Tschad
Kultur- und Bildungspolitik
Stand: Oktober 2009
Nach UNDP-Angaben (Human Development Report 2008) sind noch immer 69 Prozent der erwachsenen Bevölkerung in Tschad Analphabeten. Die bildungspolitischen Bemühungen konzentrieren sich daher in erster Linie auf den Grundschulbereich, wobei eine flächendeckende Alphabetisierung im Vordergrund steht. Dadurch konnte immerhin die allgemeine Einschulungsrate auf 71 Prozent (2007) angehoben werden; davon erreichen aber weiterhin nur durchschnittlich 31 Prozent das Ende der Grundschule. Bemühungen, auch das Sekundarschulniveau anzuheben, stehen weiter aus; die Schülerzahl in diesem Bereich erreicht derzeit knapp 50.000 landesweit. Es überrascht deshalb nicht, das Tschad beim Bildungsindex weltweit nach UNESCO-Statistik auf dem letzten Platz von 129 erfassten Ländern liegt. Auch nach UNDP-Angaben (Human Development Report) belegt der Tschad von 176 Plätzen nur den 169. Platz. N’Djamena verfügt über eine Universität, die 1999 erstmals voll ausgebildete Mediziner hervorgebracht hat. Weitere kleinere Universitäten mit bescheidenem Niveau wurden in den letzten Jahren gegründet, darunter in Abéché und Moundou; insgesamt studieren in Tschad heute rund 12.300 Studenten. Der Abschluss eines Studiums verbessert aber nicht ohne weiteres die Chancen auf dem Arbeitsmarkt; sehr viele Hochschulabsolventen finden später keinen ihrer Qualifikation entsprechenden Platz auf dem Arbeitsmarkt. Der Staat, der bisher viele dieser Hochschulabgänger aufnahm, sieht sich derzeit aufgrund der angespannten Haushaltslage dazu nicht mehr in der Lage.
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