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"Helfen, wo wir können" - rasche Lösungen für Jemen

Humanitäre Hilfe leistet einen wichtigen Beitrag zur Linderung der unmittelbaren Not der Menschen in Jemen. Aber ein nachhaltiges Ende des Leids der Zivilbevölkerung lässt sich allein durch eine politische Einigung erreichen. Außenminister Gabriel traf am Dienstag (16.05.) den jemenitischen Premier Ahmed ben Dagher in Berlin, um mit ihm über Wege hin zu einer politischen Lösung des Konfliktes zu beraten.

Verzweifelte Situation

Die rasche Ausbreitung der Cholera im Jemen hat bereits weit über 100 Todesopfer gefordert. Der Außenminister zeigte sich vor dem Treffen mit ben Dagher besorgt: "Die Menschen in Jemen sind in einer verzweifelten Situation, werden von Hunger, Krankheiten - wie aktuell der Cholera - und, nur allzu oft, den anhaltenden Kampfhandlungen bedroht." Deshalb sei es richtig, die deutschen humanitären Mittel für dieses Jahr auf 125 Millionen Euro erhöht zu haben. Deutschland ist damit der drittgrößte Geber für Jemen. "Aber so überlebenswichtig unsere Hilfe für die Menschen vor Ort ist – es ist klar, dass es keine Lösung sein kann, sich mit dem militärischen Konflikt abzufinden und auf humanitäre Hilfe zu beschränken."

Bereit zu vermitteln

"Wir müssen weiter aktiv nach politischen Lösungen suchen"

"Wir müssen weiter aktiv nach politischen Lösungen suchen"
© Inga Kjer/photothek.de

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"Wir müssen weiter aktiv nach politischen Lösungen suchen"

"Wir müssen weiter aktiv nach politischen Lösungen suchen"

"Wir müssen weiter aktiv nach politischen Lösungen suchen"

Fortschritte im politischen Prozess sind derzeit jedoch kaum zu erkennen. "Wir müssen weiter aktiv nach politischen Lösungen suchen und Kompromiss-Möglichkeiten ausloten. Nur so wird eine Rückkehr zu einem Verhandlungsprozess möglich werden.", sagte Außenminister Gabriel im Vorfeld. Deutschland sei bereit, eine aktive Rolle einzunehmen in dem Versuch, einen politischen Prozess am Verhandlungstisch zu beginnen. Zur Lösung des tiefen innerjemenitischen Konflikts appelliert der Außenminister an alle Konfliktparteien. Diese seien in der Verantwortung, im Interesse der notleidenden Menschen im Jemen nicht länger auf Zeit zu spielen, sondern "die Kampfhandlungen umgehend einzustellen. Angesichts der schlimmen Lage wie auch der Solidarität und Hilfsbereitschaft, die die internationale humanitäre Gemeinschaft für Jemen gezeigt hat, ist das unsere ganz ausdrückliche Erwartung."

Jemen-Gespräche in Berlin

Seit Sonntag tagen in Berlin gut ein Dutzend hochrangiger Vertreter jemenitischer Parteien und Gruppierungen wie auch – erstmals – Vertreter aus der Region in Berlin. Diese Gespräche sollen die Bemühungen des UN-Sondergesandten Ismail Ould Sheikh Ahmed, stärken, der am 16.3. mit Außenminister Gabriel, zusammengetroffen ist. "Die Vermittlungsbemühungen des Sondergesandten der Vereinten Nationen unterstützen wir nachdrücklich."


Stand 16.05.2017

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