Sambia
Außenpolitik
Stand: September 2009
Beziehungen zu anderen Staaten
Sambia strebt gute Beziehungen zu allen Staaten an und gestaltet diese besonders intensiv mit den Nachbarstaaten (insgesamt acht), in der Region Südliches Afrika und mit den wichtigsten Geberländern (Japan, USA, Großbritannien, Niederlande, Deutschland, nordische Staaten, Kanada). Wegen der im Geschäftsleben einflussreichen indischen Minderheit wird auch das Verhältnis zu Indien gepflegt. Die Volksrepublik China ist in Sambia wie in ganz Afrika sehr aktiv. Chinesische Delegationen haben auch 2009 regelmäßig Sambia besucht und das Interesse Chinas an - weiteren – Investitionen bekundet, besonders im Bergbausektor und in der Bauindustrie, aber auch verstärkt in anderen Bereichen wie Wasserkraft. Der beschlossene Ausbau des Kariba North Wasserkraftwerks wird überwiegend von China finanziert.
Mitte 2009 wurde mit dem Bau eines neuen Stadions im Kupfergürtel Sambias begonnen. Bauunternehmen und Darlehensfinanzierung kommen aus China.
Ein besonderes Interesse Sambias gilt der Afrikanischen Union (AU; es ist dem African Peer Review Mechanism von NEPAD, der New Partnership for Africa’s Development beigetreten), dem gemeinsamen Markt im südlichen und östlichen Afrika (COMESA, Sitz in Lusaka) und der Southern African Development Community (SADC) Sambia unterhält enge Beziehungen zu den SADC-Staaten und hat auf dem SADC-Gipfel im September 2009 in Kinshasa die Nachfolge Angolas als Mitglied des sogen. „Organ für Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Politik, Verteidigung und Sicherheit“ übernommen. Das Problem der Doppelmitgliedschaft Sambias in COMESA und SADC ist besteht weiter. Allerdings zeigte der Dreiergipfel SADC, COMESA und EAC im letzten Jahr, dass die Problematik von Doppelmitgliedschaften mittlerweile den betroffenen Ländern bewusst geworden ist. Es wird angestrebt, alle Zoll- und Tariffragen zu vereinheitlichen. Am 7. Juni 2009 wurde auf dem COMESA-Gipfel in Simbabwe die COMESA-Zollunion gegründet.
Rolle in der Region
Sambia spielte eine wichtige Rolle bei dem Bemühen, Konflikte in der Region beizulegen. So war Sambia Gastgeberland für die angolanischen Friedensverhandlungen, die im November 1994 zur Unterzeichnung des so genannten "Lusaka-Protokolls" geführt haben. Nachdem Sambia im Herbst 1998 mit der Vermittlung im Kongokonflikt beauftragt worden war, konnte im August 1999 eine Waffenstillstandsvereinbarung ("Lusaka-Abkommen") erreicht werden. Unter Präsident Mwanawasa hatte sich Sambia kritisch und aktiv in die Vermittlungsbemühungen zu Simbabwe eingeschaltet. Durch seinen Tod und die folgenden Wahlen wurden diese Vermittlungsbemühungen eingestellt. Auch in der "Internationalen Konferenz der Großen Seen" hat Sambia mit Übernahme des Vorsitzes beim Gipfeltreffen der 11 Mitgliedstaaten im August 2009 in Lusaka eine führende Rolle übernommen.
Beteiligung an friedenserhaltenden Maßnahmen
Sambia beteiligt sich an friedenserhaltenden Maßnahmen, mittlerweile schwerpunktmäßig in Sudan (AU-Mission) und bei VN-Polizeimissionen wie auf Haiti.
Flüchtlingsproblem
Die Konflikte in den Nachbarländern Angola und Demokratische Republik Kongo hatten zum Zustrom von Flüchtlingen aus diesen Ländern geführt. Es befinden sich immer noch über 70.000 Flüchtlinge hauptsächlich aus der Demokratischen Republik Kongo sowie aus Angola in Sambia. 2007 und 2008 war geplant, die ersten 20.000 Flüchtlinge aus dem Kongo zurückzuführen. Dies scheiterte aber an den erneut aufgeflackerten Kämpfen im Nordosten und vor allem an fehlenden Geberzusagen. Erst Anfang 2009 konnte der UNHCR mit der Rückführung der kongolesischen Flüchtlinge beginnen. Bis September 2009 wurden rund 20.000 Kongolesen repatriiert.
Hinweis
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.