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Landesflagge Tonga
Wirtschaft

Stand: November 2008

Rahmenbedingungen

Tonga hat eine kleine, relativ offene Wirtschaft, deren schmale Exportbasis vor allem aus landwirtschaftlichen Produkten (wie Treibhauspflanzen, Hackwurzel, Vanilleschote, Kokosnüsse, Kavapulver, Brotfrucht (Taro) und Fisch besteht. Zudem werden Bananen, Kakao, Kaffee, Ingwer und schwarzer Pfeffer angebaut. Dennoch muss ein Großteil der Nahrungsmittel aus Neuseeland, importiert werden.

Tongas Wirtschaft ist von zahlreichen unbeeinflussbaren Faktoren abhängig. Jahreszeitliche Einflüsse, wie zum Beispiel starker Niederschlag während der Regenzeit oder Naturkatastrophen, können sich auf die Landwirtschaft und den Tourismus negativ auswirken.

Die Regierung versucht, die Entwicklung des privaten Sektors zu fördern. Dennoch bleibt das Land auf Mittel aus der Entwicklungszusammenarbeit und auf Überweisungen im Ausland lebender tongaischer Verwandter (vor allem in den USA, in Neuseeland und Australien) angewiesen. Diese Abhängigkeit hat sich durch die Weltwirtschaftskrise noch verstärkt. Sie machen laut Weltbankzahlen einen Betrag in der Größenordnung des Bruttosozialprodukts aus. Neben diesen Zuwendungen ist der Tourismus die zweitgrößte Devisenquelle.

Allgemeine Wirtschaftslage

Die allgemeine Wirtschaftslage war in den letzten Jahren von einem eher schwachen Wachstum und relativ hoher Inflation geprägt. Das traditionelle Handelsbilanzdefizit wächst weiter, und die Währung (Pa'anga) erlebte in den letzten Jahren eine kontinuierliche Abwertung, die derzeit zumindest vorübergehend gestoppt scheint. 

Die Arbeitslosigkeit (2004 bei etwa 13%), vor allem unter Jugendlichen, bleibt ein Kernproblem in Tonga. Die Regierung unter Sevele versucht dieser Entwicklung entgegenzuwirken, indem sie die Privatwirtschaft durch Steuererleichterungen und die Errichtung des „National Economic Development Council“ unterstützt. Zudem werden Reformen zur Verbesserung des Wirtschaftsstandorts Tonga und der Effektivität öffentlicher Einrichtungen anvisiert.

Das Wirtschaftswachstum beträgt derzeit nach Schätzungen des IMF 2,6%. Die Inflationsrate ist von durchschnittlich 5,8% in 2007 im Juni 2009 auf 1,2% gefallen

Als Folge ausgedehnter Streiks im Jahr 2005 bewilligte die Regierung den öffentlichen Bediensteten Gehaltserhöhungen zwischen 60% und 80% über einer Periode von zwei Jahren. Dies hatte ernsthafte Auswirkungen auf die Wirtschaft. Um Kosten zu senken, wurde der öffentliche Sektor um 20% (von 5.000 auf 4.000 Beschäftige) reduziert. Im Haushaltsjahr 2005/2006 lag das Haushaltsdefizit bei 4,8% des BIP. Für 2006/2007 wurde ein Defizit von 2% angestrebt. Die Außenverschuldung belief sich 2004 auf 80 Mrd USD. Transferzahlungen im Ausland lebender Tongaer (40% des BIP) sind lebensnotwendig für Tonga, allerdings weisen aktuelle Berichte daraufhin, dass die Auslandsüberweisungen im Jahre 2009 um 10-15% gefallen sind.

2007/2008 war ein sehr schwieriges Wirtschaftsjahr für Tonga. Die politischen Unruhen am 16. November 2006 (radikalen Demokratievertretern gingen die die politischen Reformen nicht rasch genug voran) schädigten die Wirtschaft nachhaltig. An einem Tag wurden 20% des Bruttoinlandsprodukts zerstört. Dies führte nicht nur zu erheblichen Einnahmeeinbußen, sondern auch zu schwindendem Unternehmervertrauen.

Zum Wiederaufbau der Innenstadt Nuku'alofas will die Staatsbank Liquidität bereitstellen. Hierfür nutzt sie vor allem einen Kredit der chinesischen Regierung über umgerechnet ca. 35 Mio. EUR. Neuseeland wird 5 Mio. NZD (ca. 2,5 Mio. Euro) beitragen. Australien hat 5 Mio. Australische Dollar (ca. 3 Mio. Euro) bereitgestellt.

