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Landesflagge Usbekistan
Beziehungen zu Deutschland

Stand:Oktober 2009

Politische Beziehungen

Deutschland und Usbekistan unterhalten seit der Unabhängigkeit des Landes enge und vertrauensvolle Beziehungen. Usbekistan sieht in Deutschland seinen wichtigsten Partner in der EU. Die Zusammenarbeit erstreckt sich auf eine Vielzahl gesellschaftlicher Bereiche. Im Dialog mit Usbekistan werden neben den Rahmenbedingungen für Handel und Investitionen auch Menschenrechtsfragen thematisiert. Die Bereitstellung des Lufttransportstützpunktes Termez zur Nutzung durch ein Einsatzgeschwader der Bundeswehr wird von usbekischer Seite als Beitrag zur weltweiten Anti-Terror-Koalition verstanden.

Usbekistan kommt im Rahmen der Umsetzung der EU-Zentralasien-Strategie eine wichtige Rolle zu. Deutschland unterstützt die Bereitschaft des Landes zur regionalen Zusammenarbeit und tritt Usbekistan gegenüber für die Fortsetzung eines kritischen Dialogs mit dem Ziel weiterer demokratischer Reformen und einer Verbesserung der Menschenrechtslage ein.

Wirtschaftsbeziehungen

Deutschland ist nach Russland, Kasachstan, Südkorea, China und der Ukraine sechst wichtigstes Lieferland Usbekistans. Insgesamt belegt Deutschland mit 2,3% am gesamten usbekischen Außenhandel Platz 9 unter den Handelspartnern des Landes. Nach einigen schwierigen Jahren stieg das Handelsvolumen seit 2001 wieder an und erreichte 2008 ca. 354 Mio. EURO, davon zwei Drittel deutsche Exporte nach Usbekistan. Dies ist vor allem auf gesteigerte Lieferungen von deutschen Maschinen, Ausrüstungen und Ersatzteilen in der Textilbranche und der Landwirtschaft zurückzuführen. Die Weltwirtschaftskrise dürfte sich negativ auf das bilaterale Handelsvolumen für 2009 auswirken.

Das Interesse deutscher Firmen in Usbekistan konzentriert sich auf den Handel, nicht den Investitionsbereich. Die usbekische Regierung bemüht sich um Verbesserung des Investitionsklimas, Probleme bestehen aber fort. Im Jahr 2003 führte Usbekistan die Konvertierung ein, dennoch können in Usbekistan erwirtschaftete Gewinne nur mit Verzögerungen in konvertierbare Währungen umgetauscht werden. Eine Reihe von Handelshemmnissen verhindern, dass das Potenzial der Handelsmöglichkeiten mit Usbekistan voll genutzt wird. Der deutsch-usbekische wirtschaftspolitische Dialog hat sich in den letzten Jahren intensiviert und bietet ein Forum, um die Rahmenbedingungen für Handel- und Investitionen zu diskutieren. Regelmäßige Reisen von Unternehmerdelegationen nach Usbekistan dokumentieren das Interesse der deutschen Wirtschaft an diesem Markt. Der Besuch von Bundeswirtschaftsminister Glos im Februar 2008 in Taschkent und Khiva hat den deutsch-usbekischen Wirtschaftsbeziehungen neue Impulse gegeben. Es gibt ca. 50 deutsche Firmenvertretungen in Usbekistan (davon allerdings nur wenige mit entsandten deutschen Vertretern), darunter drei deutsche Banken, die u.a. Liefergeschäfte mit Usbekistan finanzieren.

Im April 2008 wurde auf der Konferenz „Wasser verbindet“ in Berlin die Wasserinitiative Zentralasien des AA (Berlin Prozess) als deutscher Beitrag für die Umsetzung der EU-Zentralasienstrategie im Bereich Wasser ins Leben gerufen.

Entwicklungspolitsche Beziehungen

Die Bundesregierung versteht die deutsch-usbekische Entwicklungszusammenarbeit als Beitrag zur Förderung des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Wandels sowohl in Usbekistan als auch in der Region Zentralasien. Den Schwerpunkt der Projektarbeit verschiedener deutscher Durchführungsorganisationen in Usbekistan bildet die Unterstützung einer nachhaltigen Wirtschaftsentwicklung. Die Bandbreite der Projekte reicht dabei von Aktivitäten im Bereich Berufsbildung bis zur Beratung einzelner Unternehmen und Wirtschaftsverbände. Daneben konzentriert sich die deutsche Entwicklungszusammenarbeit verstärkt auf die Unterstützung des usbekischen Gesundheitssektors. Insgesamt hat die Bundesregierung seit 1992 ca. 270 Mio. Euro für Entwicklungsprojekte der Technischen und Finanziellen Zusammenarbeit mit Usbekistan aufgebracht. Zuletzt fanden im Juli 2009 in Berlin turnusgemäße deutsch-usbekische Regierungsverhandlungen über die Ausgestaltung der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit 2009/2010 statt.

