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Landesflagge Zypern
Wirtschaft

Stand: Mai 2009

Die folgenden Angaben beziehen sich auf die Republik Zypern (1 zyprisches Pfund CYP = ca. 1,72 Euro) Die wichtigsten Zahlen zum Nordteil der Insel finden Sie in "Zypern auf einen Blick"

Grundlinien der Finanz- und Wirtschaftspolitik

Die Wirtschaftsverfassung der Republik Zypern ist eine liberale Marktwirtschaft. Zypern beabsichtigt, seine europäische und internationale Wettbewerbsfähigkeit, insbesondere durch Ausbau des Dienstleistungssektors zu verbessern, und als neues EU–Mitglied im östlichen Mittelmeer die Wirtschaftsbeziehungen zu den Anrainerländern im Nahen Osten auszubauen. Die im Zuge des EU–Beitritts begonnene Liberalisierung der Märkte der Daseinsvorsorge wird fortgesetzt, gestaltet sich jedoch gelegentlich mühsam. Die zyprische Wirtschaft ist im europäischen Binnenmarkt steigendem Wettbewerb ausgesetzt, profitiert im eigenen Lande wegen fortbestehender monopolistischer Strukturen des kleinen Marktes hiervon aber nur wenig.

Der Regierung ist es durch konsequente Finanzpolitik gelungen, den Staatshaushalt zu konsolidieren und das gesamtstaatliche Defizit zurückzuführen. Der Euro konnte daher zum 01.01.2008 problemlos eingeführt werden. Nach Angaben des zyprischen Finanzministeriums betrug der Haushaltsüberschuss 2007 3,3 Prozent des BIP. Die Gesamtverschuldung konnte 2008 von 59,8 Prozent (2007) auf 49,1 Prozent des BIP zurückgeführt werden.

Im Jahre 2002 wurde eine Steuerreform verabschiedet, die das Abgabensystem u.a. an das gemeinsame Regel- und Normenwerk der EU anglich und eine Vereinfachung des Steuersystems durch vielfachen Abbau von Steuerermäßigungen und –vergünstigungen bezweckte. Wesentliche Eckpunkte der Reform sind eine einheitliche Unternehmensteuer von 10 Prozent, drei einheitliche Einkommensteuersätze von 20, 25 und 30 Prozent (Stufentarif, wobei ein Jahreseinkommen bis 19.500 Euro steuerfrei bleibt), und die bereits zum 01.01.2003 erfolgte schrittweise Anhebung der Mehrwertsteuer auf 15 Prozent. Steuerpolitisch strebt Zypern an, seine Stellung als attraktives Finanzzentrum mit Brückenfunktion in den Nahen Osten und nach Russland zu konsolidieren. Dementsprechend wird eine Angleichung der Unternehmenssteuern auf EU-Ebene abgelehnt. Auf Zypern besteht ein indexiertes System der automatischen halbjährlichen Anpassung von Löhnen und Gehältern an die Inflationsrate. Der gesetzliche Mindestlohn beträgt derzeit 704 Euro während der ersten 6 Monate eines Beschäftigungsverhältnisses und danach 747 Euro).

Aktuelle Wirtschaftslage

Die wirtschaftliche Entwicklung der Republik Zypern ist stark von der weltwirtschaftlichen Entwicklung geprägt. Das bemerkenswerte wirtschaftliche Wachstum Zyperns der letzten Jahrzehnte (Durchschnitt des BIP-Wachstums: 1975 – 2000: real ca. 5,5 Prozent) hat sich vor dem Hintergrund einer unsicheren Weltwirtschaftslage, steigender Ölpreise und eines verschärften Wettbewerbs im Tourismuswesen in den letzten Jahren verlangsamt, lag aber 2008 mit 3, 7 Prozent immer noch weit über dem EU-Durchschnitt. Mit einer Arbeitslosenquote von 3,3 Prozent im zweiten Halbjahr 2008 herrscht quasi Vollbeschäftigung. Die Inflationsrate lag 2007 bei 2,2 Prozent, ist aber im Jahre 2008 rapide auf 4,7 Prozent gestiegen. Traditionell hat die Tourismusindustrie einen bedeutenden Anteil an der Gesamtwirtschaft Zyperns, ist aber seit einigen Jahren rückläufig (1998 – 2002 ca.20 Prozent; 2003 ca. 15 Prozent, 2004 ca. 14 Prozent Anteil). Die stärksten Wachstumsimpulse für die Wirtschaft Zyperns gehen vom Dienstleistungssektor aus (ca. 78 Prozent des BIP, Industrie ca. 21 Prozent und Landwirtschaft ca. 4 Prozent).Das zyprische Bruttoinlandsprodukt zu Marktpreisen betrug nach Angaben des zyprischen Finanzministeriums im Jahre 2008 16,95 Mrd. Euro (2007 rd. 15,49 Mrd. Euro). Das Pro-Kopf-Einkommen betrug 2008 19,868 Euro).

