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Jamaika

Wirtschaft

Stand: März 2017

Aktuelle Wirtschaftslage

In den letzten Jahren konnten die jamaikanischen Regierungen, vor allem mit Hilfe internationaler Finanzinstitutionen wie dem IWF, der Weltbank und der Interamerikanischen Entwicklungsbank, den Teufelskreis aus hoher Verschuldung und geringem Wirtschaftswachstum durchbrechen. Die Inflation lag im Kalenderjahr 2016 bei durchschnittlich 2,3%. Die Arbeitslosigkeit ist von 14,2% auf 12,89% gefallen, jedoch ist die Jugendarbeitslosigkeit in der Altersgruppe 20-24 Jahre mit 28,6% hoch.

Der Tourismus ist 2016 um 2,1% gewachsen und die Verschuldung konnte etwas abgebaut werden. Im Jahr 2016 wuchs die Wirtschaft nach Angaben der Weltbank um 1,6 Prozent. Damit hält die leichte Aufwärtsbewegung, die in der zweiten Hälfte 2013 einsetzte, an. Auf mittlere Sicht wird ein Wirtschaftswachstum von 2 Prozent erwartet.

Jamaika nimmt im HDI (Human Development Index) mit einem Wert von 0,719 die Position 99 von 188 bewerteten Ländern ein (HDR 2015) und gilt nach Definition der Weltbank als ein 'upper middle income' Land.

Sozial abfedernd wirken die Überweisungen der Auslandsjamaikaner (vor allem aus den USA, Großbritannien und Kanada). Die wirtschaftliche Stagnation der vergangenen Jahrzehnte hatte zur Auswanderung vieler gut ausgebildeter Jamaikaner geführt. Ihre jährlichen Überweisungen an die Familien zu Hause lagen 2016 bei über 2 Milliarden US-Dollar.


Wirtschaftsstruktur

Die jamaikanische Wirtschaft wird gestützt von den vier Säulen Tourismus, Überweisungen der Auslandsjamaikaner, Tonerde/Bauxit und dem informellen Sektor. Letzterer wird von der Weltbank auf ein Volumen von 43 Prozent des BIP geschätzt. 71,6% des (formellen) BIP entfallen auf den Dienstleistungssektor, 21,4 Prozent auf die Industrie und 7% auf die Landwirtschaft


Außenhandel

Jamaika ist weltweit einer der größten Exporteur von Bauxit beziehungsweise Tonerde. Die Branche musste jedoch seit Mitte 2008 einen dramatischen Preisverfall und infolge der internationalen Wirtschaftskrise eine sinkende Nachfrage verkraften. Der Markt erholte sich nur sehr langsam. Bei der Dominanz des Dienstleistungssektors (Tourismus, Finanzen, Transport, Handel) und der Abhängigkeit von nur wenigen Exportgütern (Bauxit, Zucker, Kaffee, Rum) sorgt der hohe Bedarf an Konsum- und Investitionsgüterimporten (vor allem aus den USA) traditionell für eine stark negative Handelsbilanz. Importiert werden vor allem Konsumgüter, Rohstoffe, Kraftstoff und Kapital-/Investitionsgüter. Im Jahr 2015 importierte Jamaika Waren im Wert von 4,056 Milliarden US-Dollar und exportierte Waren im Wert von 1,192 Milliarden US-Dollar.
BIP-Entstehung (%):
2015: Landwirtschaft 6,2; Bergbau 1,8; verarbeitende Industrie 8,2; Bau 6,6; Handel 16,4; Immobilien 9,6; Banken und Versicherungen 8,5; Transport und Kommunikation 7,0; Hotels und Gaststättengewerbe 3,9; Elektrizität und Wasser 2,9

Die USA bleiben vor Kanada der mit Abstand größte Handelspartner.


Staatshaushalt und Verschuldung

2013 hat Jamaika mit dem IWF eine 'Extended Fund Facility' (EFF_Abkommen) über 4 Jahre (2014-17) über etwa 2 Milliarden US-Dollar (davon WB und IDB je 510 Mio.) abgeschlossen. Mittlerweile konnte Jamaika seine Verschuldung von etwa 138 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (Oktober 2014) auf 118,9 Prozent (Ende 2016) reduzieren. Das bisher erfolgreich angelaufene Reformprogramm soll Jamaika aus der Überschuldung heraus auf den Weg eines nachhaltigen Wirtschaftswachstums führen. Die 14. Überprüfung fand Mitte Dezember 2016 statt. Das EFF-Abkommen wird im Frühjahr 2017 durch ein auf drei Jahre ausgelegtes Nachfolgeabkommen „Stand by Agreement „ mit einem Volumen von 1,1953 Milliarden USD abgelöst.


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