Senegal
Außenpolitik
Stand: Oktober 2009
Grundlinien der Außenpolitik
Senegal verfolgt einen ausgleichenden außenpolitischen Kurs auf der Grundlage traditioneller Verbundenheit mit den westlichen Demokratien. Politische Stabilität, das hohe Ansehen seiner bisherigen Präsidenten und seine aktive Mitwirkung in zahlreichen internationalen Organisationen und Konferenzen haben das Land zu einem geachteten Meinungsführer in der Dritten Welt gemacht. Die Teilnahme Präsident Wades an mehreren G8-Gipfeln, zuletzt in L'Aquila, Italien (2009) bestätigte und verfestigte diese Position.
Senegal bemüht sich um die Wahrung einer Balance zwischen Drittwelt-Solidarität und den Interessen seiner verschiedenen Geber. Multilaterale Geber Senegals sind die Europäische Union, der Internationale Währungsfonds und die Weltbank. Unter den bilateralen Gebern steht nach wie vor an erster Stelle Frankreich, weitere bilaterale Geber sind unter anderem die Vereinigten Staaten und Deutschland.
In den Außenbeziehungen dominiert das enge Verhältnis zu Frankreich, um dessen Pflege sich Senegal sehr bemüht. Mit der Europäischen Union sowie den USA und Kanada wurde die Zusammenarbeit verstärkt. Gleichzeitig sucht Senegal die Nähe finanzkräftiger arabischer Golfanrainerstaaten und die entwicklungspolitische Unterstützung durch die VR China. Am 13.03.08 fand in Dakar der Gipfel der Organisation der Islamischen Konferenz statt, deren Präsident der senegalesische Staatspräsident Wade für die kommenden drei Jahre sein wird. Wirtschaftliche Kooperation und regelmäßige politische Gespräche werden auch mit Iran gepflegt.
Afrika-Politik
Wichtigste afrikapolitische Anliegen Senegals sind die afrikanische Einheit und die westafrikanische regionale Integration. Dabei setzt der Senegal besonders auf den Ausbau der 1994 gegründeten Westafrikanischen Wirtschafts- und Währungsunion UEMOA (Union Economique et Monétaire Ouest-Africaine), die eine Zollunion eingerichtet hat und einen gemeinsamen Markt nach EU-Vorbild anstrebt. Die Zusammenarbeit mit der umfassenderen Regionalorganisation CEDEAO (Communauté Economique des Etats de l’Afrique de l’Ouest) hat sich besonders seit dem senegalesischen Vorsitz in dieser Organisation im Jahr 2002 wieder verstärkt.
Präsident Wade war Mitinitiator von NEPAD (New Partnership for Africa’s Development), einer Reforminitiative afrikanischer Staaten.
Beziehungen mit den Nachbarstaaten
Seit Beendigung des Bürgerkrieges in Guinea-Bissau unterhalten beide Länder gute Beziehungen zueinander. Guinea-Bissau spielt eine wichtige Rolle bei der Lösung des Casamance-Konfliktes. Präsident Wade war bei der Vereidigung des neuen Präsidenten von Guinea-Bissau, Malam Sanhà im September 2009 in Bissau.
Gambia wird immer wieder der Zusammenarbeit mit der Separatistenbewegung in der Casamance verdächtigt. Die Beziehungen zwischen beiden Ländern bleiben - nicht zuletzt bedingt durch die geographische Lage Gambias inmitten des Senegal - sensibel.
Das Verhältnis zu Mauretanien hat sich nach Streitigkeiten Anfang 1999 normalisiert.
Beziehungen zur islamischen Welt und zu Israel
Die Beziehungen zur islamischen Welt haben sich in den letzten Jahren verstärkt, besonders zu Marokko, Saudi-Arabien, Libyen, Iran und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Senegal war 2008 Gastgeber für das Gipfeltreffen der Islamischen Konferenz-Organisation (OIC) .
Im Rahmen seiner ausgewogenen Politik pflegt der Senegal auch gute Beziehungen zu Israel, mit dem das Land 1994 die diplomatischen Beziehungen wieder aufgenommen hat.
Außenpolitische Aktivitäten im multilateralen Rahmen
Eine konstruktive Rolle spielt der Senegal auch im multilateralen Rahmen der Vereinten Nationen und der Islamischen Konferenz-Organisation. Senegalesische Truppen haben an zahlreichen VN-Friedensmissionen teilgenommen (darunter Liberia, Ruanda, Kuwait, Bosnien, Somalia, Libanon, Zentralafrikanische Republik, Demokratische Republik Kongo, Sudan und Côte d’Ivoire).
An der Friedenstruppe der Afrikanischen Union in Darfur/Sudan (AMIS) war der Senegal mit über 500 Mann beteiligt. Der Senegal stellt auch Truppen für die UNAMID Mission.
Senegal setzt sich für eine Stärkung der Rolle der Vereinten Nationen ein und unterstützt die Bemühungen um eine Reform der Vereinten Nationen einschließlich des Sicherheitsrates.
Darüber hinaus bemüht sich Senegal, sein Profil als Ausrichtungsort Internationaler Konferenzen zu stärken.
Im April 2007 fand eine Konferenz der Stockholmer Vertragsstaaten statt.
Mitte März 2008 fand nach mehrfacher Verschiebung der Gipfel der Islamischen Konferenz-Organisation in Dakar statt.
Hinweis
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.