Startseite

Springe direkt zu: Seiteninhalt:, Zusatzinformationen:, Hauptmenü, Servicemenü, Suche


Landesflagge Südafrika
Kultur- und Bildungspolitik

Stand: März 2010

Grundlinien der Kulturpolitik

Grundlage der neuen südafrikanischen Kulturpolitik ist das 1996 veröffentlichte "Weißbuch der Regierung über Kunst, Kultur und Kulturerbe". In ihm sind die staatlichen Grundlinien zur Schaffung der Finanzierungs- und institutionellen Rahmenbedingungen für die Förderung und den Schutz südafrikanischer Künste und Kultur sowie des kulturellen Erbes festgeschrieben. Mit Hilfe der Einrichtung "Business and Arts South Africa" soll die südafrikanische Wirtschaft zu verstärkter Förderung von Kunst und Kultur motiviert und zur Einwerbung von Sponsorenmittel für Kulturprojekte gewonnen werden. Kulturpolitik zielt auch auf Armutsbekämpfung durch Beschäftigungsförderung.

Die Rückbesinnung auf die eigene afrikanische kulturelle Identität besitzt unter dem Stichwort "African Renaissance" große Bedeutung. Die "African Renaissance" geht von der Überzeugung aus, dass der politisch gewollte Transformationsprozess der Gesellschaft auch im kulturellen Bereich zu erfolgen hat. Im Vordergrund steht dabei die Bewahrung des eigenen kulturellen Erbes. Kulturprojekten, die die afrikanische Identität betonen, wird besondere Aufmerksamkeit zuteil. Staatliche Kulturinstitutionen werden reformiert und umstrukturiert. Ziele sind dabei die Beseitigung von Strukturen aus der Zeit der Apartheid und eine Stärkung der Regionen bei der Kulturförderung.

Bildungspolitik und Erziehungswesen

Die Regierung Südafrikas versteht die Reorganisation der staatlichen Bildungspolitik und des Erziehungswesens als kulturpolitische Schlüsselaufgabe. Das durch die Apartheid-Politik nach Rassen getrennte und qualitativ differenzierte Erziehungssystem galt stets als augenfälliges Symbol für Rassismus und Unterdrückung. Im April 1994 öffneten sich die staatlichen Schulen allen Kindern. Es wurden ein einheitliches, nicht Rassen-orientiertes, Erziehungssystem und die allgemeine Schulpflicht eingeführt.

Das Erziehungsministerium setzt zur Verbesserung der Entwicklungschancen der Bevölkerung und zur Bildung der „neuen südafrikanischen Nation“ auf Curriculum- und Strukturreformen.Mit Ablauf des Monats Februar 2010 wird das Erziehungsministerium in zwei neue Ministerien geteilt: Department of Basic Education (bis einschließlich Sekundarschulabschluss: Matrik) und Department of Higher Education and Training. HIV/Aids Problematik, Schul- und Studiengebühren, Mangel an Mathematik und Wissenschafts-Lehrern sowie unzureichende Anreize für Lehrerstudium/Beruf trüben die Erfolgsaussichten vieler Schüler und Studenten. Die sprachliche Vielfalt des Landes (11 offizielle Sprachen, zudem 13 geförderte Fremdsprachen, darunter Deutsch) wird ausdrücklich bejaht ("Diversity in Unity").

Mit dem Higher Education Act leitete die Regierung 1997 die Transformation des Universitätswesens ein. Die 2004 und 2005 erfolgten Zusammenschlüsse (Reduktion von 36 auf 21 Hochschulen) von Universitäten und Fachhochschulen ("Technikons") haben das Ziel, das bisherige System, die Trennung in "weiße" und "schwarze" Universitäten, zu beseitigen. Die komplexe Transformation erfordert große Managementanstrengungen und einen längeren Atem. Ausbleibende schnelle Erfolge führen wie auch eine nicht ausreichende Studienfinanzierung zu gelegentlichen Studentenprotesten.

Sportpolitik

Die Südafrikaner sind eine begeisterte Sportnation, wobei die Ballspiele Rugby (2008 zum zweiten Mal Weltmeister) und Cricket traditionell (noch) eher von der weißen Bevölkerung, Fußball dagegen überwiegend von Schwarzen gespielt und über die Medien verfolgt wird. Ziel der Sportpolitik ist es, diese Trennung allmählich zu überwinden. Die Olympischen Spiele in Peking verliefen für Südafrika mit nur einer Silbermedaille sehr enttäuschend, umso erfolgreicher war man bei den Paralympics mit Platz sechs in der Nationenwertung mit 21 Goldmedaillen. Herausragende Sportler und Vorbilder sind behinderte Athleten wie Oscar Pistorius (Laufen) und Natalie du Toit (Schwimmen).

Südafrika ist nach Deutschland (2006) nächstes Austragungsland der FIFA-Fußball-WM 2010 („WM des afrikanischen Kontinents“). Im Juni 2009 hat Südafrika die Generalprobe für die WM, den Confederationscup, zur „fast vollen“ Zufriedenheit der FIFA ausgetragen. Zur Vorbereitung werden umfangreiche Infrastrukturmaßnahmen vorgenommen, mehrere politische Strukturen koordinieren den Vorbereitungsprozess (Lokales Organisationskomitee, interministerielles Komitee, WM2010-Abteilung im Sportministerium). Die FIFA hat DFB Schatzmeister Horst R. Schmidt als Berater für die Vorbereitungen zur WM 2010 in Südafrika ernannt. Der Neubau von fünf Stadien und die Renovierung von fünf weiteren ist größtenteils abgeschlossen. Die Nationalmannschaft „Bafana Bafana“ hat die südafrikanischen Fans durch ihre Leistungen im ConFed Cup beeindruckt, bleibt seitdem jedoch weit hinter den Erwartungen zurück

Deutschland unterstützt Südafrika seit 2006 in vielen Bereichen der WM-Organisation und darüber hinaus.

Für deutsche Fans und Interessierte hat die deutsche Botschaft in Südafrika zahlreiche Fakten rund um die Fußball-WM, die Austragungsorte und Reisetipps zusammen getragen. Alles findet sich auf der Website:

www.deutschland-suedafrika-fussball.diplo.de



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 

Zusatzinformationen:

Entwicklungszusammenarbeit

Südafrika ist Partnerland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Mehr dazu beim Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung:

Nützliche Links



Für diese Seite:


Impressum © 1995-2010 Auswärtiges Amt