Tadschikistan
Beziehungen zu Deutschland
Stand: September 2009
Politische Beziehungen
Die Bundesrepublik Deutschland hat das unabhängige Tadschikistan 1992 diplomatisch anerkannt und war bis zum Dezember 2001 als einziger Mitgliedstaat der Europäischen Union mit einer Botschaft in der Hauptstadt Duschanbe vertreten. Seitdem haben Großbritannien und Frankreich diplomatische Vertretungen eröffnet. Die Europäische Kommission ist durch einen Geschäftsträger vertreten. Deutschland hat den innertadschikischen Friedens- und Demokratisierungsprozess von Beginn an gefördert und setzt sich auch heute aktiv für den Dialog zwischen den verschiedenen Gruppierungen im Lande sowie für Rechtsstaatlichkeit und die Gewährleistung von Menschenrechten ein. Tadschikistan unterstützt die Zentralasienstrategie der EU und knüpft daran hohe Erwartungen. Im März 2003 besuchte Staatspräsident Rachmon die Bundesrepublik Deutschland. Der tadschikische Premierminister Akilow reiste im April 2006 in Begleitung einer tadschikischen Unternehmerdelegation für politische Gespräche und zur Förderung von Wirtschaftskontakten in die Bundesrepublik. Am 3. November 2006 besuchte Bundesaußenminister Steinmeier Tadschikistan im Rahmen einer Reise durch alle fünf zentralasiatischen Staaten. Mehrfach besuchte die langjährige Vorsitzende der Zentralasiatischen Parlamentariergruppe des Bundestages MdB Hedi Wegener Tadschikistan, u.a. mit Staatsminister Erler im April 2008 und der Parlamentarischen Staatssekretärin im Bundesministerium für Entwicklung und Wirtschaftliche Zusammenarbeit Kortmann im Juli 2009.
Zwischen Deutschland und Tadschikistan besteht seit Jahren eine intensive Zusammenarbeit im Rahmen der Bekämpfung von Terrorismus und grenzüberschreitender Kriminalität, insbesondere Drogenschmuggel. Tadschikistan ist hier wegen seiner 1400 km langen gemeinsamen Grenze mit Afghanistan ein besonders wichtiger Partner.
Entwicklungszusammenarbeit
Tadschikistan ist seit 2002 Partnerland der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit. Deutschland und Tadschikistan haben als Schwerpunkte Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung und Gesundheitswesen vereinbart. Außerdem unterstützt Deutschland Projekte in den Bereichen erneuerbare Energien, Grundbildung, Umwelt, Rechtsreform und Katastrophenschutz. Derzeit sind deutsche Experten von GTZ (Deutsche Gesellschaft für technische Zusammenarbeit), DED (Deutscher Entwicklungsdienst) und CIM (Centrum für internationale Migration und Entwicklung) im Rahmen der technischen Zusammenarbeit in Tadschikistan eingesetzt. Seit Aufnahme der Entwicklungszusammenarbeit hat Deutschland, einschließlich Nothilfe, rund 123 Mio. Euro zur Verfügung gestellt.
Besondere Anerkennung finden die Aktivitäten der Deutschen Welthungerhilfe (DWHH), die bereits während des Bürgerkriegs mit humanitären Hilfsprojekten aktiv war. Heute führt die DWHH zahlreiche Projekte zur ländlichen Entwicklung und zum Katastrophenschutz durch.
Als weitere deutsche Organisation ist die CARITAS Deutschland vor Ort tätig.
Kulturaustausch
Die deutsch-tadschikischen Kulturbeziehungen basieren auf dem Kulturabkommen vom 22.08.1995, das nach Ratifizierung am 18.06.2003 in Kraft getreten ist. Die Schwerpunkte der deutschen Kulturarbeit in Tadschikistan liegen auf den Gebieten Förderung der deutschen Sprache sowie der Zusammenarbeit im Schul- und Hochschulbereich. Drei aus Deutschland entsandte Lehrer arbeiten an Gymnasien in Duschanbe und Khudschand, ein DAAD-Lektor, ein DAAD-Sprachassistent und ein Lektor der Robert-Bosch-Stiftung sind an Universitäten in Duschanbe tätig. Pro Jahr werden ca. 60-70 Stipendien des DAAD, des Goethe-Instituts und des Pädagogischen Austauschdienstes vergeben. Jährlich kommt eine Gruppe von ca. 20 Deutschen zu einem vierwöchigen Tadschikisch-Sprachkurs nach Duschanbe. Die Auswanderung der ursprünglich rund 39.000 Volksdeutschen ist inzwischen abgeschlossen. Für die noch etwa 1000 verbliebenen Deutschen wurden Begegnungsstätten eingerichtet.
Zwischen Duschanbe und Reutlingen besteht eine Städtepartnerschaft. Die Stadt Reutlingen hat wiederholt Medikamente und Impfstoffe zur Bekämpfung von Epidemien gespendet und unterstützt Krankenhäuser sowie eine Schule in Duschanbe.
Hinweis
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.