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Landesflagge Sierra Leone
Wirtschaft

Stand: Januar 2010

Wirtschaftslage

Nach dem Niedergang des Landes während der Bürgerkriegsjahre ist seit 2002 eine allmähliche Erholung der Volkswirtschaft zu verzeichnen. Dennoch belegt Sierra Leone auch im Jahre 2009 (basierend auf Daten des Jahres 2007) nur den drittletzten Platz unter den 182 Ländern im Human Development Index (HDI) der Vereinten Nationen. Das Bruttosozialprodukt betrug 2009 ca. 1,9 Mrd US-Dollar (Schätzung Economist Intelligence Unit EIU), dies entspricht bei einer Bevölkerung von 5,7 Millionen etwa 330 US-Dollar pro Kopf. Dabei leben rund 70 Prozent der Bevölkerung unter der Armutsgrenze von einem US-Dollar pro Tag. Das wirtschaftliche Wachstum lag in den Jahren nach dem Bürgerkrieg bei sechs bis sieben Prozent und sank 2009 infolge der Weltrezession auf nur vier Prozent.

Bedeutung der Landwirtschaft

Die landwirtschaftliche Produktion hat mit der Rehabilitierung von landwirtschaftlichen Nutzflächen und der Rückkehr der Flüchtlinge wieder zugenommen. Nach Angaben der "Food and Agricultural Organisation", FAO, wurde beim Reisanbau das Vorkriegsniveaus inzwischen wieder erreicht. Schätzungsweise zwei Drittel der Bevölkerung lebt unmittelbar von der Landwirtschaft (Subsistenzwirtschaft), in der etwa die Hälfte des Nationalprodukts erwirtschaftet wird. Auch beim Anbau der traditionellen landwirtschaftlichen Exportgüter Kakao und Kaffee ist in den letzten Jahren eine Erholung zu verzeichnen.

Investitionsbedingungen

2004 wurde ein neuer Investment Code (Investment Promotion Act) verabschiedet, mit dem bessere Rahmenbedingungen für den Privatsektor und potenzielle Investoren geschaffen werden sollen. Im November 2009 fand in London ein internationales Investoren- und Gebertreffen statt, auf dem erstmals potente Investoren im Agrar- und Bergbausektor ihr Interesse an Sierra Leone anmeldeten. Ein vor der Küste des Landes entdecktes Ölfeld sowie umfangreiche Eisenerzlager scheinen für die Zukunft internationale Investitionen und somit Arbeitsplätze und Einkommen für die Bevölkerung zu versprechen. Daneben nehmen auch die traditionellen Bergbaubereiche Diamanten und Gold ihre Tätigkeit wieder auf. Das Fehlen einer öffentlichen Elektrizitäts- und Wasserversorgung sowie die desolaten Verkehrswege behindern jedoch noch immer die Entfaltung wirtschaftlicher Aktivitäten. Mit der Inbetriebnahme des seit Jahrzehnten im Bau befindlichen Bumbuna-Wasserkraftwerkes konnte die Regierung Koroma im November 2009 einen wichtigen Schritt in der Verbesserung der nationalen Infrastruktur vollenden.

Außenhandel / Handelsbilanz

Der Außenhandel bewegt sich gemessen am Vorkriegsniveau noch auf schwachem Niveau, konnte aber in den letzten Jahren stetig gesteigert werden. Nach Schätzung der EIU beliefen sich die Einfuhren 2009 auf 372 Millionen US-Dollar (darunter Nahrungsmittel und Treibstoffe), die Ausfuhren auf 205 Millionen US-Dollar (überwiegend Diamanten und Rutil, aber auch Kakao). Haupthandelspartner sind Belgien (Diamantenbörse Antwerpen), die USA und China. Im Handelsbilanzdefizit schlägt sich nicht zuletzt auch die Tatsache nieder, dass die Produktion im kapitalintensiven industriellen Bergbau (insbesondere Rutil) bisher noch nicht wieder voll aufgenommen wurde. Im Diamentensektor stiegen Produktion und Ausfuhren seit 2003 wieder deutlich an. Die Diamantenexporte konnten 2007 auf 168 Millionen US-Dollar gesteigert werden.

Exporte aus Deutschland nach Sierra Leone sind seit Beendigung des Bürgerkrieges Anfang 2002 wieder angestiegen, schwanken jedoch von Jahr zu Jahr stark: nach einem Anstieg auf 83,4 Millionen Euro im Jahre 2005 sanken sie im Jahre 2008 auf nur noch 10,0 Millionen Euro. Demgegenüber sind die (ohnehin niedrigeren) Importe aus Sierra Leone nur geringfügig von 22,9 Millionen Euro (2005) auf 10,4 Millionen Euro (2008) gesunken.

Die weiter stark defizitäre Leistungs- und Handelsbilanz verfestigt die Abhängigkeit Sierra Leones von Krediten und Zuschüssen ausländischer Geber (vor allem Weltbank, Europäische Entwicklungsbank und Afrikanische Entwicklungsbank). Entlastung brachte Sierra Leone ein im Rahmen der "Kölner Schuldeninitiative" im März 2002 vereinbarter Schuldenerlass, zu dem auch Deutschland mit knapp 18 Millionen Euro einen substanziellen Beitrag geleistet hat.



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Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 

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