerungsmehrheit stellenden Singhalesen und den Tamilen.

Deutschland beteiligt sich im kriegszerstörten Norden und Osten des Landes am Wiederaufbau und Versöhnungsprozess. Der deutsche Beitrag wird über internationale Organisationen, die Durchführungsorganisationen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit (Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit - GIZ) und Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) sowie über deutsche Nichtregierungsorganisationen erbracht.


Wirtschaft

Seit Jahren ist der Wert der sri-lankischen Exporte nach Deutschland etwa doppelt so hoch wie die Importe aus Deutschland. Deutschland ist drittwichtigster Absatzmarkt für Sri Lanka. Außerdem kommt seit vielen Jahren ein großer Teil der ausländischen Touristen in Sri Lanka aus Deutschland (2015 fast 116.000).

Sri Lanka hat folgende Abkommen mit Deutschland geschlossen:

  • Handelsabkommen (1950, 1955, 1958)
  • Investitionsförderungs- und –schutzabkommen (2000)
  • Rahmenabkommen über Technische Zusammenarbeit (1973)
  • Luftverkehrsabkommen (1973, 1995)
  • Doppelbesteuerungsabkommen (1979)

Das bilaterale Handelsvolumen mit Sri Lanka betrug 2014 699,5 Mio. EUR nach 704,3 Mio. EUR im Vorjahr. Dabei haben die deutschen Importe aus Sri Lanka (481,7 Mio. EUR) um 6,9% zugenommen, die Exporte aus Deutschland nach dort (217,8 Mio. EUR) um 14% abgenommen. Deutschland importiert vor allem Textilien, Kautschuk und Tee aus Sri Lanka und exportiert Maschinen, elektrotechnische und chemische Produkte sowie Kraftfahrzeuge. Die bilaterale Handelsbilanz ist für Deutschland seit Jahren defizitär.

Deutschland ist traditionell einer der wichtigsten Partner Sri Lankas im Tourismus. Die Einschnitte bei den Besucherzahlen nach dem Tsunami 2004 und eingeschränkter Sicherheitslage während des 2009 beendeten Bürgerkriegs sind überwunden. Deutsche Touristenzahlen verzeichnen deutliche Anstiege: 2010: 46.000, 2011: 56.000, 2012: 72.000, 2013: 85.000, 2014: 103.000, 2015: 116.000.

Die 51 seit 1978 in Sri Lanka investierenden deutschen Unternehmen haben etwa 11.700 einheimische Arbeitsplätze geschaffen. Seit 2005 belaufen sich die deutschen Direktinvestitionen auf ca. 80 Mio. USD (2014: 7,3 Mio. USD). Der 1999 gegründete Sri Lanka-Germany Business Council, in dem sich deutsche und sri-lankische Geschäftsleute um eine Intensivierung der bilateralen wirtschaftlichen Beziehungen bemühen, zählt über 100 Mitglieder.


Entwicklungszusammenarbeit

Deutschland ist seit Ende der 1950er Jahre einer der wichtigsten bilateralen Geber Sri Lankas.

2006, nach dem Wiederaufflammen des Bürgerkriegs, wurde die Entwicklungszusammenarbeit (EZ) auf den Schwerpunkt 'Konflikttransformation und Friedensförderung' umstrukturiert. Derzeit folgt die deutsche EZ in Sri Lanka der OECD-Leitlinie "staying engaged – but differently" und konzentriert sich auf soziale Integration und Konflikttransformation.

Auch nach der Beendigung der militärischen Auseinandersetzung im Mai 2009 ist es weiterhin das Ziel der bilateralen EZ, zu einer entscheidenden Verbesserung der Situation der Menschen im Land beizutragen. Dies beinhaltet vor allem einen nachhaltigeren Aufbau von Institutionen und die Entwicklung von Vertrauen zwischen der Bevölkerung und den Behörden. Die EZ in Sri Lanka konzentriert sich daher auf die Sektoren Soziale Integration, Bildung, Förderung des Privatsektors und Berufliche Bildung mit einem regionalen Schwerpunkt auf dem Norden und Nordosten des Landes.

Folgende Projekte der Technischen Zusammenarbeit (TZ) werden aktuell  durchgeführt:

  • Förderung von Initiativen zur sozialen Integration und Transformation
  • Berufliche Bildung im Norden und Osten
  • Friedenserziehung
  • KMU-Sektorentwicklung
  • Unterstützung des Nationalpark- und Randzonenmanagements Wilpattu

Das derzeit größte deutsche Projekt der Finanziellen Zusammenarbeit (FZ), für das ein zinsbegünstigtes Darlehen über 28 Mio. EUR zur Verfügung steht, ist der Aufbau einer neuen Geburtsklinik in Galle.


Entwicklungs­zusammenarbeit


Mehr Informationen zur deutschen Entwicklungszusammenarbeit mit Sri Lanka finden Sie beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

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