Sierra Leone
Außenpolitik
Stand: Januar 2010
Die internationale Staatengemeinschaft hat bei der Beendigung des über zehn Jahre andauernden Bürgerkriegs eine entscheidende Rolle gespielt. Die Entsendung einer Friedenstruppe der Vereinten Nationen (UNAMSIL) auf Beschluss des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen hat nach anfänglichen Schwierigkeiten maßgeblich zur Friedenskonsolidierung und Wiederherstellung der Sicherheit im Lande beigetragen. Das Mandat von UNAMSIL endete am 31. Dezember 2005. Ende 2005 haben die letzten Blauhelmsoldaten der anfangs 17.500 Soldaten umfassenden VN-Mission Sierra Leone verlassen. Die Vereinten Nationen bleiben jedoch weiter maßgeblich in Sierra Leone engagiert. Seit dem 1. Oktober 2008 fungiert ein „Integrated Peacebuilding Office“ (UNIPSIL) unter der Leitung eines Sondergesandten der Vereinten Nationen als Koordinierungsstelle für den friedlichen Wiederaufbau des Landes.
Am 18. Januar 2002 hatte Präsident Kabbah das offizielle Ende des seit 1991 geführten Bürgerkrieges verkündet. Nach Beilegung des Bürgerkrieges in Liberia und dem Amtsantritt der neu gewählten liberianischen Präsidentin haben sich die bilateralen Beziehungen in den letzten Jahren intensiviert. Die Beziehungen zum anderen Nachbarland Guinea sind jedoch infolge des dortigen Militärputsches seit Ende 2008 belastet. Sierra Leone setzt sich für eine Wiederbelebung der 1973 gegründeten Mano-River-Union (MRU), ein, die ihr Sekretariat in Freetown hat. Seit dem Ende des Bürgerkrieges in Liberia haben mehrere Gipfeltreffen der Präsidenten von Sierra Leone, Liberia und Guinea stattgefunden; die ersten Auslandsreisen des neu gewählten Präsidenten Koroma gingen in die beiden Nachbarländer. Im Mai 2008 wurde Cote d’Ivoire als viertes Mitgliedsland in die MRU aufgenommen.
Sierra Leone ist Mitglied der 1975 gegründeten Westafrikanischen Regionalorganisation ECOWAS, der mittlerweile 15 Mitgliedstaaten angehören. Sierra Leone engagiert sich in Fragen der Sicherheit, Friedenskonsolidierung und Krisenbewältigung für eine intensive Zusammenarbeit im Rahmen von ECOWAS. Auch innerhalb der Afrikanischen Union (AU) hat Sierra Leone in den vergangenen Jahren sein Engagement erhöht; derzeit hält es den Vorsitz des AU-Komitees für die Reform der Vereinten Nationen.
Wichtigster politischer Partner Sierra Leones ist die ehemalige Kolonialmacht Großbritannien, das sich dem Land aus historischen Gründen in besonderem Maße verpflichtet fühlt. Großbritannien ist der mit Abstand wichtigste bilaterale Entwicklungspartner und unterstützt mit erheblichem Aufwand die Ausbildung und Ausrüstung der Polizeikräfte und den Wiederaufbau der Armee. Große Botschaften unterhalten auch die USA und China.
Hinweis
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