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Flutkatastrophe in Südostasien

"Deutschland steht in diesen schweren Tagen fest an der Seite der von den verheerenden Fluten betroffenen Menschen", versicherte Außenminister Guido Westerwelle am 27. Oktober. Starke Monsunregenfälle und tropische Stürme haben in Teilen Südostasiens zu schweren Überschwemmungen geführt. Aktuell sind allein in Thailand 2,5 Millionen Menschen von der Flutkatastrophe betroffen.

"Das Ausmaß und die Auswirkungen der Überschwemmungen sind erschreckend", sagte Bundesminister Westerwelle in Berlin. "Wir haben Thailand und den anderen betroffenen Ländern der Region in den vergangenen Tagen Hilfe bei der Bewältigung der Notlage angeboten." Erste Hilfsprojekte sind bereits angelaufen. Die Deutschen Botschaften vor Ort tragen dafür Sorge, dass die Hilfe schnell dort ankommt, wo sie am dringendsten benötigt wird.

Der Krisenstab der Bundesregierung im Auswärtigen Amt hat zwei Hochwasserexperten des Technischen Hilfswerks (THW) zur Unterstützung der Deutschen Botschaft nach Bangkok entsandt. Die beiden Experten unterstützen die Botschaft bei der Bewertung der Hochwasserlage sowie der Erkundung von Hilfsmaßnahmen.

Hilfe für Thailand und die Philippinen

Hochwasser in Bangkok am 26. Oktober 2011

Hochwasser in Bangkok 
© picture alliance / dpa

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Hochwasser in Bangkok am 26. Oktober 2011

Hochwasser in Bangkok am 26. Oktober 2011

Hochwasser in Bangkok 

Insgesamt hat das Auswärtige Amt bislang 500.000 Euro für die Bewältigung der Flutkatastrophe in Thailand und Südostasien zur Verfügung gestellt. In Thailand wurden mit deutschen Geldern bereits Boote und Hilfsgüter zur Evakuierung und Versorgung von Flutopfern angeschafft. Neben Schlafmatten, Kopfkissen und Decken für das Evakuierungszentrum in Bangkok werden auch Wasseraufbereitungsrucksäcke zur Versorgung von täglich 16.000 Menschen mit frischem Trinkwasser bereitgestellt.

Auch auf den Philippinen sind aktuell zwei Hilfsprojekte in Planung. Hier soll eine Basisgesundheitsversorgung unterstützt, dringend notwendige Bedarfsgegenständen wie Decken, Hygieneartikeln, Moskitonetzen verteilt sowie die Versorgung mit Trinkwasser verbessert werden. 

Neben Thailand und den Philippinen sind auch Kambodscha, Laos und Vietnam von den Überschwemmungen betroffen. Die Europäische Union hat 10 Millionen Euro für humanitäre Hilfsmaßnahmen in der Region bereitgestellt.

Was ist eigentlich ein "Wasserrucksack"?
2, 5 Millionen Menschen sind in Thailand von Wassermassen umschlossen – aber eines ihrer drängendsten Probleme ist die Versorgung mit sauberem Trinkwasser. Schnelle und einfache Abhilfe für dieses Problem bietet der Wasserrucksack PAUL, der an der Uni Kassel entwickelt wurde. 40 solcher mobiler Wasseraufbereitungsanlagen, beschafft aus Mitteln der Humanitären Hilfe des Auswärtigen Amtes, sollen unter anderem in Thailand helfen, den Trinkwasserbedarf der Flutopfer zu decken.
PAUL – das steht für "Portable Aqua Unit for Lifesaving" - ist 20 kg schwer, als Rucksack zu transportieren und kann täglich 1.200 Liter Wasser filtern – und damit 400 Menschen mit trinkbarem Wasser versorgen. Die Handhabung ist einfach und mit Piktogrammen auf dem Gerät beschrieben. Der Rucksack kann also auch in von der Außenwelt abgeschnittenen Gebieten per Hubschrauber oder Fallschirm abgesetzt werden. PAUL wurde bereits nach den Erdbeben in Haiti, Chile und während der Flutkatastrophe in Pakistan erfolgreich eingesetzt.

Informationen der Uni Kassel zum Wasserrucksack PAUL

Informationen für deutsche Reisende

Die Deutschen Botschaften in Bangkok und der Region verfolgen die Lage auch mit Blick auf die Sicherheit deutscher Staatsangehöriger in der Region weiterhin aufmerksam. Die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts werden laufend an die aktuellen Entwicklungen angepasst.


Stand 28.10.2011