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Landesflagge Samoa
Wirtschaft

Stand: November 2009

Wirtschaftslage

Samoa ist eine sehr offene und marktwirtschaftlich orientierte Volkswirtschaft.

Durch erfolgreiche Reformen des Wirtschaftssystems und solides und verlässliches Management der Staatsausgaben wurde Samoa seit Mitte der 90er Jahre zu einer der am besten geführten Volkswirtschaften der Region; es konnte die Staatsverschuldung innerhalb weniger Jahre von über 90% des BIP auf 40% senken.

Das Wirtschaftswachstum betrug 2007 nach Angaben des Samoanischen Finanzministeriums noch 6,1%. Dieses Wachstum ist insbesondere auf positive Entwicklungen im Dienstleistungssektor, vorwiegend in den Bereichen Bauwirtschaft, öffentliche Verwaltung, Finanzdienstleistungen, Transport- und Kommunikationswesen zurückzuführen. Die Inflationsrate lag in dieser Zeit bei 4,1%.

Trotz der isolierten Insellage sind auch in Samoa die Auswirkungen der internationale Finanzkrise zu spüren, insbesondere die Binnennachfrage und die Exporte haben stark abgenommen. So betrug das Wirtschaftswachstum im Jahr 2008 -3,4 %.

Die Inflationsrate stieg auf 12,7%. Im Februar 2009 sind die Verkaufsziffern um 50% gefallen, weshalb die Hersteller- und Exportvereinigung Samoas die Verbraucher drängt, vorzugsweise samoanische Produkte statt importierter Güter zu kaufen. Nach Schätzungen der Asiatischen Entwicklungsbank soll die Inflation im Jahr 2009 bei 5,7% liegen und 2010 auf 3,2% abfallen.

Samoas Volkswirtschaft ist anfällig für Naturkatastrophen. Zyklone haben in den letzten Jahren besonders in der Landwirtschaft, in der zwei Drittel aller Samoaner beschäftigt sind, schwere Schäden angerichtet. Am 29. September 2009 hat ein Seebeben und ein nachfolgender Tsunami mit der Stärke 8,3 auf der Richterskala, dessen Epizentrum sich nur 170 km südwestlich von Samoa befand, ganze Landstriche auf Samoa verwüstet und 170 Menschen auf Samoa und Amerikanisch Samoa das Leben gekostet. Insbesondere der Südwesten und Südosten der Insel Upolu wurden in Mitleidenschaft gezogen. Es ist zu erwarten, dass die Landwirtschaft und insbesondere die Tourismusbranche in dieser Region starke Einbußen erleiden wird. Die samoanische Regierung ist aufgrund der begrenzten finanziellen Mitteln beim Wiederaufbau auf internationale Hilfe angewiesen. Die Unterstützung durch internationale Organisationen und die Notwendigkeit des Wiederaufbaus der Infrastruktur könnte jedoch einen positiven Schub, insbesondere für die Bauwirtschaft mit sich bringen.

Samoas Zahlungsbilanzdefizit hält sich durch die hohen Geldüberweisungen (etwa 25% des BIP) von den insbesondere in Neuseeland und Australien lebenden Samoanern in Grenzen.

Samoas Währung ist der Samoa Tala (ST), der von einer unabhängigen Zentralbank stabil gehalten wird.

Wichtigste Wirtschaftszweige

Der Dienstleistungssektor hat mit 75,3% den größten Anteil am BIP, gefolgt von 13,1% im Industriesektor und 11,6% in der Landwirtschaft.

Die wichtigsten Branchen sind Tourismus, Fischereiwesen, Bauwesen sowie Landwirtschaft und verarbeitende Industrie.

Der Primärbereich spielt eine deutlich geringere Rolle als noch Anfang der 90er Jahre. Ernteausfälle durch Wirbelstürme führten in der Landwirtschaft immer wieder zu Rückschlägen.

Im Sekundärbereich hat sich eine japanische Industrie-Investition (YAZAKI) erfolgreich entwickelt. In einer Fabrik stellen etwa 2.500 Arbeiter seit 1992 Kfz-Zubehörteile (Kabelstränge) für den Export her. Das Werk trug bereits 1993 mit 18,5% zur gesamten Industrieproduktion des Landes und mit 3,5% zum BIP bei. Aufgrund der Weltwirtschaftskrise musste YAZAKI im Februar 2009 jedoch über 1.000 Stellen streichen.

Bei den übrigen Industriebetrieben steht die Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte (Holz, Obstkonserven, Tabakwaren) im Vordergrund. Hinzu kommt die Herstellung von Bekleidung.

Die Anzahl der Touristen ist in den letzten Jahren konstant gestiegen und lag 2007 bei über 122.000. In den ersten zehn Monaten des Haushaltsjahres 2008/09 sind bereits 105.046 Toursiten in Samoa eingereist, was einer Wachstumsrate von 4% im Jahr entspricht. Der Tourismus trägt 25% zum BIP bei. Die meisten Besucher kommen aus Amerikanisch Samoa, gefolgt von Neuseeland und Australien.

Außenwirtschaft

Importe überwiegen Exporte traditionell bei weitem. 2007 wurden Waren im Wert von 95 Mio. Euro exportiert und im Wert von 157 Mio. Euro importiert. Die wichtigsten Exportgüter sind Fisch, Textilien, Bier, Taro und Kokosprodukte sowie Kfz-Teile. Importiert werden Konsumgüter, Zwischenprodukte und Kapitalgüter.

Die wichtigsten Handelspartner Samoas sind Australien, Amerikanisch Samoa, Neuseeland, Tonga, Fidschi, Japan und die USA.

Verkehrswesen

Der Flughafen Apia wird von mehreren internationalen Fluglinien angeflogen, die die Verbindung zu den umliegenden pazifischen Inselstaaten, Neuseeland, Australien und den USA herstellen. Zwischen den beiden Hauptinseln besteht eine Fähr- und eine Flugverbindung. Die samoanische Luftlinie Polynesian Airlines wurde in ein Joint Venture mit dem Namen Pacific Blue eingebracht, wodurch sich die Reisekosten nach Samoa halbierten. Start- und Landebahn des Internationalen Flughafens wurden soweit ausgebaut, dass auch Maschinen des Typs Boeing 747 Samoa anfliegen können. 

Reguläre internationale Schiffsverbindungen bestehen zu australischen, neuseeländischen und europäischen Häfen sowie zur Westküste der USA und Japan

Anfang September 2009 hat die Regierung trotz starker Proteste den Linksverkehr auf Samoa eingeführt, um die Verkehrsregeln mit denen in Australien und Neuseeland sowie den umliegenden Pazifikinseln zu harmonisieren und den Import von Kraftfahrzeugen aus diesen Ländern zu erleichtern. 

Die Einfuhr von linksgesteuerten Kfz ist seit Mai 2008 untersagt.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 

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