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Landesflagge Zentralafrikanische Republik
Wirtschaft

Stand: Dezember 2009

Wirtschaftslage und -struktur

Die Zentralafrikanische Republik gehört zu den am wenigsten entwickelten Ländern weltweit. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf lag bei einem Wachstum von 4,2 Prozent im Jahr 2007 bei rund 402 US-Dollar/Jahr. Im Jahr 2008 ist das BIP um rund 2,2 Prozent gewachsen, statt der zunächst erwarteten 3,5 Prozent; damit ist das Pro-Kopf-Einkommen bei einem Bevölkerungswachstum von 1,4 Prozent leicht gestiegen.

Die Bevölkerung lebt trotz Rohstoffreichtum in extremer Armut. Auf dem Human Development Index (2008) rangiert die Zentralafrikanische Republik auf Platz 178 von179. Die Alphabetisierungsrate der Bevölkerung über 15 Jahre betrug 2008 48,6 Prozent.

Trotz des leichten Wachstums (für 2009 laut Schätzungen des Finanziministeriums: 2,4 Prozent) liegt die Wirtschaft der Zentralafrikanischen Republik nach den Konflikten der letzten Jahre noch am Boden. Die weltweite Wirtschafts- und Finanzkrise von 2009 trifft mit Verzögerung auch die Wirtschaft der Zentralafrikanischen Republik. Insbesondere die einbrechende Nachfrage bei den zwei Hauptexportgütern des Landes (Holz und Diamanten) resultierte in Firmenschließungen und sinkenden Löhnen. Der Staat sieht sich so mit Steuerverlusten von geschätzten 16 Millionen US-Dollar aus dem Holz- und Diamantenhandel konfrontiert.

Nur teilweise werden diese Entwicklungen kompensiert durch das internationale Engagement der letzten Jahre:

Internationaler Währungsfonds (IWF) und Weltbank nahmen ihr Engagement Ende 2006 wieder auf. Damit standen der Zentralafrikanischen Republik zwischen 2007 und 2009 aus der „Poverty reduction and growth facility“ (PRGF) Arrangement des IWF 54,5 Millionen US-Dollar zur Verfügung. Die Weltbank verabschiedete ein „Re-engagement and Institution-Building Support-Program“ mit einem Volumen von 82 Millionen US-Dollar. Ebenso hob die Afrikanische Entwicklungsbank ihre seit 2003 bestehenden Sanktionen auf und bestätigte ein Darlehen von 23,5 Millionen US-Dollar. Seit Anfang Januar 2008 wird das Land im Rahmen des PBF (Peace Buildung Fonds) berücksichtigt.

Im September 2007 stellte der IWF fest, dass die Zentralafrikanische Republik sich für den HIPC Entschuldungsprozess qualifiziert hat. Innerhalb eines gewissen Zeitraumes musste in der Folge der Nachweis wirtschaftlicher Reformen erbracht sowie eine umfassende Strategie zur Armutsbekämpfung vorgelegt werden. Dabei geht es nicht nur darum, dass die finanziellen Mittel, die durch die Entschuldung frei werden, zur Armutsbekämpfung eingesetzt werden. Vielmehr soll durch eine Neuorientierung der gesamten Haushalts- und Finanzpolitik eine langfristige Veränderung erreicht werden.

Die Zentralafrikanische Republik hat die Konditionen dieses Vollendungszeitpunktes (completion point) im HIPC-Prozess im Juni 2009 erreicht. Damit konnte die vereinbarten Entschuldung vollzogen werden.

Begünstigt durch die unübersichtliche Sicherheitslage geht die illegale Ausbeutung der natürlichen Ressourcen des Landes weiter. Vor allem Diamanten und Tropenholz werden illegal exportiert, die Einnahmen kommen nicht dem Staatshaushalt zugute, sondern versickern in der Schattenwirtschaft.

Die Haupthindernisse für eine positive Wirtschaftsentwicklung bestehen weiterhin fort:

  • geographische Binnenlage (über 1.500 km bis zur Küste);

  • eine unzureichende Verkehrsinfrastruktur, die durch die militärischen Auseinandersetzungen und Wegelagerei weiter beeinträchtigt wird;

  • kein Kapital für Investitionen sowie Korruption in Regierung und Verwaltung.

Wichtigste Wirtschaftszweige

ie Zentralafrikanische Republik verfügt über bedeutende Diamanten-, Gold- und Uranvorkommen, auch viele andere Mineralien können abgebaut werden. Durch mangelnde Infrastruktur und die jahrzehntelangen Konflikte wird dieses enorme Potential jedoch nur zu geringen Teilen genutzt. Die Zentralafrikanische Republik beteiligt sich am EITI-Prozess.

Der mit Abstand wichtigste Wirtschaftszweig des Landes ist die Land- und Forstwirtschaft, in der etwa 80 Prozent der Bevölkerung tätig sind. Zusammen mit der Fischerei trägt der Agrarsektor hauptsächlich zur Entstehung des Bruttoinlandsproduktes bei. Wichtigste Agrarprodukte für den inländischen Bedarf sind Maniok, Mais, Hirse, Erdnüsse und Reis. Kaffee, Baumwolle und Tabak werden fast ausschließlich für den Export angebaut.

Tourismus ist kaum entwickelt, und dies trotz großen Potentials, insbesondere im Bereich Natur. Dies liegt nicht zuletzt an der mitunter prekären Sicherheitslage und der fehlenden Infrastruktur. Ein Projekt der deutschen bilateralen technischen Zusammenarbeit mit der Zentralafrikanischen Republik in Bayanga, das zum Jahresende 2009 in private Hände übergeht, hat unter anderem zur Aufgabe, Ökotourismus im Nationalpark Dzangha-Sangha zu fördern. Im Schutzgebiet Bayanga befindet sich auch das bekannte „Krombacher Regenwaldprojekt“.

Außenwirtschaft

Der Außenhandel der Zentralafrikanischen Republik ist nicht entwickelt und wird insbesondere durch die Binnenlage des Landes und die Instabilität in einigen Nachbarländern behindert. Auch funktioniert der Freihandel innerhalb des CEMAC-Raumes derzeit noch nicht. 2007 sind die Exporte auf 196 Mio US-Dollar, die Importe auf 223 Millionen US-Dollar gestiegen. Im Jahr 2008 sank das Exportvolumen jedoch wieder um 18,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Für 2009 wird ein weiterer Rückgang von bis zu 21 Prozent erwartet.

Hauptexportprodukte sind Holz, Diamanten, Baumwolle und Kaffee. Erdöl ist das Hauptimportgut.

Hauptexportländer waren im Jahr 2008 Japan, Belgien, China, Marokko, Indonesien und Frankreich. Hauptlieferländer waren Südkorea, Frankreich, Kamerun, die Niederlande und die USA.

Der Anteil Chinas am Außenhandel der Zentralafrikanischen Republik stieg in den vergangenen Jahren rapide an. Der Anteil an den Exporten stieg von 0,1 Prozent im Jahre 2000 auf 8,2 Prozent im Jahre 2008.

Die Zentralafrikanische Republik ist Mitglied der Wirtschafts- und Währungsgemeinschaft der zentralafrikanischen Staaten CEMAC.



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Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 

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