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Landesflagge Sri Lanka
Beziehungen zwischen Sri Lanka und Deutschland

Stand: Juli 2009

Politische Beziehungen

Die politischen Beziehungen zwischen Deutschland und Sri Lanka sind gut.

Deutschland ist in Sri Lanka in vielfältiger Weise (Kulturinstitut, politische Stiftungen, Deutsches Archäologisches Institut, Deutscher Akademischer Austauschdienst, Südasien-Institut, Freundschaftsgesellschaften) aktiv und wird als zuverlässiger Partner geachtet und geschätzt.

Eine wesentliche Rolle spielen dabei die Handelsbeziehungen. Sri Lanka ist das einzige Land in Asien, dem die EU weitgehende Zollprivilegien ("GSP+") zugesteht, was den srilankischen Exporten vor allem von Bekleidungsartikeln auch nach Deutschland zugute kommt. Allerdings überprüft die Europäische Union derzeit, ob Sri Lanka weiter die menschenrechtlichen Voraussetzungen für diese Vorzugsgewährung erfüllt.

Gemeinsam mit seinen EU-Kollegen und mit anderen westlichen Staaten verfolgt Deutschland aufmerksam auch die Entwicklung der humanitären Lage in Sri Lanka gerade nach dem Ende des 26-jährigen Bürgerkriegs. Vor allem macht das Schicksal von 272.000 Binnenvertriebenen betroffen, die sich noch in Lagern aufhalten und nicht in ihre Heimatorte im Norden des Landes zurückkehren konnten. Über internationale Organisationen und deutsche Nichtregierungsorganisationen leistet Deutschland hier humanitäre Hilfe.

Wirtschaftsbeziehungen

Sri Lanka hat folgende Abkommen mit Deutschland geschlossen:

  • Handelsabkommen (1950, 1955, 1958)

  • Investitionsförderungs- und –schutzabkommen (2000)

  • Rahmenabkommen über Technische Zusammenarbeit (1973)

  • Luftverkehrsabkommen (1973, 1995)

  • Doppelbesteuerungsabkommen (1979)

Das seit 1975 zwischen Sri Lanka und der EU bestehende Kooperationsabkommen ist mit Wirkung vom 01.04.1995 durch ein neues Abkommen abgelöst worden. Daneben besteht ein Textilimportabkommen. 

Das bilaterale Handelsvolumen mit Sri Lanka betrug 2008: 537,2 Mio. Euro, 7,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Deutschland importiert vor allem Textilien, Tee, Kautschuk und Schmuckwaren aus Sri Lanka und exportiert Maschinen, elektrotechnische und chemische Produkte sowie Eisenwaren. Im Zuge der globalen Wirtschaftskrise ging der Warenaustausch freilich im ersten Quartal 2009 um 7,0 Prozent zurück (verglichen mit dem gleichen Zeitraum 2008); dabei gab es sogar einen leichten Zuwachs der deutschen Importe (+ 3,9 Prozent), aber einen deutlichen Rückgang der Exporte aus Deutschland nach Sri Lanka (- 30,3 Prozent). Die bilaterale Handelsbilanz ist für Deutschland seit Jahren defizitär; im ersten Quartal des laufenden Jahres machten die deutschen Ausfuhren nach Sri Lanka in Euro gar nur noch 30 Prozent der Einfuhren von dort aus.

Deutschland ist traditionell einer der wichtigsten Partner Sri Lankas im Tourismus.. Jedoch ist zunächst wegen des Tsunami, dann wegen des Bürgerkrieges und der Sicherheitslage, aber auch im Zusammenhang der globalen Entwicklungen und des internationalen Wettbewerbs ein anhaltender Abwärtstrend zu verzeichnen. Besuchten 2004 noch rund 59.000 deutsche Touristen das Land, waren es 2008 nur ca. 30.000. Die srilankische Tourismusindustrie setzt ihre Hoffnungen jetzt nach dem Sieg über die LTTE auf eine nachhaltige Wiederbelebung des Tourismus.

Etwa 120 deutsche Unternehmen haben in Sri Lanka investiert und ca. 20.000 Arbeitsplätze geschaffen. Der 1999 gegründete Sri Lanka-Germany Business Council, in dem sich deutsche und srilankische Geschäftsleute um eine Intensivierung der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Sri Lanka bemühen, zählt 62 Mitglieder.