Die von der Bundesregierung 2007 initiierte Zentralasienstrategie der EU hat der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit der EU-Staaten und damit auch der deutschen Projektarbeit in Usbekistan wichtige Impulse gegeben. Deutsche und EU-Projekte, wie z.B. im Rechtsbereich, sind komplementär angelegt und ergänzen sich in ihren Zielsetzungen.

Kulturelle Beziehungen

Maßgeblich für die kulturelle Zusammenarbeit ist das 1993 unterzeichnete Kulturabkommen (in Kraft seit 2002). Deutsche Kulturmittlerorganisationen (Zentralstelle für das Auslandsschulwesen, Goethe-Institut, Deutscher Akademischer Austauschdienst), Konrad-Adenauer-Stiftung, Friedrich-Ebert-Stiftung sowie das Institut für Internationale Zusammenarbeit des Deutschen Volkshochschulverbandes sind mit insgesamt rund 20 entsandten Mitarbeitern in Usbekistan tätig.

Es bestehen intensive Kontakte im Hochschulbereich (DAAD, Robert-Bosch-Stiftung) und im Bereich "Deutsch als Fremdsprache" (Fachberater, Fachschaftsberater und Programmlehrer der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) sowie Experte für Unterricht des Goethe-Instituts). Im Rahmen der Partnerschulinitiative des Auswärtigen Amts werden neun Schulen mit vertieftem Deutschunterricht von der ZfA gefördert; mit 10 weiteren Schulen hat das Goethe-Institut eine Zusammenarbeit aufgenommen. Das Goethe-Institut unterstützt auch je einen Deutschen Lesesaal in Taschkent und Samarkand sowie einen Informationsstand in Fergana. Nach seinen Sprachkursen besteht große Nachfrage. Weltweit steht Usbekistan nach absoluten Zahlen der Deutsch-Lernenden an fünfter Stelle.

In den letzten Jahren war ein reger Kulturaustausch zwischen deutschen und usbekischen Künstlern zu verzeichnen. Das Taschkenter Avantgardetheater Ilkhom, das Jugendtheater Usbekistans, das Ensemble für zeitgenössische Musik „Omnibus“, aber auch klassische Orchester und Chöre arbeiten mit deutschen Ensembles zusammen und gastierten zum Teil mehrfach in Deutschland.

Mit dem Kulturerhaltprogramm des Auswärtigen Amts ist die Bundesregierung in besonderem Maße an der Bewahrung des einzigartigen architektonischen Erbes in Usbekistan beteiligt. Projekte wurden bisher unter anderem am Kuppelbau der Medresse Tilla Kari in Samarkand, in der Gräberstadt Shah-i-Sinda und am Mausoleum Ischrat-Khane in Samarkand sowie an der Medresse Abdulasis Khan in Buchara durchgeführt.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 

Zusatzinformationen:

Die EU und Zentralasien

Zentralasien gewinnt zunehmend strategische Bedeutung wegen seiner Energieressourcen, der Nähe zu Afghanistan und im Zusammenhang mit interkontinentalen Transportverbindungen.

Ansprechpartner in den Wirtschaftsdiensten der deutschen Auslandsvertretungen

Botschaft Taschkent
Christian Nell

Tel.: (00998) 71/120 8444
Fax: (00998) 71/120 8450 eMail
www.taschkent.diplo.de

Entwicklungszusammenarbeit

Usbekistan ist Partnerland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit.
Die Zusammenarbeit konzentriert sich auf die beiden Schwerpunkte Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung und Gesundheit. Zudem ist Usbekistan in Regionalvorhaben eingebunden, die regionale Zusammenarbeit auf wirtschaftlichem Gebiet, in der Berufsbildung, im Mikrofinanzsektor und im Umweltbereich stärken und damit auch Krisen gezielt vorbeugen.
Mehr dazu beim Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung:

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