Senegal
Kulturpolitik
Stand: Oktober 2009
Die senegalesische Kultur wird vor allem von afrikanischen Traditionen und vom Islam geprägt. Der westlich-französische Einfluss hat Bedeutung für das gesamte Land im Wesentlichen über den französischsprachigen Schulunterricht und ist ansonsten weitgehend auf die Städte begrenzt. Der Senegal orientiert sich auch in der Kulturpolitik stark am französischen Vorbild.
Das Erziehungswesen ist gekennzeichnet durch eine zunehmende Diskrepanz zwischen dem niedrigen Bildungsstand der Mehrheit der Bevölkerung einerseits (rund 60 Prozent Analphabeten) und einem Hochschulwesen auf relativ hohem Niveau andererseits. Dem Bildungssektor wird deshalb bei der Armutsbekämpfungsstrategie höchste Priorität eingeräumt. Im Rahmen des noch laufenden Zehnjahresprogramms Erziehungs- und Bildungswesen PDEF (Programme décennal de l’éducation et de la formation) wurden zahlreiche infrastrukturelle Verbesserungen geschaffen und die Einschulungsquote verbessert. Der Erziehungssektor bleibt jedoch mit großen Problemen und einem hohen Unruhefaktor belastet.
Auch wenn Französisch Amts- und Schulsprache ist, wird es doch weiter zugunsten der nationalen Sprachen, insbesondere der weit verbreiteten Verkehrssprache Wolof, zurückgedrängt. Neben den laizistischen öffentlichen Schulen gewinnen Koranschulen an Bedeutung.
Das kulturelle Leben in Senegal, das sich stark auf Dakar konzentriert, bleibt nicht von den allgemeinen wirtschaftlichen Schwierigkeiten verschont und ist weitgehend auf die Unterstützung durch die Gebergemeinschaft angewiesen. Dennoch ist das kulturelle Leben sehr vital und wichtig für das Kulturschaffen Westafrikas. So zieht die Biennale afrikanischer zeitgenössischer Kunst DAK'ART zahlreiche Besucher aus allen Kontinenten an. Neben der bildenden Kunst hat der Senegal vor allem in der Literatur, im modernen afrikanischen Tanz, afrikanischer Popmusik sowie im Film beachtliche Leistungen aufzuweisen.
Die Medienlandschaft ist sehr vielfältig. Es existiert eine große Zahl unabhängiger Zeitungsorgane. Hinzu kommen im städtischen und ländlichen Raum ausstrahlende Radiosender und in geringerem Maße TV-Angebote. Einige Mediengruppen bieten außerdem online-Auftritte an.
Hinweis
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