Entwicklungszusammenarbeit

Deutschland ist seit Ende der 1950-er Jahre einer der wichtigsten bilateralen Geber Sri Lankas. Die Gesamtzusagen für Entwicklungszusammenarbeit belaufen sich bis einschließlich 2004 auf 381,5 Mio. Euro für Technische Zusammenarbeit (TZ) und 717,3 Mio. Euro für Finanzielle Zusammenarbeit (FZ). Die letzten regulären Zusagen betrugen 21,5 Mio. Euro (TZ) und 17,3 Mio. Euro (FZ) für 2003 und 2004.

Nach dem Tsunami wurden 2005 neben Nothilfemaßnahmen von 10 Mio. Euro der Regierung Sri Lankas 85 Mio. Euro (davon 49 Mio. Euro FZ und 36 Mio. Euro TZ) Wiederaufbauhilfe zugesagt, die später noch aufgestockt wurden. Damit beläuft sich die gesamte Sri Lanka Tsunami-Hilfe aus EZ-Mitteln der Bundesregierung auf über 100 Mio. Euro. Das Tsunami-Hilfsprogramm wurde inzwischen vollständig umgesetzt. Damit wurde Hunderten von Menschen durch Häuser- und Infrastrukturbau, Kleinstkreditvergabe sowie Fischerei- und Gewerbeförderung wieder eine tragbare Zukunftsperspektive gegeben.

Die 2006 wieder aufgeflammten Auseinandersetzungen und schließlich der voll ausgebrochene Krieg mit der LTTE verschlechterten die Bedingungen für langfristige EZ zusehends. Schließlich erfolgte unter Berücksichtigung der politischen und militärischen Situation Ende 2007 eine grundlegende Umstrukturierung der EZ. ‚Konflikttransformation’ wurde neuer und einziger Schwerpunkt der bilateralen Kooperation. Laufende Vorhaben aus dem Tsunamikontext z.B. zur psychologischen Betreuung von Katastrophenopfern wurden dem Schwerpunkt zugeordnet, ein TZ-Vorhaben der Förderung von zivilgesellschaftlichen Friedensinitiativen ausgebaut und verlängert. Dafür wurden 1,5 Mio Euro zur Verfügung gestellt. Gleichzeitig wurden zur Linderung der Not von nahezu 300.000 Inlandsvertriebenen Nothilfemittel des Auswärtigen Amtes und des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung in Höhe von 5,3 Mio Euro an humanitäre Hilfsorganisationen und die VN überwiesen.

Die Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Wieczorek-Zeul, hat im Anschluss an das Kriegsende weitere 5 Mio Euro Nothilfemittel zugesagt. Sie sollen zur Normalisierung der Lebenssituation der vorläufig in Lagern untergebrachten Vertriebenen eingesetzt werden bzw. dienen der Unterstützung bei der Wiederansiedlung.

Trotz der militärischen Niederringung der LTTE im Mai 2009 hat sich wenig an der schwierigen Situation für langfristige Entwicklungsprojekte geändert. Deshalb werden Konflikttransformation und Nothilfe bis auf Weiteres den Fokus des deutschen Kooperationsengagements in Sri Lanka bilden.

Kulturelle Beziehungen

In Colombo gibt es ein Goethe-Institut, das neben Sprachkursen vielseitige Kulturprogramme anbietet und über eine gut sortierte Mediathek mit deutschen Büchern, CDs und Spielfilmen verfügt.

In Sri Lanka sind von den politischen Stiftungen die Friedrich-Ebert-Stiftung und die Friedrich-Naumann-Stiftung vertreten. Sie tragen durch vielfältige Programme zu den politischen, wirtschaftlichen, kulturellen und Medienbeziehungen bei.

Die Deutsche Welle, die im Osten Sri Lankas (Trincomalee) eine Relaisstation unterhält, unterstützt die staatliche "Sri Lanka Broadcasting Corporation" und private Rundfunkanstalten durch Ausbildungsmaßnahmen. Über die Friedrich-Ebert-Stiftung wurde ein modernes Fernsehausbildungszentrum erstellt. Ein bedeutendes gemeinsames archäologisches Grabungsprojekt im "Kulturdreieck" wurde nach vierjähriger Dauer 1992 abgeschlossen. Weiter unternehmen deutsche Wissenschaftler jährliche Ausgrabungen im Gebiet Tissamaharana im Süden des Landes.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 

Zusatzinformationen:

Entwicklungszusammenarbeit

Sri Lanka ist Partnerland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Mehr Informationen finden Sie beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

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