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Landesflagge Schweden
Beziehungen zu Deutschland

Stand: März 2010

Politische Beziehungen

In der schwedischen Außenpolitik nimmt Deutschland, vor allem wegen seines europapolitischen und wirtschaftlichen Gewichts, einen wichtigen Platz ein.

Die deutsch-schwedische Zusammenarbeit zeigt sich in intensiven Kontakten auf allen Ebenen und in vielen Bereichen. Die bilateralen Beziehungen sind weitgehend problemlos. Bundeskanzlerin Merkel besuchte Schweden im August 2008 - ein Besuch, der in Schweden mit großer medialer Aufmerksamkeit begleitet wurde. Ministerpräsident Reinfeldt hatte zuvor im Januar 2007 die Bundeskanzlerin in Berlin besucht.

Bundesaußenminister Steinmeier folgte im August 2008 einer Einladung des schwedischen Außenministers Bildt nach Stockholm.

2009 fanden bilaterale Besuche der Bundesminister von der Leyen (Familie, Senioren, Frauen und Jugendliche) und Jung (Verteidigung) in Schweden statt; Bundesminister Westerwelle nahm an den Feierlichkeiten aus Anlass der Verleihung des Literaturnobelpreises an Herta Müller am 10.12.2009 in Stockholm teil.

Im Vorfeld und im Rahmen der schwedischen EU-Ratspräsidentschaft im zweiten Halbjahr 2009 besuchten zahlreiche deutsche Delegationen Schweden: Bundesminister, Bundestag, Bundesrat, Landesregierungen, Landesparlamente, Bundes- und Landesverwaltungen.

Wirtschaftsbeziehungen

Deutschland ist das bei weitem größte Herkunftsland schwedischer Importe. Seine Stellung als größter Abnehmer schwedischer Exporte verlor Deutschland 2009 an Norwegen. Insgesamt gingen 2009 10,2 Prozent aller schwedischen Exporte nach Deutschland. Unter den Ursprungsländern schwedischer Importe steht Deutschland mit einem Anteil von knapp einem Fünftel (2009: 17,6 Prozent) mit großem Abstand an erster Stelle.

Die Zahl deutscher Unternehmensengagements in Schweden (Tochterfirmen, Beteiligungen, Filialen oder Repräsentanzen) liegt bei etwa 870, mit insgesamt rund 50.200 Beschäftigten und einem geschätzten Jahresumsatz von etwa 30 Mrd. Euro. Regionale Schwerpunkte sind Stockholm, Göteborg und Malmö/Helsingborg. Dem stehen 700 schwedische Engagements in Deutschland mit rund 140.000 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von 45 Mrd. Euro gegenüber. Regionale Schwerpunkte sind Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg und Berlin. Die schwedischen Unternehmen in Deutschland sind oft im Einzelhandel engagiert (Ikea, Hennes und Mauritz), aber auch im Energiebereich (Vattenfall).

Kulturbeziehungen

Bis zum Zweiten Weltkrieg war Schweden kulturell auf den deutschen Sprach- und Kulturraum ausgerichtet, danach erfolgte eine rasche Umorientierung auf den angelsächsischen Bereich. Deutsch wurde durch Englisch als erste Fremdsprache abgelöst. Als zweite Fremdsprache steht Deutsch in Konkurrenz zu anderen Sprachen wie Spanisch.

Neben der traditionsreichen Deutschen Schule Stockholm, die als Begegnungsschule zum Abitur führt, konnten in Schweden 12 weitere Schulen als Partnerschulen im Rahmen der Initiative „Schulen – Partner der Zukunft“ gewonnen werden.

Ein Hauptträger der deutschen Kulturpolitik in Schweden ist das Goethe-Institut mit Sitz in Stockholm und einem Regionalbüro in Göteborg. Das Goethe-Institut konzentriert sich in seiner Spracharbeit besonders auf die Lehrerfortbildung.

Einen positiven Beitrag zur Vermittlung deutscher Kultur in Schweden leisten auch die deutschen Auslandsgemeinden sowie die zahlreichen deutsch-schwedischen Vereine, vor allem in den Städten Stockholm, Göteborg und Malmö.

Die Verbreitung deutscher Filmproduktionen im schwedischen Kino und Fernsehen hat in den vergangenen Jahren etwas zugenommen. Ein Großteil davon behandelte geschichtliche Themen, wie beispielsweise „Der Untergang“ oder „Sophie Scholl“.

Neben den deutschen Klassikern werden auf schwedischen Bühnen auch modernere Stücke, wie Fassbinders „Die bitteren Tränen der Petra von Kant“ inszeniert. Deutsche Ensembles kommen regelmäßig für Auftritte nach Schweden. Auch personell findet ein reger Austausch zwischen Deutschland und Schweden statt.

Auch im literarischen Bereich besteht vor allem Nachfrage nach deutschen Klassikern. Die großen Tageszeitungen besprechen inzwischen aber auch regelmäßig jüngere deutsche Literatur. Der Literaturnobelpreis 2009 für Herta Müller wurde in der schwedischen Öffentlichkeit fast ausschließlich positiv gewürdigt und hat zu einer verstärkten Nachfrage ihrer Werke geführt.

Die Göteborger Buchmesse konnte ihren internationalen Stellenwert mit ca. 100.000 Besuchern auch 2009 behaupten. Deutschland, Österreich und die Schweiz arbeiten regelmäßig zusammen, um auf der Buchmesse deutschsprachige Literatur zu präsentieren – diese wird 2011 den Schwerpunkt auf der Buchmesse bilden.

Zum Leben in Deutschland, und insbesondere in Berlin, erscheinen regelmäßig in der schwedischen Presse Artikel. Gerade im Kulturbereich finden sich fast täglich Beiträge mit Deutschlandbezug. Im Jubiläumsjahr „20 Jahre Mauerfall“ und „60 Jahre Grundgesetz“ war und ist ein verstärktes Interesse an diesen Themen sichtbar.

Zur Förderung der bilateralen Kulturbeziehungen hat Schweden das Projekt der Schwedenstraße in den ehemals schwedischen Gebieten Deutschlands (vor allem Mecklenburg-Vorpommern) durchgeführt. Weitere Informationen finden Sie hier:



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