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Landesflagge Vietnam
Außenpolitik

Stand: September 2009

Grundlinien der Außenpolitik

Die grundlegend veränderten internationalen und regionalen Beziehungen seit Ende des kalten Krieges haben zu einer Umorientierung der vietnamesischen Außenpolitik geführt. Nach dem Zusammenbruch des kommunistischen Regimes in der Sowjetunion begann sich Vietnam außenpolitisch zu öffnen. 

Das Land normalisierte seine politischen Beziehungen zu den Staaten Südost- und Ostasiens und bemühte sich mit Erfolg um den Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen, ein Prozess, der mit dem ASEAN-Beitritt 1995 abgeschlossen wurde. Innerhalb der ASEAN spielt Vietnam eine zunehmend aktive Rolle. Vietnam hat frühzeitig die ASEAN Charta ratifiziert. 2010 wird das Land den ASEAN-Vorsitz übernehmen. 

Japan als größtem Geber von Entwicklungshilfe kommt eine besondere Bedeutung zu. China, die USA und Südkorea spielen ebenfalls eine herausgehobene Rolle als Handels- und Investitionspartner. Auch die EU entwickelt sich zu einem durchaus wichtigen Partner.

Vietnam ist 2007 der WTO beigetreten, 2008/2009 gehört das Land als nicht-ständiges Mitglied dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen an, mit der Europäischen Union wird derzeit ein Partnerschafts- und Kooperationsabkommen verhandelt.

Beziehungen zu China

Die Beziehungen zu China normalisierten sich seit Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen 1991. China ist heute der größte Handelspartner Vietnams. Ende Ende 1999 wurde ein Abkommen zur Festlegung der Landgrenze und im Dezember 2000 ein Abkommen über die Seegrenze im Golf von Tonkin unterzeichnet, das 2004 gemeinsam mit einem Fischereiabkommen in Kraft getreten ist. Der Konflikt um die Spratly- und Paracelsus-Inseln im Südchinesischen Meer konnte allerdings noch nicht beigelegt werden. Beide Seiten haben sich jedoch darauf verständigt, das Problem mit friedlichen Mitteln zu lösen.

Der vielbeachtete Vietnambesuch des chinesischen Präsidenten Hu Jintao im November 2006 hat einen regen hochrangigen Besuchsaustausch eingeleitet, der zu einer weiteren Verdichtung der vietnamesisch-chinesischen Beziehungen geführt hat. 2008 und 2009 haben der Vorsitzende der Kommunistischen Partei Manh und Premierminister Dung China besucht.

Beziehungen zur Europäischen Union

Mit der Europäischen Union unterhält Vietnam seit Abschluss des Kooperationsabkommens 1995 intensive und stabile Beziehungen. Die EU ist Vietnams zweitgrößter Handelspartner. Gegenwärtig verhandeln EU und Vietnam ein neues bilaterales Partnerschafts- und Kooperationsabkommen sowie ein Freihandelsabkommen.

Beziehungen zu den USA

Ein Durchbruch in der vietnamesischen Öffnungspolitik nach außen war die Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zum ehemaligen Kriegsgegner USA im Jahre 1995. Mit der Unterzeichnung eines bilateralen Handelsabkommens im Juli 2000 und dem Besuch Präsident Clintons im November 2000 wurden diese Beziehungen weitgehend normalisiert. 

Seit Abschluss eines Handelsabkommens im Dezember 2001 sind die USA zum wichtigsten vietnamesischen Exportmarkt aufgestiegen. Auch gibt es mittlerweile wieder eine militärische Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern. 

Durch seinen USA-Besuch im Juli 2005 hat Premierminister Van Khai einen Schlusspunkt unter die Normalisierung der Beziehungen der ehemaligen Kriegsgegner gesetzt. Aus Anlass des APEC- (Asia Pacific Economic Cooperation) Gipfels hat Präsident Bush im November 2006 Vietnam besucht.  

Im Juni 2007 weilte Staatspräsident Triet und im Juni 2008 Premierminister Dung zu einem offiziellen Besuch in Washington.

Beziehungen zu Russland

Mit dem Staatsbesuch von Präsident Putin 2001 war es gelungen, die Frage der vietnamesischen Altschulden zufriedenstellend zu klären. Dem war eine Wiederbelebung der russisch-vietnamesischen Beziehungen gefolgt. Nachdem der bilaterale Pachtvertrag über die Nutzung des Marinestützpunkts Cam Ranh nicht verlängert worden war und Russland sich 2002 vollständig aus Cam Ranh zurückgezogen hatte, waren die Beziehungen spürbar abgekühlt.  Mit dem Staatsbesuch von Präsident Putin in Vietnam (November 2006), dem Besuch von Premierminister Dung in Moskau (September 2007) und dem Staatsbesuch von Präsident Triet (Oktober 2008) haben die Beziehungen neue Impulse erhalten. Allerdings bleibt der bilaterale Handelsaustausch weit hinter den politischen Beziehungen zurück.



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Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 

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