Portugal
Außenpolitik
Stand: März 2010
Die portugiesische Außenpolitik hat drei Prioritäten: Die europäische Integration, die transatlantische Partnerschaft und die Beziehungen zu den portugiesischsprachigen Staaten, mit denen Portugal auch in der CPLP (Gemeinschaft portugiesischsprachiger Staaten) verbunden ist.
Im Jahr 2009 hatte Portugal die Präsidentschaft der Konferenz der Ibero-Amerikanischen Staaten inne (Gipfel in Lissabon im November 2009).
Europäische Union
Portugal ist seit 1986 Mitglied der EU. Alle bisherigen Regierungen haben die wichtigen Projekte der europäischen Integration mitgestaltet. Portugal ist Teil der Schengen-Gruppe und gehört zu den Gründungsmitgliedern der Euro-Gruppe. Lissabon hat drei erfolgreiche EU-Präsidentschaften durchgeführt: 1992, 2000 (Lissabon-Strategie) und zuletzt 2007. Erfolge seiner letzten EU-Ratspräsidentschaft sind die Unterzeichnung des EU-Reformvertrages (Vertrag von Lissabon) im Dezember 2007 und die Gipfel mit Brasilien und Afrika. Portugal versteht sich als Europas Brücke nach Brasilien und Afrika. Es setzt sich für eine rasche Umsetzung des Vertrags von Lissabon ein.
Transatlantische Beziehungen, Sicherheitspolitik
Die Beziehungen Portugals zu Nordamerika haben einen besonderen Stellenwert auch aufgrund der großen Kolonie von Auslandsportugiesen in den USA und Kanada. Portugal ist durch die Atlantikinseln Madeira und Azoren maritimer Nachbar der USA. Die USA unterhalten einen Militärstützpunkt auf den Azoren (Lajes). Portugal ist eines der Gründungsmitglieder der NATO und im November 2010 Gastgeber des NATO-Gipfels. Es beteiligt sich an mehreren internationalen Missionen, darunter Afghanistan.
Gemeinschaft portugiesischsprachiger Staaten
1996 wurde die Gemeinschaft portugiesischsprachiger Staaten (CPLP) gegründet. Mitglieder sind neben Portugal, das bis Juli 2010 die Präsidentschaft innehat, Brasilien, Angola, Mosambik, Kapverden, São Tomé e Príncipe, Guinea-Bissau und Ost-Timor. Die CPLP hat sich gerade bei kulturellen Themen als erfolgreich erwiesen, zunehmend bemüht sich die CPLP auch um eine verstärkte Zusammenarbeit in wirtschaftlicher und politischer Hinsicht.
Beziehungen zu sonstigen Staaten
Positiv entwickeln sich die ökonomischen Beziehungen zu Indien, China, Russland sowie zum Maghreb und zum Nahen Osten. Immigrationspolitisch spielen die Beziehungen zur Ukraine, Brasilien und den früheren afrikanischen Kolonien eine besondere Rolle, aus denen die meisten Einwanderer (4,5 Prozent der Bevölkerung Portugals) stammen.
Innerhalb Europas haben neben den Beziehungen zu Deutschland auch diejenigen zu Spanien (erster Handelspartner, enge bilaterale Zusammenarbeit), Frankreich (portugiesische Gemeinde von 800.000 Personen) und Großbritannien (traditioneller Verbündeter) einen herausgehobenen Stellenwert.
Hinweis
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.