Zu den bedeutendsten Wirtschaftszweigen in Tonga zählen die Landwirtschaft und Fischerei. Im Haushaltsjahr 2003/2004 trugen diese allein mit 23% zum Bruttoinlandsprodukt bei und deckten 2007 90% der gesamten Exporte ab. 70% der Bevölkerung verdienen ihren Lebensunterhalt in der Landwirtschaft.

Der Tourismus trägt mit 15% zum GDP bei. 2004 erreichten die Besucherzahlen einen Höchststand von 41.208. Fast 70% der Touristen kamen von den Pazifischen Inseln, aus Australien und Neuseeland. Auch Amerikaner, Asiaten und 900 Deutsche besuchten Tonga. Durch den wirtschaftlichen Abschwung in Neuseeland und Australien, den Haupttourismusmärkten, ist die Anzahl der Touristen Anfang 2009 um ca. 3% zurückgegangen.

Im Jahr 2009 überstiegen die Importe in Höhe von 404,8 Mio. USD die Exporte in Höhe von 21,1 Mio USD bei weitem.

Im Jahr 2007 war Neuseeland mit 34% neben Singapur (17%), Fidschi (13%), Australien (12%), USA (10%) und China (6%) der wichtigste Importpartner. Wichtigster Exportpartner waren Neuseeland mit 33%, gefolgt von den USA (31%), Japan (13%) und Australien (7%).

Importiert wurden 2007 vor allem Brennstoffe, Nahrungsmittel, Maschinen, und technische Geräte (v.a. zur Datenübertragung), Tiere und Tierprodukte (v.a. Hammel und Geflügel). Exportiert werden neben den landwirtschaftlichen Produkten auch Chemikalien und Aquariendekoration.

Der Export tongaischer Produkte wird durch eine Reihe multi- und bilateraler Handelsvereinbarungen erleichtert. Diese gelten insbesondere im Verhältnis zur Region (South Pacific Regional Trade and Economic Co-Operation Agreement, SPARTECA), zu den USA (General System of Preferences, GSP) und zur Europäischen Union (Cotonou-Abkommen). Am 27. Juni 2007 ist Tonga der Welthandelsorganisation (WTO) beigetreten.

Die australische Meeresforschungs-Organisation „Blue Water Metals South Pacific“ beabsichtigt im Jahr 2009 65.000 m² des Meeresbodens um Tonga auf Kupfer-, Gold-, Zink- und Silbervorkommen zu prüfen. Die Firma ist auch in Papua Neuguinea, den Salomonen und Vanuatu tätig.

Infrastruktur

Die tongaische Infrastruktur ist im regionalen Vergleich relativ gut entwickelt. Tonga hat über ein modernes Satellitensystem Zugang zu internationalen Kommunikationsnetzwerken. Es besteht ein Straßennetz von 680 km, wovon 184 km asphaltiert sind. Seehäfen in Nuku’alofa, Neiafu und Pangai verbinden Tonga mit Fidschi, Samoa, Neuseeland, Australien, den USA, Japan und Europa. Zwischen den Inselgruppen verkehrt ein Fährdienst. Tonga verfügt über sechs Flughäfen. Regelmäßige internationale Flugverbindungen bestehen nach Nadi (Fidschi), Apia (Samoa), Pago Pago (Amerikanisch-Samoa), Hawaii, Wellington, Christchurch, Auckland, London, Sydney, Melbourne und Los Angeles. Seit der Liquidation der nationalen Fluggesellschaft Royal Tongan Airlines im Jahr 2004 sind es vor allem Air New Zealand, Pacific Blue, Samoa Air, Polynesian Airlines (Samoa) und Air Pacific (Fidschi), die internationale Flugverbindungen von und nach Tonga anbieten. Die nationale Flugverbindung zwischen den drei Hauptinselgruppen wird durch die in neuseeländischem Besitz befindliche Fluglinie „Chatham Airlines“ gewährleistet.

Das Stadtzentrum Nuku'alofa soll im Wiederaufbau beträchtliche modernisiert werden. Infrastrukturelle Maßnahmen bei der Kanalisation, Straßenerweiterung, verbesserte Bürgersteige und verkehrsfreie Wege sind als Teil des Plans vorgesehen.

Umweltbedingungen

Die drängendsten Probleme im Bereich des Umweltschutzes sind die Auswirkungen des Bevölkerungswachstums, die zunehmende Verschmutzung durch die Industrie, besonders durch giftige Stoffe und Abfälle, und die Abholzung der Wälder. Langfristige Gefahren gehen vom Anstieg des Meeresspiegels infolge des Treibhauseffektes und des Klimawandels aus. Verschiedene Gebiete Tongas sind offiziell als Naturschutzgebiete oder Reservate ausgewiesen, darunter der Eua National Park, das Tonga Wildlife Centre (Vogelschutzgebiet) sowie mehrere Meeresparks.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 

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