Turkmenistan
Wirtschaftspolitik
Stand: Dezember 2009
Wirtschaftliche Grundlagen
Auch nach dem Tod von Staatspräsident Nijasow im Dezember 2006 und der Übernahme durch Präsident Berdimuhamedow ist die Wirtschaftspolitik geprägt von Staatsbetrieben, insbesondere im Öl- und Gasbereich. Der Grundsatz der freien Marktwirtschaft ist durch die Reformen von 2008 in die Verfassung aufgenommen worden. Bemühungen des Präsidenten zur Reform der turkmenischen Wirtschaft sind vielfältig und sehen insbesondere einen Modernisierungsplan für 2020 vor. Unsichere rechtliche Rahmenbedingungen, Korruption, isolationistische Denkweise, fehlende regionale Zusammenarbeit, Ineffizienz, Unflexibilität, fehlende Transparenz staatlichen Handeln und ständiger Personalwechsel in Führungspositionen sind dauerhafte Hindernisse der wirtschaftlichen Entwicklung und der makroökonomischen Reformen. Die Erschließung des Marktes gestaltet sich für ausländische Investoren dementsprechend schwer.
Im Jahr 2008 hat Turkmenistan eine Währungsreform durchgeführt und den Schwarzmarktkurs für seine nationale Währung Manat beseitigt. Seit 1. Mai 2008 gibt es einen konsolidierten einheitlichen Wechselkurs zum US-Dollar (14250 Manat = 1 US-Dollar). Zum 1. Januar 2009 fand- als Abschluss der Reform eine Denomination des Manats statt (1 US-Dollar entspricht 2,85 Manat, seither fester Wechselkurs) .
Rohstoffe
Hauptwirtschaftszweige sind die Erdgas- und Erdölförderung sowie der Anbau von Baumwolle und Weizen. Andere Produktions- und Wirtschaftszweige sind nur marginal am Bruttoinlandsprodukt beteiligt. Der Privatsektor und die unternehmerische Eigeninitiative der Bevölkerung beschränken sich weitgehend auf das Basargewerbe und den Kioskhandel mit Nahrungsmitteln.
Außenhandel
Die turkmenische Wirtschaft ist durch Erdgas- und Ölförderung sowie den Anbau von Baumwolle geprägt. Sie ist damit sehr stark export- und devisenabhängig. Gazprom und Iran sind grundsätzlich Hauptabnehmer turkmenischen Gases. Im Jahr 2009 erfolgte allerdings ein Abnahmestopp durch Gazprom. Stattdessen orientiert sich Turkmenistan zunehmend nach China. Ab 2010 soll Gas nach China geliefert werden.
Die wichtigsten Einfuhrgüter sind Konsumgüter (Lebensmittel, Medikamente etc.) sowie Industriegüter, insbesondere Chemieprodukte, Baumaterial, Maschinen und Ausrüstungsgüter. Ausländische Investitionen bestehen wegen des ungünstigen Umfeldes nur in geringem Umfang, insbesondere jedoch im Öl-/Gasbereich.
Hinweis
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.