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Ecuador

Wirtschaft

Stand: Oktober 2012

Wirtschaftslage / Wirtschaftsstruktur

Kurzcharakteristik:

Mit einem kontinuierlich steigenden BIP pro Kopf von aktuell (2011) 4578 US-Dollar (USD) (2010: 4082; 2009: 3715) ist das OPEC-Land Ecuador mit seinen 14 Mio. Einwohnern ein Land mit mittlerem Einkommensniveau des oberen Segments. Der US-Dollar ist seit 2000 Landeswährung. Mit seiner Einführung endete eine längere Phase wirtschaftlicher Instabilität. Charakteristisch für Ecuador ist die starke wirtschaftliche Abhängigkeit vom Erdölexport (ca. 55% der Exporte). Die damit erzielten Einnahmen ermöglichten 2011 umfangreiche staatliche Investitionen. Diese waren Motor eines hohen Wirtschafts­wachstums.

Ecuadors Wirtschaft hat grundsätzlich eine marktwirtschaftliche Struktur. Die aktuelle Verfassung von 2008 gewährt dem Staat eine führende Rolle in Wirtschaftsthemen. Eine Reihe von Sektoren (u.a. Strom, Erdöl, Telekommunikation) betrachtet die Regierung als zu schützende strategische Schlüsselbereiche. Hier besitzt der Staat hohe Anteile.


Wirtschaftszweige

Dominierender Sektor ist der Erdölsektor. 2011 betrug die Erdölförderung 182,4 (2010: 177,4) Mio. Barrel (+2,8% gegenüber dem Vorjahr), wovon rund 121,7 (66%) ausgeführt wurden.

Der Erdölsektor hat im Jahr 2011 12,2 Mrd. USD (Anteil am BIP etwa 18,5 %) erwirtschaftet (2010: 9.6 Mrd. USD).

Der zweitwichtigste Wirtschaftszweig ist der Groß- und Einzelhandel. Dieser hat im Jahr 2011 knapp 7,5 (2010: 6,837) Mrd. USD erwirtschaftet. (Anteil am BIP 2011: 11,4%; 2010: 11,8%; 2009: 11,4%; 2008: 11,7%).

Der Umsatz der Bauindustrie einschließlich des öffentlichen Auftragswesens betrug im Jahr 2011 5,973 Mrd. USD (2010: 5.973; 2009: 5,498; 2008: 5,344) (10,64% des BIP).

Der Industriesektor (ohne Raffinerien) hat 2011 mit einem Produktionsvolumen von 5,9 (2010: 5,406) Mrd. USD beigetragen (8,9% des BIP). Er ist nur schwach entwickelt und verarbeitet v.a. landwirtschaftliche Produkte.

Die Land- und Forstwirtschaft trug im Jahr 2011 mit einem Umsatz von 3,6 (2010: 3,4) Mrd. USD zum BIP des Landes bei (5.4% BIP).

Klammert man das Erdöl aus, so sind Hauptexportartikel (ohne Erdölexport) Bananen, mit einem Anteil von 28, 9 %(2011), gefolgt von Krabben mit 15,2%. Daneben haben sich neue international wettbewerbsfähige Produkte etablieren können, v.a. Schnittblumen mit dem nunmehr dritthöchsten Exportanteil. Ecuador zählt zu den weltweit bedeutendsten Produzenten qualitativ hochwertigen Kakaos (ca. 50% der Weltproduktion), jedoch nicht zu den wichtigsten Massenproduzenten. Hauptabnehmer ist neben den USA die EU. Deutschland ist drittwichtigster Absatzmarkt des ecuadorianischen hochwertigen Kakaos.


Außenwirtschaft

Der Außenhandel verzeichnete 2011 hohe Wachstumsraten. Der Wert der Importe stieg im Vergleich zu 2010 um ca. 19% auf ca. 23 Milliarden USD (2010: 19.28 Milliarden USD). Der Wert der Exporte stieg wegen des hohen Ölpreises sogar um ca. 27% auf über 22 Milliarden USD (2010: 17,49 Milliarden USD). ECU verzeichnete wie bereits in den beiden vorangegangenen Jahren erneut ein Handelsbilanzdefizit (2011 ca. 0,72 Milliarden USD) Ohne den Erdölsektor, betrug des Handelsbilanzdefizit 2011 deutlich über 6 Mrd. USD. Dieser Trend scheint nach den ersten Daten für 2012 anzuhalten.

Dem hohen Handelsbilanzdefizit außerhalb des Erdölsektors versucht die Regierung u.a. durch Importrestriktionen zu begegnen. Die Mitte Juni 2012 erlassenen Maßnahmen für über 80 verschiedene Produkte sehen sowohl Mengen- als auch Wertgrenzen vor, an die sich die Importeure zu halten haben. Betroffene Produkte sind u. a. Autos, womit auch die Einfuhr hochwertiger Kraftfahrzeuge aus Deutschland getroffen wird.

Fast 80 % der Gesamtexporte gehen in Länder des amerikanischen Kontinents. Haupthandelspartner waren USA, Peru, Venezuela und Kolumbien. Rechnet man das Erdöl heraus, waren die Haupthandelspartner in absteigender Reihenfolge USA, EU gefolgt von den Andenländern. Der bilaterale Handel zwischen DEU und ECU hat nach kontinuierlichem Wachstum 2011 erstmals einen Wert von über 1 Mrd. USD erreicht. Der Wert deutscher Exporte (Düngemittel, Maschinen, medizinische und technische Geräte etc.) nach Ecuador betrug 2011 539,4 Mio. US-Dollar. Die Aussichten stehen gut, dass der Umfang deutscher Exporte nach Ecuador 2012 ein vergleichbares Volumen erreicht wie 2011 Ecuador exportierte 2011 Waren im Wert von 492,6 Mio. USD nach Deutschland.

Das Volumen ausländischer Investitionen in ECU ist im Regionalvergleich sehr gering. Nach Angaben der Zentralbank von Ecuador betrug es 2011 567 Mio. USD. Ein Hindernis für in- und ausländische Investitionen stellt die mangelnde Rechtssicherheit dar. Die Regierung plant den größten Teil der Investitionsschutzverträge wegen Unvereinbarkeit mit der ecuadorianischen Verfassung zu kündigen. Am 14. September 2010 hat das Parlament der Kündigung des Investitionsschutzvertrages mit Deutschland aus dem Jahre 1999 zugestimmt. Diese Entscheidung wurde aber noch nicht umgesetzt. Hinzu kommt, dass ECU insgesamt ein kleiner Markt ist. . Im „Global Competitiveness Report 2012-13“ steht Ecuador mit 3.9 von 7 Punkten auf Platz 101 von 144 (Vorjahr 3,8 Punkte und Rang 101 von 142).


Mitgliedschaft in Wirtschaftsgruppierungen

Ecuador ist u.a. Mitglied der Welthandelsorganisation (WTO), sowie der Andengemeinschaft (CAN), und der „Bolivarianischen Allianz für die Völker unseres Amerikas“ (ALBA). Zudem ist Ecuador seit Dezember 2007 wieder Mitglied in der OPEC.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.