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Landesflagge USA / Vereinigte Staaten
Kultur- und Bildungspolitik, Medien

Stand Okotober 2009

Kultur- und Bildungspolitik

Der deutsche Begriff der auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik lässt sich nicht ohne weiteres auf die Politik der USA übertragen. Der deutsche „Kulturstaatsgedanke“ ist der US-amerikanischen Gesellschaft fremd; Kulturförderung ist in erster Linie eine Aufgabe der Gesellschaft, nicht Staatsaufgabe. Kulturförderung und Bildung sind ohne großzügiges Mäzenatentum nicht denkbar. So beträgt der staatliche Anteil an den gesamten Kulturausgaben nur rd. 13%. Private Spender finanzieren 43% und die Kulturbetriebe erwirtschaften selbst die verbleibenden 44%. Staatliche Kulturförderung erfolgt darüber hinaus im Wesentlichen indirekt, nämlich durch die Steuerbegünstigung von Spenden für kulturelle Zwecke (geschätzt: über 50 USD).

Schulen und Hochschulen

Die Zuständigkeit für das Schulwesen liegt bei den Bundesstaaten und ihren mehr als 14.000 Schuldistrikten. Die Schuldistrikte fördern die öffentlichen Schulen in erster Linie aus dem Grundsteueraufkommen. Diese Finanzierung ist die Ursache für große Unterschiede in den jeweils verfügbaren öffentlichen Mitteln: Reiche Schuldistrikte haben bessere Schulen. Die Obama-Regierung hat für die Förderung der Schulen $24,8 Milliarden an Bundesmitteln vorgesehen.

Das häufig als unbefriedigend empfundene Leistungsniveau von Schülern öffentlicher Schulen hat dazu geführt, dass alternative Schulformen wie z.B. Hausunterricht ("home schooling") und sog. "Charter Schools" (Schulen, die von Eltern oder Lehrern gegründet werden, öffentliche Mittel erhalten, aber in der Curricula-Gestaltung unabhängig sind) immer beliebter werden. Der Kongress hat auf Initiative von Präsident Bush Ende 2001 ein Bildungsgesetz verabschiedet, das die Einführung jährlicher Tests in Lesen und Schreiben an den Schulen vorschreibt (No Child Left Behind Act, NCLB). Ziel ist es, dass 95% der Schüler bis 2014 auf einem der jeweiligen Klassenstufe angemessenen Niveau lesen und schreiben können. Im Jahr 2006 hatten vier Bundesstaaten dieses Ziel erreicht. NCLB behebt jedoch nicht den Mangel der sehr heterogenen Mittelausstattung der Schulen. Das Gesetz ist bei der neuen Regierung, bei Lehrern und Eltern in die Kritik geraten, da es nicht zu einer wahren Leistungssteigerung der Schüler führt sondern eher zur Vermittlung eines eingeschränkten Unterrichtsprogramm, um bessere Testresultate zu erreichen. Deshalb plant das Erziehungsministerium möglichst schnell eine Neufassung des Elementary and Secondary Education Act, aus dem das NCLB-Programm hervorgegangen ist.

Die US Regierung wendet seit 2006 zusätzliche Mittel auf für die Förderung strategisch wichtiger Sprachen wie Chinesisch, Koreanisch, Arabisch, Hindi, etc. (National Security Language Initiative, NSLI) sowie für neue Austauschprogramme mit muslimisch geprägten Ländern. Diese Initiativen sind in erster Linie durch Erwägungen der nationalen Sicherheit und internationalen Konkurrenzfähigkeit motiviert. 2008 betrugen die Mittel für die NSLI $85,9 Millionen, davon waren $53 Millionen für schulische und studentische Programme bestimmt.

An den öffentlichen Schulen wird Deutsch von rd. 350.000 – 400.000 Schülern gelernt; die mangelnde Finanzausstattung des No Child Left Behind Act und zunehmende Fokussierung der Public-Diplomcy-Anstrengungen der USA auf Süd- und Ostasien sowie den Nahen- und Mittleren Osten setzen die Deutschprogramme an den Schulen unter Druck, von dem jedoch die sogenannten "Samstagsschulen" (freiwilliger Deutschunterricht) profitieren.

Universitäten verfügen über eine weitgehende Autonomie. Auch hier bestehen bei den über 4.000 privaten und staatlichen Universitäten und Colleges große qualitative Unterschiede. Die Zahl ausländischer Studenten in den USA konnte 2007/2008 gegenüber dem Vorjahr um 7% auf 623.805, ein Rekordhoch, gesteigert werden. Der von 2002 bis 2006 zu beobachtende langjährige Rückgang ließ sich v.a. durch die verschärften Visaregelungen und Sicherheitsüberprüfungen nach dem 11. September 2001 begründen. Hinzu kommt allerdings auch ein stärkerer Wettbewerb um ausländische Studenten. Gerade Europa hat als Studienstandort in den letzten Jahren gegenüber den USA aufgeholt. Der Bologna-Prozess wird in Fachkreisen aufmerksam und teilweise kritisch verfolgt. Die Zahl der deutschen Studierenden in USA ist 2007/2008 um 2,9% auf 8.907 angewachsen. Die Zahl der US-Studenten in Deutschland wuchs um 7,2% auf 7.355 (2006/2007).

Deutsch ist nach Spanisch und Französisch im Hochschulbereich die am dritthäufigsten gelehrte Sprache (ca. 94.000 Studenten); die Nachfrage ist im Vergleich zu 2002 um 3,5% gewachsen. Erhebliche Zuwächse verzeichneten Arabisch (+126,5%), Chinesisch (+51%), Koreanisch (+37,1%),Japanisch (+27,5%), gefolgt von Italienisch (22,6%) und Portugiesisch (+22,4%). (Alle Prozentzahlen gültig für 2006)



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