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Landesflagge Schweden
Wirtschaft

Stand: März 2010

Wirtschaftsstruktur

Die schwedische Volkswirtschaft ist stark exportorientiert und geprägt durch einige große, global ausgerichtete Unternehmen wie Ericsson, Volvo, Saab (nicht PkW), ABB, Electrolux, Ikea, SKF oder AstraZeneca. Das Spektrum international leistungsfähiger Branchen reicht von der Holz-, Zellstoff- und Papierindustrie, der verarbeitenden Industrie (Fahrzeuge, Elektrotechnik, Pharma, Wehrtechnik) bis hin zur Informationstechnologie, Biotechnik und regenerativen Energien. Wichtigste Handelspartner Schwedens sind Deutschland, die USA und die nordischen Länder.

Der schwedische Staat spielt im Wirtschaftsleben des Landes eine starke Rolle: Die Umsatz- und die Einkommensteuer sind höher als in Deutschland, die Körperschaftssteuern jedoch niedriger. Die Ausgaben des Staates für Güter und Dienste machen mehr als 30 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) aus; die Schwerpunkte liegen auf den Bereichen Bildung, Erziehung und Gesundheitswesen. Über 20 Prozent des BIP wurden in der Vergangenheit als direkte Transferzahlungen zur sozialstaatlichen Umverteilung verwandt.

Strukturelle Stärken der schwedischen Volkswirtschaft sind eine gut ausgebaute Infrastruktur (öffentliche Güter und IT), eine hohe Investitionsbereitschaft in Humankapital, Forschung und Entwicklung sowie die moderate Besteuerung von Unternehmen. Ihre Schwächen: eine relativ hohe verdeckte Arbeitslosigkeit in Folge einer hohen Zahl Langzeitkrankgeschriebener und Frührentner, sowie ein überhöhtes Preisniveau durch die Marktmacht weniger großer Firmen (Bau, Lebensmittel) und staatlicher Monopole (Alkohol).

Die Krise eines über Jahrzehnte gewachsenen Wohlfahrtsstaates ("Volksheim") in den 1990er Jahren löste eine von Sozialdemokraten und Bürgerlichen im Konsens getragene finanzpolitische Wende aus, die zu einer deutlichen Stabilisierung der öffentlichen Haushalte führte. Bis 2008 schlossen die öffentlichen Haushalte regelmäßig im Plus ab. Die Finanz-und Wirtschaftskrise hat Schweden jedoch deutlich betroffen und seit 2009/2010 weisen die öffentlichen Haushalte (geringe) Defizite auf.

Indikatoren 2009:

  • Wachstum (BIP, real): minus 4,5 Prozent (vorläufig) (Prognose 2010: plus 3,0 Prozent);
  • Arbeitslosigkeitsquote: 8,3 Prozent
  • Inflationsrate (Harmonisierter Verbraucherpreisindex, Eurostat): von 3,3 Prozent 2008 auf 1,9 Prozent gefallen
  • Außenwirtschaftliches Gleichgewicht: Rückgang des Überschusses der Leistungsbilanz von 9,6 auf 7,5 Prozent
  • Öffentlicher Saldo in Prozent des BIP ("3-Prozent-Defizit-Kriterium" der Euro-Zone): minus 1,6 Prozent (Prognose 2010: minus 2,5 Prozent)
  • Staatsschuld in Prozent des BIP ("60-Prozent-Kriterium" der Euro-Zone): 2008 ca. 37,8 Prozent; Prognose für 2009: 42,1 Prozent (nach mehrjährigem Sinken wieder ansteigend)



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 

Zusatzinformationen:

Ansprechpartner in den Wirtschaftsdiensten der deutschen Auslandsvertretungen

Botschaft Stockholm
LR I Christina Lückerath
Tel.: (0046) 8/670 1500
Fax: (0046) 8/6701572 eMail
www.stockholm.diplo.de

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