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Landesflagge Tuvalu
Wirtschaft

Stand: November 2009

Allgemeine Wirtschaftslage

Geografische Isolation, der Mangel an Rohstoffen und qualifizierten Arbeitskräften sowie der kostspielige Zugang zu internationalen Märkten erschweren die wirtschaftliche Entwicklung Tuvalus. Tuvalu wird von den Vereinten Nationen in der Liste der am wenigsten entwickelten Länder (LDC) aufgeführt. Die VN haben jedoch angekündigt, noch in diesem Jahr die Einstufung Tuvalus als LDC zu überdenken.

Tuvalus Wirtschaft wächst jährlich im Durchschnitt real um etwa 3% (Schätzung 2006). Dieses Wachstum ist vor allem auf die Entwicklung des öffentlichen Sektors, aber auch der Wirtschaftszweige Bau, Finanzen und Immobilien, sowie auf den Verkauf der Internetdomain dotTV zurückzuführen.

Tuvalu hat sich die Zuteilung der gut vermarktbaren Internetdomain ".tv" zu Nutze gemacht, indem es Nutzungsrechte für 12 Jahre an das kalifornische Unternehmen Idealab für ca. 55 Mio. NZD verkauft hat und selber 20% der Anteile an dem "dotTV" Unternehmen behielt.

Der Landwirtschaftssektor, der fast ausschließlich für den Eigenbedarf produziert, hatte 2002 einen Anteil von 16,6% am BIP. Das verarbeitende Gewerbe trug 14,8% bei und die Dienstleistungen - vor allem der öffentliche Bereich (60%) - hatten mit 68,6% den größten Anteil am BIP.

Tuvalus Exportbasis ist sehr klein. Wichtige Exportgüter sind Kopra und Fisch, Briefmarken sowie einfache Holzprodukte. Wichtige Importgüter sind Nahrungsmittel, Maschinen, Brennstoffe und Werkzeuge. Das Handelsbilanzdefizit vergrößert sich kontinuierlich, da Importe ansteigen und Exporte rückläufig sind. Durch den Verkauf von Fischerei- und dotTV-Internetlizenzen sowie Transferzahlungen (USD 3,4 Mio. ca. 20% des BIP) von im Ausland lebenden Tuvaluern konnte die Handelsbilanz bisher ausgeglichen werden. Die wichtigsten Handelspartner sind Fidschi, Australien, Japan, Deutschland und Neuseeland.   

Tuvalu besitzt eine Zentralbank, die von der Regierung kontrolliert wird. Die Inflationsrate lag 2007 bei 5,6% und damit ca. 2% höher als in den Vorjahren. Tuvalu kann seit Jahren einen Haushaltüberschuss vorweisen, jedoch steigen die Staatsausgaben kontinuierlich. Die Regierung ist daher bemüht, die Ausgaben zu reduzieren.

Tuvalu verwaltet seine Devisenreserven in einem Offshore-Fonds, dem 1987 von den Regierungen Neuseelands, Australiens, Großbritanniens und Tuvalus mit 27 Mio. NZD aufgelegten Tuvalu Trust Fund (TTF). Dessen Wert betrug 2008 etwa 104 Mio. AUD. Dieser Fonds wird international als Vorbild für andere bedürftige Entwicklungsländer gelobt.

Eine Herausforderung bleibt das Wirtschaftsgefälle zwischen der Hauptinsel Funafuti und den anderen Inseln des Archipels. Es soll unter anderem durch Förderprojekte, finanziert aus dem 1999 etablierten Falekaupule Trust Fund, verringert werden. 2001 betrug der Marktwert des Fonds A$ 8,2 Mio.

Verkehrswesen

Die isolierte geographische Lage und die beträchtlichen Entfernungen zwischen den einzelnen Inseln machen jede Form von Transport schwierig und kostspielig. Ein Schiffs-Zubringerdienst verbindet Tuvalu in sechswöchigem Abstand mit dem Liniendienst der Pacific Forum Line. Tuvalu verfügt über zwei kleinere Frachtschiffe, die von Großbritannien geliefert wurden und die laufende Versorgung des Landes aufrechterhalten. Von Fidschi aus wird Tuvalu dreimal wöchentlich angeflogen. Größere Düsenflugzeuge können aufgrund der kurzen Landebahn nicht zum Einsatz kommen. Straßenverkehr spielt auf Tuvalu bisher kaum eine Rolle. Seit 2002 gibt es eine 8 km lange asphaltierte Straße.

Telekommunikation

Es besteht internationale Telefon- und Telefax-Direktwahl mit der Hauptinsel Funafuti. Die äußeren Inseln können nur über Funk erreicht werden.

Umweltbedingungen

Fehlendes Grundwasser und mangelnde Speicherkapazitäten führen hauptsächlich auf dem Atoll Funafuti zu Problemen bei der Süßwasserversorgung. Auf dem Atoll mit 2,36 qkm Fläche leben über 4.000 Einwohner. Die Abwasserentsorgung, die trotz Aufnahme in die Prioritätenliste der Regierung nicht ausreichend gelöst ist, stellt auf den äußeren Inseln ein erhebliches Gesundheitsproblem dar. Schwierig ist auf den stärker besiedelten Inseln auch die Abfallentsorgung. Verschiedene Projekte internationaler Organisationen (WHO, UNDP) zur umweltschonenden Abfallentsorgung befinden sich in der Anfangsphase. Die EU führt ein Küstenschutzprojekt in Tuvalu durch.

Eine Besonderheit Tuvalus ist, dass kein Teil des Landes höher als 4-5 Meter über dem Meeresspiegel liegt. Im Hinblick auf den vermutlich auf die globale Erderwärmung zurückzuführenden Anstieg des Meeresspiegels kann dies gravierende Auswirkungen haben. Es sind erste Beeinträchtigungen des landwirtschaftlichen Anbaus durch Versalzung festzustellen. Stürme richten zunehmend schwere Schäden an. Für Tuvalu stellt der globale Klimawandel daher eine unmittelbare Bedrohung dar. Im April 2007 wurde der kleine Staat Opfer massiver Überflutungen, die Ernten und Infrastruktur ruinierten. Die Regierung appelliert zusammen mit anderen kleinen Inselstaaten regelmäßig an die Industrieländer, ihre Emissionen zu reduzieren und das Kyoto-Protokoll zu ratifizieren. Experten prognostizieren den Untergang Tuvalus innerhalb der nächsten 50 Jahre. Diese Vorhersage hat in den letzten Jahren zu Debatten über mögliche Auswanderungsziele (besonders Neuseeland) geführt.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 

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