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Landesflagge Turkmenistan
Kulturpolitik

Stand: Dezember 2009

Leitlinien der Kulturpolitik

Die turkmenische Kulturpolitik war bis zum Tod von Präsident Nijasow am 21.12.2006 durch die Besinnung auf die Werte turkmenischer Kultur und Tradition ("Bewegung für nationale Wiedergeburt") geprägt. Alle Bereiche - Literatur, Musik, Tanz, Kleidung und Schulbildung - sollten sich an nationalen Werten ausrichten und erhielten 2001 mit dem vom ehemaligen Präsidenten verfassten Moral- und Sittenkodex "Ruhnama" (Seelenbuch) einen formellen Rahmen. "Ruhnama" wurde zum Pflichtfach an allen Schulen und Hochschulen. Die neue Staatsführung unter Präsident Gurbanguly Berdimuhamedow hat diese thematische Ausrichtung zurückgefahren. Der Personenkult um den ehemaligen Präsidenten ist wesentlich abgeschwächt worden.

1996 wurde Turkmenisch (mit lateinischem Alphabet) zur offiziellen Staats- und Verwaltungssprache erhoben und Anfang 2000 durch Präsidialverordnung zur alleinigen Sprache des öffentlichen Lebens erklärt. Russisch wird immer mehr in den Hintergrund gedrängt.

Bildung und Wissenschaft

Das turkmenische Bildungssystem war bis zum Tod von Präsident Nijasow durch eine starke Verkürzung der Ausbildungszeiten an Schule und Universität gekennzeichnet. Seit 2002 umfasste die allgemeine Schulbildung nur noch 9 Schuljahre. Vor dem Eintritt in die Universität waren zwei Jahre Berufserfahrung in dem angestrebten Beruf nachzuweisen. Das Studium bestand im Allgemeinen aus zwei Studien- und zwei Praxisjahren.

Unmittelbar nach den Präsidentschaftswahlen Anfang Februar 2007 wurden diese besonders unpopulären Maßnahmen rückgängig gemacht. Seit Sommer 2007 beträgt die allgemeine Schulbildung wieder 10 Jahre; das Studium umfasst bis auf Ausnahmen fünf Jahre, davon ein Praxisjahr. Das zweijährige Zwangspraktikum, das zur Aufnahme eines Studiums nachzuweisen war, wurde abgeschafft. Das eigenständige Unterrichtsfach „Ruhnama“ entfiel mit Beginn des Studienjahres 2008/2009.

2008 wurden erstmals seit 1997 wieder Promotionsstudiengänge eingerichtet. Die genaue Anzahl der Promotionsplätze ist unbekannt. Die Anerkennung ausländischer Studienabschlüsse ist noch nicht geregelt.

Die wichtigste Hochschule des Landes ist die staatliche Magtumguly-Universität in Aschgabat. Die Universität verfügt über 16 Fakultäten, darunter eine Fakultät für Fremdsprachen, an der unter anderem Englisch, Deutsch, Französisch, Persisch, Arabisch, Türkisch und Japanisch gelehrt werden.

Englisch ist zur wichtigsten Fremdsprache neben Russisch geworden und wird an allen Schulen des Landes ab der ersten Klasse unterrichtet.

An die früheren Beziehungen zu Partneruniversitäten und -institutionen im Ausland konnte bislang noch nicht in altem Umfang angeknüpft werden. Es gibt eine erste ausländische Hochschule, eine Filiale der Moskauer I.M. Gubkin Öl- und Gasuniversität, in Aschgabat . Aus deutscher Sicht ist die vor kurzem begründete Kooperation der Fachhochschule Weihenstephan mit der Landwirtschaftlichen Hochschule erwähnenswert. Seit 2007 ist der DAAD wieder in Aschgabat vertreten. Ein DAAD-Lektor unterrichtet an der staatlichen Magtymguli-Universität, die zweite DAAD-Lektorin unterrichtet am Institut für internationale Beziehungen.

Für das Jahr 2010 ist geplant, zum ersten Mal eine Schule in Turkmenistan in das PASCH-Netzwerk aufzunehmen. Die Partnerschulinitiative PASCH vereint weltweit Schulen, die Deutschunterricht anbieten und unterstützt sie durch Entsendung von Lehrern aus Deutschland, mit Unterrichtsmaterial sowie Fortbildungs- und Stipendienprogrammen für Lehrer und Schüler.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 

Zusatzinformationen:

Die EU und Zentralasien

Zentralasien gewinnt zunehmend strategische Bedeutung wegen seiner Energieressourcen, der Nähe zu Afghanistan und im Zusammenhang mit interkontinentalen Transportverbindungen.

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