Wichtigste Wirtschaftszweige

Die bedeutendsten Wirtschaftszweige Zyperns sind das Dienstleistungsgewerbe, bestehend aus Tourismus, Finanz- und Unternehmensdienstleistungen. Die Tourismusbranche (ca. 2,403 Mio. Besucher 2008, davon 1,242 Mio. aus Großbritannien, 180.900 aus Russland, 133.000 aus Griechenland und 133.100 aus Deutschland) bildet die wichtigste Einnahmequelle der Wirtschaft des Landes. Diese Branche erweist sich jetzt auch als besonders anfällig für die Folgen der aktuellen globalen Finanzkrise. Im Bereich der Finanzdienstleistungen bleibt Zypern nicht zuletzt aufgrund der attraktiven Steuergesetzgebung ein interessanter Standort.

Außenhandel

Die zyprische Wirtschaft leidet traditionell an einer Exportschwäche, die sich 2008 in einem Handelsbilanzdefizit von Euro 6,181 Mrd. niederschlägt. Zu den Ursachen zählen eine steigende Importnachfrage und Einbußen in der Tourismusbranche. Auf bestimmte Güter werden teilweise hohe Steuern erhoben.

Die Exporte Zyperns erreichten 2008 1,167 Mrd. Euro. Größter Abnehmer ist die EU, führend darunter sind Großbritannien und Griechenland. Deutschland liegt nach Angaben des Statistischen Amtes der Republik Zypern mit Importen aus Zypern im Wert von 66,6 Mio. Euro im Jahre 2007 auf Platz drei der Abnehmer (nach Griechenland mit 214,8 Mio. Euro und UK mit 150,2 Mio. Euro). Zyprische Exporte bestehen allerdings überwiegend aus Re-Exporten (wie japanische Kraftfahrzeuge nach Großbritannien), gefolgt von Agrarerzeugnissen (Kartoffeln, Wein, Zitrusfrüchten) sowie Pharmazeutika.

Die Warenimporte Zyperns beliefen sich 2008 auf insgesamt 7,349 Mrd. Euro. Insgesamt führte Zypern nach Angaben des Statistischen Dienstes der Republik Zypern 2007 aus Deutschland Waren im Werte von rund 588,8 Mio. Euro ein. Damit ist Deutschland der nach der zyprischen Außenhandelsstatistik viertwichtigste Lieferant Zyperns (nach Griechenland (1,11 Mrd. Euro), Italien (641,9 Mio. Euro) und Großbritannien (616,5 Mio. Euro). Die wichtigsten Einfuhrgüter sind Kraftfahrzeuge, Maschinen, Industriebedarf, elektrische Geräte und Konsumgüter. Nähere Einzelheiten können der Webseite des Statistischen Amtes entnommen werden.

Ausländische Investitionen

Neuere Zahlen für deutsche Direktinvestitionen auf Zypern sind nicht erhältlich. Deutsche Firmen spielen auf Zypern keine eigenständige Rolle, allerdings sind die Produkte namhafter deutscher Unternehmen aus den Bereichen Kfz, Elektrogeräte, Baubedarf und Pharma durch einheimische Firmen vertreten. Weitere deutsche Firmen sind im Bereich der Offshore-Unternehmen zu finden, hauptsächlich unter den Schifffahrtsgesellschaften.

Mitgliedschaft in regionalen Wirtschaftsgruppierungen

Die Republik Zypern ist seit 01.05.2004 Vollmitglied der EU und Mitglied in verschiedenen internationalen Wirtschaftsorganisationen, darunter WTO, IWF, Weltbank, Weltzollorganisation. Daneben bestehen einige bilaterale Handelsabkommen.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 

Zusatzinformationen:

Nützliche Links

Über den Inselteil nördlich der VN-Pufferzone übt die Republik Zypern keine tatsächliche Kontrolle aus

Ansprechpartner in den Wirtschaftsdiensten der deutschen Auslandsvertretungen

Botschaft Nikosia
Nicole Anita Jansen
Tel.: (00357) 2245 1145
Fax: (00357) 2266 5694 eMail
www.nikosia.diplo.de


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