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Landesflagge USA / Vereinigte Staaten
Beziehungen zwischen den USA und Deutschland

Stand: Januar 2010

Politische Beziehungen

Deutschland und die Vereinigten Staaten von Amerika verbindet eine vitale Freundschaft. Diese Freundschaft gründet auf einer soliden Basis gemeinsamer Erfahrungen sowie gemeinsamer Werte und Interessen.

Deutschland verdankt den USA viel: Die USA haben in der Nachkriegszeit mit dem Marshall Plan wirtschaftliche Hilfe geleistet und politische Hilfestellung gegeben. Ohne die Vereinigten Staaten als Garanten der Freiheit in den Jahrzehnten des Kalten Krieges hätte Deutschland nicht zur Wiederherstellung seiner staatlichen Einheit in Freiheit finden können.

Für das Gesellschaftsmodell der individuellen, unveräußerlichen Freiheit einerseits, der rechtsstaatlichen Kontrolle und Beteiligung andererseits, stehen beide Länder beispielhaft. Beide Länder verfolgen in Zusammenschlüssen wie den Vereinten Nationen die Ziele von Freiheit, Demokratie und Menschenrechten - aber auch von freiem Handel, Wohlstand und nachhaltiger Entwicklung für alle Völker in der Welt.

Die Zusammenarbeit Deutschlands und der USA bei der Bekämpfung des internationalen Terrorismus ist intensiv. Gemeinsam mit seinen Verbündeten hilft Deutschland mit bei der Konfliktbewältigung, wie etwa in Afghanistan, auf dem Balkan oder im Nahen Osten, sowohl durch militärisches Engagement als auch durch zivile Beiträge wie Aufbauhilfe für Polizeikräfte oder Entwicklungshilfe. Im Zusammenhang mit Irak leistet Deutschland humanitäre Hilfe und ist bereit, in Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen den zivilen und wirtschaftlichen Wiederaufbau sowie die Ausbildung irakischer Sicherheitskräfte zu unterstützen.

Im Vordergrund des bilateralen Verhältnisses stehen - neben der Terrorismusbekämpfung, insbesondere einer engen Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden, und der Zukunft des Nahen und Mittleren Ostens - sicherheitspolitische Themen: das transatlantische Sicherheitsbündnis (NATO), der gemeinsame Einsatz in Afghanistan und die Verhinderung der iranischen Nuklearwaffenfähigkeit im Rahmen des E3+3-Prozesses.

Die guten und professionellen Kontakte der Regierungsstellen beider Länder unterstreichen die regelmäßigen Besuche von Bundeskanzlerin Merkel und der Bundesministerinnen und -minister in den USA. Dabei hob die Bundeskanzlerin in ihrer Rede vor dem Kongress am 3. November 2009 – der zweiten Rede eines deutschen Regierungschefs nach Konrad Adenauer 1957 vor beiden Kammern –die Qualität der Beziehungen beider Länder hervor. Präsident Obama besuchte Deutschland zweimal im ersten Jahr seiner Präsidentschaft. Ein weiteres wichtiges Element in den bilateralen Beziehungen ist der intensive Meinungsaustausch von deutschen und amerikanischen Parlamentariern .

Einen besonderen Aspekt stellt das sensible Verhältnis zu den ca. sechs Millionen jüdischen Amerikanern dar. Bundesregierung und Bundestag pflegen aktive Kontakte mit den amerikanisch-jüdischen Organisationen und legen Wert auf den Dialog mit ihnen, um das gegenseitige Verständnis zu fördern.

Wirtschaftliche Beziehungen

Die deutsch-amerikanischen Wirtschaftsbeziehungen sind weitgehend problemfrei. Im Rahmen der auf deutsche Initiative 2007 ins Leben gerufenen Transatlantic Economic Partnership zwischen den USA und der EU eröffnen sich zusätzliche Chancen. Die USA sind wichtigster Handelspartner Deutschlands außerhalb der EU, Deutschland ist der wichtigste Handelspartner der USA in Europa. Der bilaterale Handelsverkehr in Waren hat 2007 auf Dollarbasis erneut zugenommen. Die deutschen Exporte in die USA stiegen um 5,9 % gegenüber 2006, die deutschen Importe aus den USA sogar um 20, 2% gegenüber dem Vorjahreswert. Hier macht sich u.a. die für US-Exporte vorteilhafte Entwicklung des Wechselkurses zwischen Dollar und Euro bemerkbar.

