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Aktuelle Nachrichten aus Deutschland

Bundespräsident Köhler fordert in Südkorea klare Haftungsregelungen für die Finanzwirtschaft

09.02.2010

Bundespräsident Horst Köhler besucht eine Ausstellung in Südkorea Bundespräsident Horst Köhler besucht eine Ausstellung in Südkorea (dpa / picture alliance)

Als Konsequenz aus der Bankenkrise haben Deutschland und Südkorea «klare Haftungsregelungen» für die internationale Finanzwirtschaft angemahnt. 

Bundespräsident Horst Köhler sagte am Montag (08.02.) nach einem ersten Gespräch in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul, in diesem Punkt sei der südkoreanische Präsident Lee Myung Bak mit seinen Überlegungen «völlig einverstanden» gewesen. Über eine engere Bindung der Finanzwirtschaft an die Realwirtschaft sei man sich in den Grundsätzen einig. 

Südkorea hat in diesem Jahr den Vorsitz der 20 wichtigsten Wirtschaftsnationen der Welt (G20). Von dem Land wird also entscheidend abhängen, ob der G20-Gipfel vom 11. bis 12. November in Seoul erfolgreich verläuft. Lee bat dafür um deutsche Unterstützung. 

Köhler hält sich bis Mittwoch zu einem Staatsbesuch in dem ostasiatischen Land auf. Zuvor war er eine Woche in Indien. Köhler sagte weiter, beiden Seiten sei klar, dass man die Fehler der Investmentbanker nicht dem Steuerzahler aufbürden dürfe. Allerdings gebe es «bis zur Stunde» keine befriedigende Antwort auf die Frage, wie man im Bankensektor mit dem Thema «too big to fail» (zu groß, um zu scheitern) umgehen sollte. Etliche Banken hatten sich in der Finanzkrise darauf verlassen, dass sie vom Staat gerettet würden, weil sie systemrelevant und damit für die Gesamtstaat unentbehrlich sind. 

Beide Präsidenten waren der Meinung, dass sich nach der Wirtschaftskrise wieder «Erholungstendenzen» abzeichneten. Man müsse aber trotzdem sorgsam abwägen, wann man aus den weltweiten staatlichen Konjunkturprogrammen wieder aussteigen könne. 

Positiv hob Köhler Südkoreas Bemühungen um eine deutliche Verringerung seines CO2-Ausstoßes hervor. Die zwölftgrößte Volkswirtschaft der Welt hatte angekündigt, ihren CO2-Ausstoß bis 2020 um 30 Prozent mehr zu reduzieren als bisher vorhergesagt. 

Südkorea, das mit den Deutschen das Schicksal eines geteilten Landes verbindet, will laut Köhler von Deutschlands Erfahrungen bei der Wiedervereinigung profitieren. 

Quelle: dpa, pa

Konsumgütermesse Ambiente mit Ausstellerplus

09.02.2010

Die weltgrößte Konsumgütermesse Ambiente startet in diesem Jahr mit einem leichten Ausstellerplus. 4504 Firmen aus 93 Ländern zeigen von Freitag (12.02.) an Neuheiten und Trends rund um Inneneinrichtungen, Haushaltswaren oder auch Geschenken, wie die Messe am Dienstag mitteilte. Vergangenes Jahr waren 4474 Aussteller und rund 135 000 Fachbesucher gezählt worden. Erstmals wird die neue Messehalle 11 für die fünftägige Ambiente genutzt und die Verteilung der Aussteller auf den 183 000 Quadratmetern wurde neu geordnet. «Mit der neuen Ambiente eröffnen wir Ausstellern wie Besuchern eine neue Messedimension», erklärte Messe-Geschäftsführer Michael Peters.

Quelle: dpa 

Goethe, Tanz und hohe Ziele: Schlingensief in Afrika

09.02.2010

Das geplante Opernhaus in Laongo Das geplante Opernhaus in Laongo (dpa / picture alliance)

Es ist erreicht: Christoph Schlingensiefs langgehegter Theatertraum in Afrika wird wahr. Bei der Grundsteinlegung für sein «Operndorf» in Burkina Faso rief er am Montag sogar Goethes Faust als «Schutzpatron» an, umrahmt von folkloristischen Darbieteungen in Anwesenheit von Stammeshäuptlingen der Region wie auch Vertretern aus Kultur und Politik. «Ein Traum wird wahr, den zu verwirklichen vielleicht etwas anstrengend ist. Aber ich kann nur staunen und bin sehr, sehr glücklich», sagte der Regisseur am Montag.


«Verweile doch, du bist so schön! Es kann die Spur von meinen Erdetagen nicht in Äonen untergehn. Im Vorgefühl von solchem hohen Glück genieß' ich jetzt den höchsten Augenblick.» Mit diesem «Faust»- Zitat und dem ersten Spatenstich in Laongo unweit der Hauptstadt Ouagadougou erfüllt sich 49-jährige Berliner Regisseur, der mit Filmen wie «Das deutsche Kettensägenmassaker» bekannt wurde und in Bayreuth Richard Wagners Weltabschiedsoper «Parsifal» inszenierte, einen Herzenswunsch.

«Von Afrika lernen» steht als Motto über dem gesamten Projekt, das auch Bundespräsident Horst Köhler und andere Prominente wie der Sänger Herbert Grönemeyer, der Schriftsteller Henning Mankell und Hollywood-Regisseur Roland Emmerich unterstützen. Und ein Goethe- Zitat zur Grundsteinlegung mag auch eine kleine Reverenz vor einem anderen Projektpartner sein - dem Goethe-Institut, das seine Aktivitäten in Afrika verstärken will und ebenso wie Köhler auf die Kreativität der Afrikaner setzt.

Auf dem etwa fünf Hektar großen Gelände eine knappe Autostunde von der Hauptstadt entfernt sind eine Schule für 500 Kinder und Jugendliche mit Klassen für Musik- und Filmunterricht sowie Theater- und Veranstaltungsräume, Werkstätten und eine Krankenstation geplant. Im Oktober sollen die ersten Klassen den Unterricht aufnehmen.
Kulturminister Filippe Savadogo hob bei der Grundsteinlegung den Ausbildungscharakter des «Operndorfes» hervor, das erneut zeigen werde, das sein Land über kreative Ressourcen und künstlerische Nachwuchskräfte verfüge.

Schlingensief versteht sein Projekt nicht als «reine Privataktion» und freut sich über die zahlreichen Spenden auch von vielen ungenannten Sponsoren. «Es geht mir hier nicht um Kunst l'art pour l'art, also um ihrer selbst willen, sondern vor allem darum, dass Leben und Politik kunstvoller gemacht werden sollen, Helfen und Schönheit kommen zusammen, die Reinheit des Lebens und der Kunst
vereinen sich», sagte Schlingensief.

Dabei stehen für ihn vor allem die Kinder im Mittelpunkt. «Sie brauchen Zeit für ihre eigenen Bilder und Farben ihrer Kultur. Dabei wollen wir ihnen helfen, ohne den großen Zeigefinger des weißen Mannes aus Europa.» Also «kein abgehobenes Bayreuth, keine Ramba-Zamba-Veranstaltung, kein Rotwein-Scheiß und auch keine Reißbrett-Ruine nach dem Motto "Die Weltmeisterschaft ist zu Ende und dannhauen wir alle wieder ab" - im Gegenteil, ich komme schon im März zu meiner ersten Inszenierung nach Ouagadougou wieder.»

 www.schlingensief.com

 www.festspielhaus-afrika.com

Quelle: dpa, pa

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