Startseite

Springe direkt zu: Seiteninhalt:, Zusatzinformationen:, Hauptmenü, Servicemenü, Suche


Landesflagge Togo
Beziehungen zu Deutschland

Stand: September 2009

Politische Beziehungen

Die Beziehungen zu Togo reichen bis zum Jahr 1884 zurück, als der Afrikareisende Gustav Nachtigal am 5. Juli 1884 mit dem lokalen König des heutigen Togoville einen Schutzvertrag für das Deutsche Reich schloss. In den folgenden Jahren dehnten die Deutschen ihren Einflussbereich immer weiter aus, bis Togo im Jahr 1899 seine heutige Gestalt mit Ausnahme eines Gebietes im Westen annahm. Dieses wurde nach einer von der dortigen Mandatsmacht Großbritannien organisierten Volksabstimmung 1956 an das heutige Ghana angegliedert.

Nach Ausbruch des ersten Weltkriegs war die deutsche Kolonie „Togoland“ schon am 25. August 1914 von britischen und französischen Truppen erobert und nach dem Ende des Kriegs zwischen Großbritannien und Frankreich aufgeteilt worden. Beiden Staaten wurde 1920 vom Völkerbund das Mandat über die Kolonie „Togoland“ übertragen. Nach der Unabhängigkeit Togos am 27. April 1960 wurden am 13. Februar 1963 die diplomatischen Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Togo aufgenommen. Die Beziehungen zwischen beiden Ländern entwickelten sich schnell und positiv und erreichten in den 1970-er und 1980-er Jahren ihren Höhepunkt.

Dabei kam und kommt Deutschland zugute, dass die Mehrheit der Togoer die deutsche Kolonialvergangenheit als positiv bewertet. Auch heute haben die meisten Togoer viel Sympathie für Deutschland. Wegen der sich infolge innenpolitischer Unruhen in Togo verschlechternden Menschenrechtssituation kühlten sich die politischen Beziehungen mit Deutschland seit Anfang der 1990-er Jahre allerdings deutlich ab. Nach den im wesentlichen freien und demokratischen Parlamentswahlen am 14. Oktober 2007 haben sich die Beziehungen wieder deutlich verbessert. In Anerkennung des 2006 nach dem Tod des langjährigen Präsidenten Eyadèma Gnassigbé im Jahr 2005 eingeleiteten Reformprozesses hat Bundesaußenminister Steinmeier Togo am 11. Februar 2008 besucht und damit die Bereitschaft zu einem Neubeginn in den bilateralen Beziehungen signalisiert. Die Bundesregierung unterstützt den begonnenen Reformprozess in Togo im Rahmen ihrer Möglichkeiten. Im Juni 2009 sattete der togoische Präsident Faure Gnassingbé Deutschland einen offiziellen Besuch ab. Er wurde hierbei von Bundespräsident Köhler und von Bundeskanzlerin Merkel empfangen. Deutschland sicherte ihm die weitere Unterstützung des Reformprozesses in Togo zu.

Entwicklungszusammenarbeit

Von 1960 bis 1991 sagte Deutschland Togo insgesamt rund 630 Millionen Euro Entwicklungshilfe zu (284 Millionen Euro Finanzielle Zusammenarbeit / 346 Millionen Euro Technische Zusammenarbeit). Seit 1984 hat Deutschland Togo rund 183 Millionen Euro Schulden erlassen. Über den möglichen Erlass der Restschulden in Höhe von ca. 28 Millionen Euro ist noch keine Entscheidung getroffen. Diese hängt - in enger Abstimmung mit den übrigen internationalen Gläubigern Togos ("Pariser Club", IWF) - von der weiteren Erfüllung der notwendigen Voraussetzung (Realisierung der IWF-Programme, "Ownership" und "Good Governance") ab.

Wichtigste Projekte der Finanziellen Zusammenarbeit waren der Tiefseehafen Lomé, Vorhaben im Bereich Strom- und Wasserversorgung sowie Straßenbau. Die deutsche technische Zusammenarbeit befasste sich mit der ländlichen Entwicklung in der Zentralregion, dem Pflanzenschutz, der Aufforstung und Holzwirtschaft, dem medizinischen Bereich, der beruflichen und fachlichen Aus- und Fortbildung sowie der Veterinärmedizin.

Infolge der unbefriedigenden innenpolitischen Situation, insbes. auf dem Gebiet der Menschenrechte, wurde die bilaterale Entwicklungszusammenarbeit mit Togo 1993 ausgesetzt. Die noch weitergeführten Projekte sind 2007 ausgelaufen. Auch die meisten anderen Geber (insbes. die EU, USA, Weltbank) stellten mit Ausnahme Frankreichs in den 1990er Jahren ihre Entwicklungszusammenarbeit mit Togo ein. Nach den international anerkannten Parlamentswahlen vom 14.10.2007 sehen die Kooperationspartner Togos die Voraussetzungen für eine eventuelle Wiederaufnahme der Entwicklungszusammenarbeit als erfüllt an.

In Togo betätigen sich deutsche kirchliche Hilfswerke, private Träger, politische Stiftungen und der Deutsche Entwicklungsdienst (DED), deren Projekte der togoischen Bevölkerung unmittelbar zugute kommen.

Kulturelle Beziehungen

Das schon 1961 vom damaligen Präsidenten Sylvanus Olympio eröffnete Goethe-Institut Lomé führt Kulturprogramme durch, bietet Deutschkurse an und unterstützt den Deutschunterricht an Schulen und der Universität Lomé. Diesen Aktivitäten wurde durch einen Brandanschlag in der Nacht vom 28. auf den 29. April 2005 jäh ein Ende gesetzt: Nach Schadensersatzleistung durch die togoische Regierung wurden sie im September 2006 wieder uneingeschränkt aufgenommen. Im Rahmen der „Aktion Afrika“ fanden vom 3. Oktober bis zum 20. Dezember 2008 deutsche Kulturwochen in Togo statt, die auf großes Interesse und viel Anerkennung stießen. Auch zum 20. Jahrestag des Falls der Berliner Mauer und zum 60. Jahrestag der Gründung der Bundesrepublik Deutschland hat das Goethe-Institut ein umfangreiches Rahmenprogramm vorbereitet.

Über die Zahl der Schulen, an denen Deutsch unterrichtet wird, liegen keine genauen Informationen vor. 2002 waren es offiziell 214. Hinzu kommen zahlreiche Privatschulen mit Deutschunterricht und seit 2008 drei sog. Partnerschulen. Für die rund 24.000 Deutschschüler stehen etwa 220 togoische Deutschlehrer zur Verfügung. Die Lehrkräfte werden durch eine Fachberaterin für Deutsch (Goethe-Institut) betreut. In der Germanistikabteilung der Universität Lomé werden 835 Germanistik-Studenten von togoischen Dozenten und einer DAAD Lektorin unterrichtet.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 

Zusatzinformationen:

Nützliche Links



Für diese Seite:


Impressum © 1995-2010 Auswärtiges Amt