2003

2004

2005

2006

2007

Dt. Exporte in die USA (in Mrd. US-$)

68,1

77,2

84,8

89,1

94,4

Dt. Importe aus den USA (in Mrd. US-$)

28,8

31,4

34,1

41,3

49,7

(Quelle: Department of Commerce, Bureau of Economic Analysis)

Deutschland und die USA sind für einander wichtige Investitionsstandorte: Die USA sind Hauptanlageland für deutsche Unternehmen und der größte ausländische Investor in Deutschland nach den Niederlanden. Nach den zuletzt verfügbaren Daten der Deutschen Bundesbank sind die unmittelbaren amerikanischen Direktinvestitionen in Deutschland Ende 2005 mit rd. 74 Mrd. EUR gegenüber dem Vorjahr (rd. 86 Mrd. EUR) leicht zurückgegangen. Dagegen lag der Bestand der unmittelbaren deutschen Direktinvestitionen in den USA Ende 2005 mit rd. 155 Mrd. EUR deutlich über dem Wert des Vorjahres (rd. 135 Mrd. EUR). Nach Berechnungen des U.S. Bureau of Economic Analysis liegt Deutschland 2005 bei den ausländischen Direktinvestitionen in den USA an dritter Stelle, nach Hauptinvestor Großbritannien und Japan. Dagegen ist Deutschland als Zielland US-amerikanischer Direktinvestitionen lediglich an sechster Stelle, nach Großbritannien, Kanada, den Niederlanden, Australien und Bermuda.

2002

2003

2004

2005

Dt. Direktinvestitionen in den USA (in Mrd. EUR)

159

140

135

155

US-Direktinvestitionen in Deutschland (in Mrd. EUR)

75

80

86

74

(Quelle: Deutsche Bundesbank)

Kulturelle Beziehungen

Die kulturellen Beziehungen sind vielfältig. Jährlich reisen Hunderttausende von Menschen über den Atlantik - als Touristen, Teilnehmer der zahlreichen Austauschprogramme oder als Künstler, Wissenschaftler, Schüler und Studenten.

Rund 16 Millionen. amerikanische Soldaten haben in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg mit ihren Familien in Deutschland gelebt, Deutschland schätzen gelernt und den "American way of life" nach Deutschland gebracht. Hunderttausende deutsche Austauschschüler studierten in den USA. Deutsch steht an 3. Stelle der angebotenen Fremdsprachen hinter Spanisch und Französisch an privaten Sekundarschulen, Colleges und Universitäten.

Rund 46 Millionen aller Amerikaner, führen heute ihre Abstammung auf Deutsche zurück. Anders als z.B. Italiener, Polen oder Iren stellen die Deutsch-Amerikaner aber keine geschlossene Gruppierung dar, die das politische Leben in den USA beeinflusst. Es existiert eine kaum überschaubare Anzahl deutsch-amerikanischer Vereine; diese widmen sich jedoch fast ausschließlich der Brauchtumspflege.

Militärische Beziehungen

Deutschland ist bei der Bekämpfung des internationalen Terrorismus ein enger Verbündeter der USA. Auch im Rahmen internationaler Konfliktbewältigung und Katastrophenhilfe findet eine enge Zusammenarbeit statt. Schwerpunkt sind dabei die Einsätze in Afghanistan und auf dem Balkan, bei denen Deutschland mit insgesamt mehr als 7.000 Soldaten zu den größten Truppenstellern nach den USA zählt.

Auch nach dem Abschluss der globalen Neuordnung der amerikanischen Truppenpräsenz im Ausland wird Deutschland größter Friedensstationierungsort außerhalb der USA für die amerikanischen Streitkräfte bleiben. Die dadurch beförderten engen Beziehungen zur Bundeswehr finden ihren Ausdruck in gemeinsamen Übungen und intensivem Erfahrungsaustausch bei der Weiterentwicklung von Einsatzverfahren und Waffensystemen.

Innerhalb der USA unterhält die Bundeswehr stationäre Schulungsverbände, in denen deutsche Soldaten in engem Kontakt mit entsprechenden amerikanischen Einrichtungen ausgebildet werden. Darüber hinaus werden deutsche Truppenteile jedes Jahr in die USA verlegt zur Teilnahme an gemeinsamen Übungen.

Ein Netz von Austausch- und Verbindungsoffizieren in beiden Ländern liefert einen weiteren Beitrag zu den guten militärischen Beziehungen zwischen Deutschland und den USA.

Die traditionell enge wehrtechnische Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern wird unterstützt durch eine Verbindungsstelle im Raum Washington sowie eine Reihe von Verbindungsbeamten bei wichtigen Dienststellen. Im Rahmen von Austauschprogrammen wurden seit 1964 über 1.500 Angehörige des Rüstungsbereichs für jeweils ein Jahr bei den US-Streitkräften eingesetzt.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 

Zusatzinformationen:

Aktuelles

Die transatlantischen Beziehungen

Die transatlantische Partnerschaft ist neben der europäischen Integration der wichtigste Pfeiler der deutschen Außenpolitik. Die USA sind Deutschlands engste Verbündete außerhalb Europas.

Reisen des Bundesaussenministers in die USA

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