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Landesflagge Sambia
Wirtschaft

Stand: September 2009

Aktuelle Lage und Entwicklungstendenzen

Sambia verfügt über reiche Bodenschätze (vor allem Kupfer, Kobalt, Edelsteine) und große Wasserressourcen, ein insgesamt gemäßigtes Klima und ausgedehnte landwirtschaftlich nutzbare Flächen (derzeitiger Nutzungsgrad rund 15 Prozent). Darüber hinaus erhielt Sambia seit seiner Unabhängigkeit außergewöhnlich hohe Zuwendungen an Entwicklungshilfe und erfreute sich relativer politischer Stabilität.

Trotz dieser insgesamt günstigen wirtschaftlichen Ausgangsbedingungen ist die gesamtwirtschaftliche Situation Sambias unverändert schwierig und schwankend. Die Finanz- und Wirtschaftskrise machte die Anfälligkeit Sambias als einer stark vom Rohstoffabbau abhängigen Ökonomie sehr deutlich: Der Rückgang der Kupferpreise in der zweiten Jahreshälfte 2008 führte zu signifikanten Arbeitsplatzverlusten in der Kupferindustrie. Niedrigere Kupferpreise führten zudem zu geringeren Deviseneinnahmen, was die Handels-/Zahlungsbilanz Sambias belastete und letztlich auch zu einer Abwertung des Kwacha führte. Der Wechselkurs des Euro zum Kwacha stand im Mai 2009 bei 1 Euro :7.300 Kwacha. Hierdurch verteuerten sich die Importe, wodurch weniger in das Land eingeführt wurde, was wiederum importbedingte Staatseinnahmen (Zölle etc.) reduzierte.

Durch den Umkehr des negativen Trends beim Kupferpreis, der sich seit Anfang des Jahres 2009 wieder verdoppelt hat, trat im Jahresverlauf dann ein umgekehrter Effekt ein. Die lokale Währung wurde wieder aufgewertet, schon im August/September stand der Kurs bei 1 Euro :6.500 Kwacha.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist im Jahr 2008 um ca. 5,8 Prozent gewachsen (2007: 6,3 Prozent), die Inflationsrate lag bei 16,6 Prozent (2007: 8,9 Prozent). Infolge der globalen Wirtschaftskrise wird für das Jahr 2009 gegenwärtig ein Wachstum von 4,5 Prozent bei einer durchschnittlichen Inflationsrate von ca. 12 Prozent erwartet. Für eine nachhaltige Reduzierung der Armut in Sambia wären jedoch Wachstumsraten von mindestens 7 Prozent jährlich erforderlich.

Entwicklungszusammenarbeit

Im Jahr 2008 erhielt Sambia rund 580 Millionen US-Dollar an bilateraler und multilateraler Entwicklungshilfe, davon ca. 222 Mio. US-Dollar an direkter Budgethilfe. Hinzu kommen Entwicklungskredite und substantielle Zuwendungen ausländischer Nichtregierungsorganisationen.

Deutschland sagte im Rahmen seiner bilateralen Entwicklungsleistungen für die Jahre 2008-2010 70 Mio. Euro neu zu. Diese verteilen sich auf drei Entwicklungsschwerpunkte, die auf dem Nationalen Entwicklungsplan und der mit der Regierung vereinbarten Arbeitsteilung zwischen den Gebern (Joint Assistance Strategy Zambia, -JASZ) basieren.

Die Auslandsverschuldung Sambias betrug im Dezember 2004 ca. 6,6 Mrd. US-Dollar. Diese Zahl konnte nach Erreichung der HIPC-Completion Points 2005 deutlich reduziert werden (Die Entschuldungsinitiative für die HIPC - die "highly indepted poor countries" - wurde 1997 auf Vorschlag von Weltbank und Internationalem Währungsfonds gestartet und 1999 erweitert. Am "Completion Point" wird geprüft, ob das Land die Auflagen für den Schuldenerlass erfüllt hat.). Der Schuldenstand inklusive neuen Krediten wurde 2008 mit 2,9 Mrd. US-Dollar beziffert.
Deutschland hat bislang im Rahmen von Umschuldungsabkommen bilaterale Forderungen in Höhe von insgesamt rund 1.160 Mio. Euro erlassen; zuletzt am 10. August 2006 im Rahmen des 9. Umschuldungsabkommens in einer Höhe von ca. 202 Mio. Euro.

Wichtige Wirtschaftszweige

Gemessen an ihrem Anteil am BIP sind die Land- und Forstwirtschaft, der Groß- und Einzelhandel, die verarbeitende Industrie und der Bergbau die wichtigsten Wirtschaftszweige in Sambia. Zusätzlich stützte sich das Wirtschaftswachstum in den vergangenen Jahren auf signifikante Zuwächse im Bereich Transport und Kommunikation, Tourismus und Bauwesen.

Außenhandel

Im Jahr 2008 belief sich der Wert aller Exporte aus Sambia auf ca. 4,8 Mrd. US-Dollar, der aller Einfuhren auf ca. 5,2 Mrd. US-Dollar. Die Zahlungsbilanz verzeichnet insgesamt ein Defizit von 1,38 Mrd. US-Dollar. Wichtigstes Exportgut bleiben Kupfer und Bergbauprodukte . Ein positiver Trend ist im Bereich der Non-traditional Exports (NTE), z. B. landwirtschaftlicher Produkte, zu verzeichnen (Anteil an den Exporteinnahmen 2008: 19,4 Prozent). Die wichtigsten Einfuhrgüter sind Mineralöl- und Maschinenbauprodukte sowie weitere Investitionsgüter für den Bergbau. Der bedeutendste Handelspartner ist Südafrika. Im Exportbereich zählten die Schweiz, Südafrika, die Demokratische Republik Kongo, Großbritannien und Ägypten zu den wichtigsten Zielländern.
Sambia ist durch seine Mitgliedschaft in der Southern African Development Community (SADC) und im Common Market for Eastern and Southern Africa (COMESA) in die Regionalwirtschaft einbezogen.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 

Zusatzinformationen:

Nützliche Links

Ansprechpartner in den Wirtschaftsdiensten der deutschen Auslandsvertretungen

Botschaft Lusaka
Daniela Dempf
Tel.: (0026) 01/250644
Fax: (0026) 01/254014 eMail
www.lusaka.diplo.de

Entwicklungszusammenarbeit

Sambia ist Partnerland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Mehr dazu beim Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung:



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