Vanuatu
Wirtschafts- und Umweltpolitik
Stand: Oktober 2009
Wirtschaft
Die Bevölkerung Vanuatus ist zum größten Teil in kleinen Landwirtschaftsbetrieben in Subsistenz beschäftigt. 77% des Bruttoinlandsprodukts werden jedoch im Dienstleistungssektor erwirtschaftet, nur 15% in der Landwirtschaft sowie etwa 8% im herstellenden Gewerbe. Die Wirtschaft konzentriert sich auf die Sektoren Landwirtschaft, Holzproduktion und Offshore-Bankgeschäfte. Ein weiterer, zunehmend wichtiger Bestandteil der Wirtschaft ist der Tourismus. Der Großteil der 154.000 Besucher pro Jahr kommt aus Australien, wozu vor allem das Angebot preiswerter Flüge beigetragen hat. Auch Kreuzfahrtschiffe mit Touristen legen regelmäßig vor Port Vila an.
Bis 2002 befand sich die Wirtschaft Vanuatus in einer Rezessionsphase. Wirbelstürme und Erdbeben verursachten Exporteinbußen bei landwirtschaftlichen Produkten. Seither verzeichnet Vanuatu ein kräftiges Wirtschaftswachstum, 2007 und 2008 waren es mehr als 6,5%. Dieses Wachstum basiert auf wachsender landwirtschaftlicher Produktion, dem Tourismus und steigender Entwicklungshilfe aus Australien, Neuseeland, der EU, Japan sowie den USA: Vanuatu erhält als erster pazifischer Inselstaat von den USA Entwicklungshilfe unter dem „US Millennium Challenge Corporation Programme“.
In den letzten Jahren wurde der Tourismus als Wachstumssektor identifiziert, der ein zunehmend wichtiger Bestandteil der Wirtschaft ist. Der Großteil der 154.000 Besucher pro Jahr kommt aus Australien, wozu vor allem das Angebot preiswerter Flüge beigetragen hat. Auch Kreuzfahrtschiffe mit Touristen legen regelmäßig vor Port Vila an. Ein weiteres Wachstum des Tourismussektors wird als entscheidend angesehen, um Arbeitsplätze für die junge und schnell wachsenden Bevölkerung (60% sind jünger als 25 Jahre) zu schaffen. Derzeit sind im Tourismus rund 1.200 Menschen beschäftigt, viele von ihnen in neuen Luxushotels.
Wichtigste Ziele der Wirtschaftspolitik sind gegenwärtig die Förderung des Tourismus als Wirtschaftszweig mit dem größten Wachstumspotenzial, die Förderung der Landwirtschaft und die Öffnung des Landes für ausländische Investoren durch günstigere Investitionsbedingungen. Der öffentliche Haushalt ist defizitär. Sparmaßnahmen, schärfere Offshore-Banking Kontrollen und strengere Steuereintreibung haben jedoch zu erhöhten Staatseinnahmen geführt. Die Zahlungsbilanz wird durch Budgethilfen des Auslands ausgeglichen.
Das seit 1997 begonnene langfristige Strukturreformprogramm (Comprehensive Reform Program, CRP), das seit 1998 von der Asiatischen Entwicklungsbank (ADB) mit einer Anleihe in Höhe von 21,2 Millionen US-Dollar (40 Jahre Laufzeit) sowie technischer Hilfe von fast 2 Millionen US-Dollar unterstützt wird, sieht unter anderem die Stärkung des privaten Sektors, die Verkleinerung des öffentlichen Dienstes, eine effizientere Ausgabenpolitik und verbesserte Erhebung der Steuereinnahmen vor. Zur Realisierung des CRP hat die Regierung 2003 die sog. Priority Action Agenda (PAA) mit Prioritäten und Maßnahmen formuliert, die auf nachhaltiges Wachstum durch Stabilitätspolitik, zielgerichteten Einsatz von Entwicklungshilfe und Planungssicherheit durch längerfristig (3-5 Jahre) angelegte Projekte abzielt. REDI (Rural Economomic Development Initiative) ist eine weitere Initiative der Regierung, mit dem die wirtschaftliche Entwicklung der ländlichen Gebiete gefördert wird.
Hauptexporte sind Kokosnussprodukte, Kava und Fleisch. Hauptabnehmer für vanuatische Exporte sind Thailand, Indien und Japan. Hauptimporte sind Maschinen und Fahrzeuge, Nahrungsmittel, Konsumgüter und Treibstoff. Hauptlieferanten sind Australien, Singapur und Neuseeland.
Umweltpolitik
Die von tropischem Klima geprägte Inselrepublik verfügt über einen besonderen Reichtum an natürlichen Ressourcen und Lebensräumen. Hervorzuheben sind die beträchtlichen Vorkommen an ökologisch und ökonomisch wertvollen Naturwäldern. Zahlreiche exotische Fisch- und Korallenarten des Pazifik machen die Küstengewässer Vanuatus außerdem zu einem Taucherparadies.
Im März 2003 wurde der "Environment Management and Conservation Act (EMC)" verabschiedet. Das Gesetz sieht u.a. vor, jedes neue Entwicklungsprojekt einer Umweltverträglichkeitsüberprüfung zu unterziehen. Die hierfür zuständige Behörde soll zudem das Umweltbewusstsein der Bevölkerung fördern. Problematisch sind hierbei die Harmonisierung mit anderen Gesetzen, die Anwendung auf den traditionellen Landbesitz sowie die Eigeninteressen der Geberländer.
Eines der Hauptexportprodukte Vanuatus ist Nutzholz. Die Regierung hat in diesem Zusammenhang Probleme, beim Holzeinschlag die wirtschaftlichen Interessen mit den daraus resultierenden Umweltgefahren in Einklang zu bringen. Von 1994 bis 2008 unterstützte die Bundesregierung das "Regionalvorhaben Waldwirtschaft in pazifischen Inselstaaten". Im Rahmen dessen führte die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) zusammen mit dem Secretariat of the Pacific Community (SPC) und nationalen Forstbehörden mehrerer pazifischer Inselstaaten, darunter Vanuatu, ein Projekt zur nachhaltigen Naturwaldbewirtschaftung durch.
Hinweis
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.