Usbekistan
Wirtschaft
Stand: September 2009
Allgemeine Wirtschaftsstruktur und -lage
Mit 27,7 Mio. Einwohnern ist Usbekistan das mit Abstand bevölkerungsreichste Land Zentralasiens. Es grenzt an alle zentralasiatischen Staaten und Afghanistan. Usbekistan ist reich an Bodenschätzen (Gold, Kupfer, Uran, Kohle, Erdgas) und an gut ausgebildeten Fachkräften. Gleichwohl gehört Usbekistan zu den ärmsten Ländern der GUS. Aufgrund seiner jungen Bevölkerung, hohen Transportkosten wegen weit entfernter Seehäfen (2.900 km) und großer Transformationsprobleme steht Usbekistan vor enormen wirtschafts- und entwicklungspolitischen Herausforderungen.
Durch die besondere auf Autarkie gerichtete Wirtschaftsstruktur konnten die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise auf Usbekistan bisher begrenzt werden. Hier wird es im weiteren vor allem darauf ankommen, wie sich die Transferzahlungen usbekischer Gastarbeiter aus Russland und Kasachstan entwickeln. Eine massive Rückwanderung könnte nicht nur die Wirtschaft belasten sondern auch zu sozialen Verwerfungen führen.
Auch im 18. Jahr seiner Unabhängigkeit befindet sich Usbekistan im Übergang von einer sowjetisch-zentralistischen Planwirtschaft zu einem marktwirtschaftlich orientierten System. Wirtschaftsliberalisierung, Privatisierung und Strukturreformen kommen nur langsam voran. Dennoch wächst das usbekische Bruttosozialprodukt, nicht zuletzt wegen steigender Preise für die usbekische Hauptexportgüter. Insbesondere der Außenhandel mit Russland (mit einem Anteil von 19,6%) und zuletzt auch mit der Schweiz (12,3%) sowie China (11,1%) weitet sich aus. Die seit einigen Jahren verfolgte Politik der makroökonomischen Stabilisierung zeigt Erfolge: wachsende Währungsreserven, stabile Währung und geringe Neuverschuldung. Die makroökonomischen Stabilität ist allerdings die Kehrseite eines rückständigen und noch weitgehend staatswirtschaftlichen Systems, in dem sich die Privatwirtschaft mangels Rechtssicherheit und Reformen nur langsam entwickelt.
In den letzten Jahren konnte Usbekistan vom hohen Preisniveau seiner Hauptexportgüter (Erdgas, Gold, Uran, Baumwolle) profitieren und gute Wachstumsraten von 7-9% erzielen. Von besonderer Bedeutung ist dabei der Baumwollexport. Usbekistan ist fünftgrößter Baumwollproduzent und zweitgrößter Baumwollexporteur der Welt.
Der Anteil der Industrie ist 2008 aufgrund von Produktivitätszuwächsen auf einen Anteil von 24% des BIP gestiegen (2006: 22%). Hauptindustriezweige sind Bergbau (Gas, Gold, Kupfer, Uran), Textil-, und die Nahrungsmittelindustrie; mit etwas Abstand folgen die chemische Industrie und der Automobilbau (Fertigung von General-Motors-Modellen im Joint Venture "GM Uzbekistan"). Die Mobilfunkbranche ist aktuell der dynamischste Wirtschaftsbereich Usbekistans.
Haupthandelspartner Usbekistans bleibt Russland mit einem Anteil von nahezu 19,6% am gesamten Außenhandel. Deutschland liegt auf Platz 9 der Außenhandelspartner mit einem Handelsanteil von 2,3%. Russische, chinesische und einige andere Firmen investieren in die Erschließung von usbekischen Erdöl-, Erdgas- und Uran-Lagerstätten. Die nächsten Jahre werden zeigen, inwieweit Usbekistan von seinem Rohstoffreichtum nachhaltigen Nutzen ziehen kann.
Ebenfalls abzuwarten bleibt, ob Usbekistan vor dem Hintergrund der sich verschlechternden Weltwirtschaftslage entschlossen Reformen zur Wirtschaftsliberalisierung umsetzen wird.
Hinweis
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