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Kambodscha

Außenpolitik

Stand: März 2013

Grundlinien der Außenpolitik

Die Außenpolitik Kambodschas ist immer noch auf die inzwischen weitgehend erfolgte Reintegration in die internationale Gemeinschaft ausgerichtet. Dabei hat die kambodschanische Regierung seit der Unterzeichnung der Pariser Friedensübereinkommen 1991 drei wichtige außenpolitische Ziele erreicht. Zum einen konnte es 1993 seinen Sitz in den Vereinten Nationen wieder einnehmen, zum anderen wurde es am 30. April 1999 in die ASEAN aufgenommen. Kambodscha wurde im Oktober 2004 Mitglied der Welthandelsorganisation (WTO). Kambodscha beteiligt sich seit 2006 erstmals an einer Friedensmission der VN durch Entsendung einer Spezialeinheit zur Minenräumung in den Sudan.


Beziehungen zu den Staaten der Region

In der Region verfolgt Kambodscha grundsätzlich eine Politik guter Nachbarschaft. Es bemüht sich, seine Beziehungen zu den Nachbarstaaten zu verstärken,, Spannungen abzubauen und die offenen Grenzfragen zu regeln. Das Verhältnis zu Thailand hat sich seit dem Regierungswechsel dort im August 2011 merklich entspannt. Im Gefolge der Aufnahme des Tempels Preah Vihear in die Liste des UNESCO Weltkulturerbes war es in den vergangenen Jahren mehrfach zu bewaffneten Grenzzwischenfällen gekommen, zuletzt sogar zu heftigen Gefechten im Februar und April 2011. Indonesien hatte angeboten, eine Vermittlerrolle zu übernehmen und wird durch die Entsendung von Beobachtern zum Abbau der Spannungen im Grenzgebiet um Preah Vihear beizutragen. In einem anhängigen Rechtsstreit über das den Tempel umgebende Gelände wird im Oktober 2013 der Schiedsspruch des Internationalen Gerichtshofs in Den Haag erwartet. In der Mekong-Regionalzusammenarbeit werden Fragen der Nutzung des Mekong geklärt.

Im Mai 2009 hatte Kambodscha erstmals ein EU-ASEAN Außenministertreffen durchgeführt, was als großer außenpolitischer Erfolg gewertet werden kann.  Kambodschas einjährige Präsidentschaft der Staatengemeinschaft ASEAN im Jahre 2012 wurde wegen einseitiger Parteinahme zugunsten Chinas dagegen allgemein als misslungen charakterisiert.

Die Beziehungen zu Japan, Korea und China haben hohe Priorität, wobei China dank erheblicher Entwicklungsleistungen zunehmend eine Führungsrolle einnimmt.


Beziehungen zu weiteren Staaten

Von besonderer Bedeutung sind die Beziehungen zu den westlichen Geberländern und zur Europäischen Union. Kambodscha ist auch am Dialogforum "Asia-Europe Meeting - ASEM" beteiligt.

Seit 2008 ist Kambodscha verstärkt auch um den Ausbau der Beziehungen zu den Golfstaaten (Kuwait, Katar, Vereinigte Arabische Emirate) bemüht.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


Entwicklungs­zusammenarbeit

Kambodscha ist Partnerland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Die Förderung der ländlichen Entwicklung, der Aufbau des Gesundheitswesens sowie die Förderung von Demokratie, Zivilgesellschaft und öffentlicher Verwaltung (Good Governance) sind die wichtigsten Themen dieser Partnerschaft. Mehr dazu beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und im gemeinsamen Webportal aller deutschen EZ-Institutionen vor Ort.