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Landesflagge Südafrika
Beziehungen zu Deutschland

Stand: März 2010

Politische Beziehungen

Die bilateralen politischen Beziehungen haben sich nach dem Ende der Apartheid seit 1994 zu einer engen und vertrauensvollen Zusammenarbeit auf hohem Niveau entwickelt. In vielen Grundsatzfragen besteht eine breite Übereinstimmung. Südafrika ist für Deutschland ein besonders wichtiger politischer Gesprächspartner im Afrika südlich der Sahara. Dabei dient seit 1996 die "Deutsch-Südafrikanische Binationale Kommission" als Rahmen für die bilaterale Zusammenarbeit. Die letzte Zusammenkunft der Binationalen Kommission im Oktober 2006 in Berlin unter Vorsitz der beiden Außenminister wurde zur weiteren Vertiefung der bilateralen Beziehungen genutzt. Die nächste Runde soll im April 2010 in Pretoria stattfinden.

Die breit gefächerten und intensiven Beziehungen werden von beiden Ländern durch regelmäßige hochrangige Besuche auf politischer und parlamentarischer Ebene begleitet. Im Oktober 2007 reiste Bundeskanzlerin Merkel auf Einladung des südafrikanischen Staatspräsidenten Thabo Mbeki nach Südafrika. Neben Gesprächen mit dem Präsidenten traf die Bundeskanzlerin auch mit dem ehemaligen Präsidenten und Friedensnobelpreisträger Nelson Mandela zusammen. Präsident Mbeki kam 2006 zur Übergabe des Staffelstabes an Südafrika als Gastgeber der Fußball Weltmeisterschaft 2010 nach Deutschland und führte politische Gespräche mit dem Bundespräsidenten und der Bundeskanzlerin. Auch die beiden damaligen Außenminister kamen im März 2009 in Berlin zusammen.

Deutsche Bundesländer unterhalten enge Kontakte und Partnerschaften mit südafrikanischen Provinzen und führen dort eigene Projekte der entwicklungspolitischen und wirtschaftlichen Zusammenarbeit durch, so beispielsweise Bayern mit Gauteng und Western Cape, Baden-Württemberg mit Kwazulu-Natal, Nordrhein-Westfalen mit Mpumalanga, Sachsen mit Free State und Niedersachsen mit Eastern Cape.

Wirtschaftliche Beziehungen

Die Erfolgsgeschichte des Handels zwischen Deutschland und Südafrika wurde auch 2008 fortgeschrieben: Das Handelsvolumen betrug 2008 12,6 Milliarden Euro (2007: 11,5 Milliarden). Deutschland blieb auch 2008 der wichtigste Handelspartner Südafrikas, gefolgt von den USA und Japan. Für das abgelaufene 2009 zeichnet sich allerdings ein Wechsel in der Reihenfolge der Haupt-Handelspartner Südafrikas ab, da China – weniger betroffen von der globalen Wirtschaftskrise und dem Einbruch des Welthandels - Deutschland und die USA überholt haben könnte. Für Deutschland ist Südafrika der siebt-wichtigste Abnehmer von Waren in Übersee.

Mit knapp 4,72 Milliarden Euro (Bestand Ende 2007) ist Deutschland ein wichtiger Direktinvestor in Südafrika. Schwerpunktbranchen sind der Automobilsektor, die chemische Industrie, der Maschinenbau sowie die Elektrotechnik. Etwa 600 deutsche Firmen haben sich in Südafrika niedergelassen und beschäftigen insgesamt über 90.000 Arbeitnehmer. Einige dieser Firmen zählen zu den wichtigsten und modernsten Produktionsbetrieben des Landes. Auch wenn damit nahezu alle größeren deutschen Unternehmen in Südafrika vertreten sind, gibt es insbesondere für mittelständische Unternehmen in einem wachsenden Markt noch neue Möglichkeiten. Aber auch einige deutsche Großunternehmen erwägen eine weitere Verstärkung ihrer Aktivitäten in Südafrika.

1996 wurde die‚ Südliches Afrika Initiative der Deutschen Wirtschaft’ (SAFRI) vom Afrika-Verein, dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHT) ins Leben gerufen. SAFRI will durch sein Engagement auf das große Potenzial der Region aufmerksam machen und die deutsche Wirtschaft zu einem noch stärkeren Engagement in der Region veranlassen.

In der Entwicklungszusammenarbeit unterstützt Deutschland Südafrika in den Schwerpunkten Verwaltungsreform und Kommunalentwicklung, Umwelt, Klima, erneuerbare Energien und Förderung des Gesundheitswesen (HIV/AIDS). Deutschland ist einer der größten bilateralen Geber Südafrikas. Bei den letzten Regierungsverhandlungen im September 2008 wurden Südafrika für den Zeitraum 2008/2009 61,0 Millionen Euro für finanzielle Zusammenarbeit und 25,0 Millionen Euro für technische Zusammenarbeit zugesagt.

Große Hoffnungen richten sich in Südafrika auf die Fußball-WM 2010. Auch deutsche Unternehmen sind im Rahmen von Infrastrukturprojekten an den Vorbereitungen beteiligt. Bis 2010 sollen ca. 412 Milliarden Rand (ca. 40 Milliarden Euro) für Infrastrukturvorhaben (vor allem in den Bereichen Transport und Energie) investiert werden. Für Maßnahmen, die unmittelbar in Zusammenhang mit der WM stehen sind ca. 28-30 Milliarden Rand (ca. 2,7 Milliarden Euro) vorgesehen. Deutsche Firmen kommen insbesondere beim Stadionbau /Stadionausstattung zum Zuge.

Kulturelle Beziehungen

Grundlage der deutsch-südafrikanischen Kulturbeziehungen ist das Kulturabkommen vom 10. März 1998, in Kraft getreten im Januar 2000. Ergänzt wurde es am 17.11.2004 durch das Abkommen über Audiovisuelle Gemeinschaftsproduktionen, das am 07.01.2005 in Kraft trat. Schwerpunkte der Zusammenarbeit sind:

  • die Hochschul- und Wissenschaftskooperation,

  • der Kulturaustausch (Höhepunkt 2010: Deutschlandwochen unter dem Motto „football meets culture“ von Mai bis August 2010

  • die sportpolitische Zusammenarbeit (insbesondere Fußball-WM 2010),www.deutschland-suedafrika-fussball.diplo.de

  • die vier deutschen Auslandsschulen, die mit ihrer "Neuen Sekundarstufe" ein weltweit einmaliges Modell zur Ausbildung von Schülern aus historisch benachteiligten Bevölkerungsgruppen (meist aus Townships) anbieten,

  • der Ausbau des Deutschunterrichtes an staatlichen Schulen im Rahmen der Partnerschulinitiative (PASCH),

  • die Zusammenarbeit der Berlinale mit dem Internationalen Filmfestival Durban ("Talent Campus")

Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) ist in Johannesburg mit einem Informationsbüro/Lektorat und in Kapstadt (Willy-Brandt-Lehrstuhl) und Port Elizabeth (Lehrstuhl für Automotive Engineering) vertreten, 2009 wurden zwei Fachzentren an der Universität Western Cape eingerichtet. Das Goethe Institut unterhält in Johannesburg das Regionalinstitut für Subsahara-Afrika und unterstützt ein Goethe-Zentrum in Kapstadt. Im Rahmen des Programms zum Kulturerhalt in Entwicklungsländern fördert das Auswärtige Amt Projekte zur Bewahrung des kulturellen Erbes in Südafrika.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 

Zusatzinformationen:

Entwicklungszusammenarbeit

Südafrika ist Partnerland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Mehr dazu beim Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung:

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