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Landesflagge Schweden
Kultur- und Bildungspolitik

Stand: März 2010

Kultur

Kulturministerin ist seit Oktober 2006 Lena Adelsohn Liljeroth (Moderate Partei). Die Zielvorgaben der Kulturpolitik beruhen auf einem Grundsatzbeschluss des Reichstages. Letzterer entscheidet jährlich über die Verwendung der zur Verfügung stehenden Mittel, die dann vom Kulturministerium an den Nationalen Kulturrat weiter geleitet werden. Der Kulturrat verteilte die Gelder bisher an die insgesamt 27 Behörden, die für die großen Kultursparten zuständig sind.

Vor allem mit Hinblick auf eine stärkere Dezentralisierung wurde 2009 ein Gesetzentwurf zur Umstrukturierung der Kulturlandschaft vorgelegt, der Anfang 2010 in Kraft trat. Zentrale Punkte sind größere Kompetenzen und Mittel für Regionen und Kommunen im Kulturbereich, die Schaffung einer nationalen „Analysebehörde“ sowie die Auflösung bzw. Zusammenlegung einiger bisher landesweit agierender Behörden. Ab 2011 sollen Regionen, die erfolgreich nachweisen können, dass sie die erforderlichen Kompetenzen dafür besitzen, sich dafür bewerben können, die Fördergelder des Staates selbst zu verteilen. Die Umsetzung dieser Reform hat Anfang 2010 begonnen, derzeit gibt es lebhafte Diskussionen über einzelne Aspekte der Neuordnung. Insofern erscheinen weitere Änderungen nicht ausgeschlossen.

Die Auslandskulturarbeit wird über das Schwedische Institut in Stockholm gesteuert, welches dem Außenministerium unterstellt ist. Unter seinem Direktor Olle Wästberg hat das Svenska Institutet einen Schwerpunkt in der Pflege und Modernisierung des Schweden-Bildes gesetzt. Besonders hilfreich in diesem Zusammenhang sind internationale Erfolge im Bereich Literatur, Design, Mode, Popmusik und Gastronomie.

Bildung und Forschung

Bildungsminister ist Jan Björklund, Hochschul- und Forschungsminister im Bildungsministerium ist Tobias Krantz (beide Folkpartiet/Liberale).

Das schwedische Schulsystem ist zweistufig, mit einer neunjährigen Grundschule und einem dreijährigen Gymnasium. Grundgedanke ist es bisher, möglichst viele Schüler zur Hochschulreife zu führen. Über 90 Prozent aller Schüler besuchen das Gymnasium, das in derzeit 18 Zweige aufgefächert ist (zum großen Teil mit berufsausbildender Funktion). Dieser egalitäre Ansatz steht in letzter Zeit auf dem Prüfstand. Kritik richtet sich auf die (zu) große Wahlfreiheit bei den Gymnasialfächern, ein nachsichtiges Benotungssystem sowie mangelnde Disziplin im Unterricht. Die Kritiker werden bestärkt durch die Tatsache, dass Schweden in der jüngsten Pisa-Studie der OECD weiter abgerutscht ist – in Mathematik vom 14. auf den 15., in Naturwissenschaften vom 12. auf den 15. Platz der OECD-Länder.

Die bereits im Wahlkampf 2006 von der Folkpartiet angekündigten Reformen des Bildungssystems wurden nach der Wahl 2006 umgesetzt. Eine 2008 in Kraft getretene Reform des Hochschulzugangs soll dafür sorgen, dass Schüler wieder verstärkt Kurse in den Kernfächern Mathematik, Englisch und den zweiten Fremdsprachen belegen. Erste Umfragen unter schwedischen Rektoren sprechen dafür, dass sich das Wahlverhalten der Schüler in die beabsichtigte Richtung verändert.

Im Herbst 2009 wurde zudem eine Reform der Gymnasien beschlossen, die 2011 greifen soll. Damit werden unterschiedliche Abschlüsse für hochschul- und berufsvorbereitende Programme eingeführt, Kernfächer weiter gestärkt und der Freiraum zur Einrichtung spezieller Programme für die Kommunen eingeschränkt.

Der Entwurf für ein neues Schulgesetz wurde ebenfalls im Herbst 2009 vorgestellt und befindet sich derzeit im Gesetzgebungsprozess. Noch ist unklar, ob er noch in dieser Mandatsperiode verabschiedet werden wird.

Für Forschung und Entwicklung werden jährlich rund vier Prozent des BIP veranschlagt – einer der weltweit höchsten Anteile.

Die schwedische Forschung hat beachtliche Erfolge vorzuweisen, vor allem auf den Gebieten der Technik und der Lebenswissenschaften. Einrichtungen wie das Karolinska Institutet und die Königlich-Technische Hochschule in Stockholm oder Chalmers in Göteborg sind weltweit renommiert. In den letzten Jahren zeichnet sich ein gewisser Einbruch der Dynamik ab und auch der Mangel an qualifizierten Nachwuchskräften in den Ingenieurswissenschaften wird beklagt.

Um diesem Trend entgegenzuwirken, will Schweden bis 2012 die Forschungsausgaben um insgesamt 5 Mrd. Kronen (ca. 500 Mio. Euro) erhöhen.

In Schweden gibt es 60 Hochschulen, davon 14 staatliche Universitäten und 22 staatliche Hochschulen. Im Rahmen des Bologna-Prozesses wurden Zugangsregeln und Curricula zum 1. Juli 2007 angepasst. Das Studium an den staatlichen Hochschulen und Universitätssystem ist bisher kostenfrei, ab Herbst 2010 können die Hochschulen allerdings Gebühren von Studierenden von außerhalb des EWR-Raumes erheben.

Von offizieller Seite wird versucht, die Mobilität von Studenten im internationalen und EU-Rahmen anzuregen. Stipendienangebote für schwedische Studierende werden vielfach nicht ausgenutzt.



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Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 

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