Swasiland
Wirtschaftspolitik
Stand: März 2010
Bis in die 90er Jahre verzeichnete Swasiland, begünstigt durch eine investitionsfreundliche Politik, eine positive wirtschaftliche Entwicklung. So konnten Investoren gewonnen werden, die aufgrund der Embargopolitik gegenüber Südafrika dort nicht investierten, aber ein Interesse daran hatten, nach Südafrika zu liefern. Swasilands Wirtschaft erreichte in dieser Zeit beachtliche Wachstumsraten.
Seit den späten 90er Jahren haben sich die wirtschaftlichen Eckdaten deutlich verschlechtert. Dennoch zählt Swasiland weiterhin zu der Gruppe der Middle-Income Länder. Allerdings ist die Einkommensverteilung in der Bevölkerung sehr ungleich. Trotz für die Region relativ hohen Durchschnittseinkommens lebt mehr als die Hälfte der Bevölkerung unter der Armutsgrenze. Die Regierung setzt auf eine beschleunigte Heranführung der Wirtschaft an den internationalen Wettbewerb und sucht dafür Kooperation auf breiter Basis.
Die Wachstumsraten des Bruttoinlandsproduktes lagen in den letzten Jahren stets unter drei Prozent, 2009 hat die Wirtschaft sogar im Zuge der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise stagniert. Während die Wirtschaft in den letzten Jahren deutlich langsamer wuchs als die der Nachbarländer Südafrika und Mosambik, fiel der krisenbedingte Abschwung nicht so stark aus wie in Südafrika. Nach Jahren großer Haushaltsdisziplin wird es 2009 und 2010 wegen Zahlungsausfällen aus der Zollunion mit Südafrika und der Wirtschaftskrise zu erheblichen Haushaltsdefiziten kommen. Die Inflationsrate betrug 2009 etwa 7 Prozent und ist damit gegenüber 2008 (13 %) stark gefallen. Dies hängt auch mit der festen Bindung des Lilangenii Swasilands an den südafrikanischen Rand und den Entwicklungen der südafrikanischen Wirtschaft zusammen. Die Arbeitslosigkeit liegt bei etwa 40 Prozent. Viele Geber haben ihre Entwicklungshilfe für Swasiland reduziert.
Swasiland war bislang stark abhängig von den Zuckerpräferenzen (Zollvergünstigungen beim Export von Zucker) der Europäischen Union. Die Neuregelung in diesem Bereich, besonders sukzessiv erfolgende starke Preisrückgänge, wird zu Rückgängen der Exporterlöse auf dem wichtigsten Absatzmarkt, der EU, führen. Eine Abfederung dieser Auswirkungen durch Begleitmaßnahmen der Europäischen Union findet statt. Zudem nutzen Swasiland die stark gestiegenen Preise auf den globalen Zuckermärkten.
Die extrem wetterabhängige Landwirtschaft ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Dürren und Ernteausfälle haben in den letzten Jahren mit dazu beigetragen, dass rund ein Viertel der Bevölkerung dauerhaft auf Nahrungsmittelhilfen angewiesen ist. 2009 hat es zum ersten Mal seit vielen Jahren genug Niederschlag gegeben.
Auswirkungen der HIV/AIDS- und Tuberkulose-Pandemien und der spürbare Klimawandel mit der Folge längerer Trockenheitsperioden sind ungünstige Voraussetzungen für ein nachhaltig und dauerhaft höheres Wirtschaftswachstum und eine schnelle Erholung von der Wirtschaftskrise. Mittelfristig sieht die Regierung Wachstumspotential auch in der Tourismusbranche. Sie hat ein Bündel von Maßnahmen beschlossen, um verstärkt ausländische Investoren zu gewinnen.
Als Mitgliedsstaat der SADC (Entwicklungsgemeinschaft des Südlichen Afrika), wird die künftige wirtschaftliche Entwicklung Swasilands auch vom Abschluss der 'Economic Partnership Agreements' mit der EU beeinflusst werden. Swasiland ist Mitglied der Währungs- und Zollunionen des südlichen Afrika.
Hinweis
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.