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Landesflagge Saudi-Arabien
Beziehungen zu Deutschland

Stand: März 2010

Politische Beziehungen

Die bilateralen Beziehungen zwischen Deutschland und Saudi-Arabien sind freundschaftlich und spannungsfrei. Sie wurden durch den Freundschaftsvertrag zwischen dem Deutschen Reich und dem Königreich Hedjaz, Najd und der zugehörigen Gebiete bereits 1929, das heißt vor der Gründung des Königreichs Saudi-Arabien, formalisiert. Wie auch in anderen arabischen Ländern genießt Deutschland Sympathie; vielfach wird eine größere deutsche Rolle in der Weltpolitik gewünscht, insbesondere bei der Lösung des Nahost-Konflikts. Bundeskanzlerin Merkel reiste im Februar 2007 und Bundesaußenminister Steinmeier im Jahre 2006 zweimal, im Mai 2007 sowie Oktober 2008 nach Saudi-Arabien. König Abdallah besuchte im November 2007 Deutschland. Dabei wurde eine Vereinbarung über regelmäßige außenpolitische Konsultationen abgeschlossen, die insbesondere zu den Fragen des Nahen und Mittleren Ostens an Intensität gewonnen haben. Die Beziehungen zwischen dem Deutschen Bundestag und der Beratenden Versammlung haben sich in den letzten Jahren ebenfalls vertieft. Bundesaußenminister Westerwelle besuchte bereits früh nach Amtsantritt im Januar 2010 das Königreich, um die strategische Bedeutung der Beziehungen zu unterstreichen.

Wirtschaftsbeziehungen

Die deutsch-saudischen Wirtschaftsbeziehungen entwickeln sich dank der hohen Öleinnahmen Saudi-Arabiens der letzten Jahre und der gestiegenen Nachfrage nach Investitionsgütern wie Maschinen, Fahrzeuge, Metall- und chemische Erzeugnisse, Holz- und Papierwaren sowie Nahrungsmitteln gut. 2008 führte Deutschland Waren im Wert von 5,19 Milliarden Euro - nach Saudi-Arabien aus, die Einfuhren beliefen sich auf 1,5 Milliarden Euro - (vor allem Rohöl und petrochemische Produkte). 2009 konnte sich das Handelsvolumen wegen der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise nicht erhöhen (Ausfuhr: 4,35 Milliarden Euro und Einfuhr: 0,6 Milliarden Euro), für 2010 ist jedoch wieder mit Zuwächsen zu rechnen.

Saudi-Arabien ist für deutsche Unternehmen ein sehr interessanter Markt. Das Königreich baut derzeit die Sektoren Infrastruktur, Wissenschaft und Erziehung, erneuerbare Energien und Gesundheitsversorgung mit Hilfe eines 5-Jahres-Investitionsprogramms in Höhe von 400 Milliarden US-Dollar - aus.

Das deutsch-saudi-arabische Verbindungsbüro für Wirtschaftsangelegenheiten (German-Saudi Arabian Liaison Office for Economic Affairs = GESALO) wurde 1978 vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) gegründet. Es ist Teil des Netzwerkes der weltweit präsenten Deutschen Auslandshandelskammern (AHK) und der Industrie- und Handelskammern (IHK) in Deutschland. Mit seinem Büro in Riad unterstützt und fördert GESALO die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem Königreich Saudi-Arabien in vielfältiger Weise.

Eine wichtige Rolle in den Wirtschaftsbeziehungen spielt auch die gtai (Germany Trade & Invest) mit Sitz in Dubai, die zahlreiche Informationen zu Investitions- und Geschäftsmöglichkeiten für deutsche Unternehmen zur Verfügung stellt.

Kulturelle Beziehungen

Die kulturellen Beziehungen zwischen Deutschland und Saudi-Arabien sind recht jung. Sie entwickeln sich seit einigen Jahren mit der zunehmenden Globalisierung und dank der gegenseitigen Entdeckung als wichtiger Partner zunehmend. Grundlage der deutsch-saudischen Kulturzusammenarbeit ist ein am 2. April 2006 in Kraft getretenes Regierungsabkommen. In Djiidda und in Riad gibt es Deutsche Schulen. Die King Fahd-Akademien in Bonn und Berlin werden vom saudischen Staat unterstützt.

An der King-Saud-Universität in Riad gibt es einen DAAD-Lektor, der außerdem Hochschulkooperation zwischen saudischen und deutschen Partnern unterstützt. Mit dem Stipendiatenprogramm von King Abdallah sind in den letzten Jahren ca 600 saudische Studenten zum Studieren nach Deutschland gekommen. An der King Saud Universität gibt es einen Studiengang für Übersetzer Deutsch-Arabisch. Zahlreiche saudische Studenten nutzen die Möglichkeit von Sommerkursen in Deutschland. Umgekehrt gibt es eine Zahl von Deutschen, die mit saudischen Regierungsstipendien in Saudi-Arabien vor allem Arabisch lernen. An ca. 50 deutschen Hochschulen wird Arabisch unterrichtet.

In Riad gibt es keine Vertretung des Goethe-Instituts oder der Robert Bosch Stiftung. Die Botschaft bietet über das Jahr und über das Land verteilt mit Konzerten, Vorträgen, Ausstellungen, Filmvorführungen und Messen Möglichkeiten, sich mit deutscher Kultur bekannt zu machen. Insgesamt ist das Feld der Kooperation wegen religiöser Verbote (Film, Konzerte) und weniger Partnereinrichtungen (Literaturklubs, Kulturassoziationen) im kulturellen Bereich deutlich eingeschränkt. Von März bis Juni 2008 fanden in Saudi-Arabien erstmals Deutsche Kulturwochen statt.

Die Möglichkeiten, außerhalb des Deutschprogramms der King-Saud-Universität deutsche Sprachkenntnisse zu erwerben, sind neben den Sprachkursen, die von der Botschaft und dem Generalkonsulat Djidda veranstaltet werden, auf wenige Einzelinitiativen (Effat Universität), privaten Einzelunterricht und Fernunterricht beschränkt. Die Deutschkurse der Botschaft haben sich seit 2008 nach mehreren Jahren der Stagnation positiv entwickelt. Deutsch wird als Wissenschaftssprache, Kultursprache, Arbeitssprache und für den Tourismus geschätzt – aber auch Tokyo Hotel ist in Saudi-Arabien nicht unbekannt und trägt zum Interesse bei.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 

Zusatzinformationen:

Reise des Bundesaussenminister nach Saudi-Arabien

Artikel zu Saudi-Arabien

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