Startseite

Springe direkt zu: Seiteninhalt:, Zusatzinformationen:, Hauptmenü, Servicemenü, Suche


Landesflagge Polen
Enge Beziehungen zu Polen sind deutsches Interesse

Bundesaußenminister Westerwelle mit seinem polnischen Amtskollegen Sikorski (Berlin, 18. Dezember 2009) Westerwelle und Sikorski (picture-alliance/dpa)

Deutschland und Polen wollen ihre Beziehungen ausbauen. Bundesaußenminister Guido Westerwelle betonte anlässlich der Verleihung des Deutsch-Polnischen Preises in Berlin, er wünsche sich Beziehungen mit Polen, die ebenso freundschaftlich seien wie mit Frankreich. Westerwelle unterstrich: "Wer für das deutsch-polnische Verhältnis eintritt, tritt für deutsche Interessen ein". Mit seinem polnischen Amtskollegen Radosław Sikorski vereinbarte er eine engere Zusammenarbeit der Außenministerien beider Länder.  

Westerwelle hob hervor, dass Deutschland Polens größter Handelspartner sei und die deutsche Wirtschaft erhebliche Investitionen im Nachbarland tätige. Daher sei ein gutes deutsch-polnisches Verhältnis nicht nur Verpflichtung aus der gemeinsamen Geschichte, sondern auch im deutschen und europäischen Interesse für die Gestaltung einer gemeinsamen Zukunft: "Wer für das deutsch-polnische Verhältnis eintritt, der tritt für deutsche Interessen ein - politisch, historisch, gesellschaftlich und ausdrücklich auch ökonomisch". Westerwelle hatte Polen als erstes Land nach seinem Amtsantritt besucht.

Ausbau der bilateralen Beziehungen

Sikorski und Westerwelle waren sich einig über die Ziele deutsch-polnischer Politik: Gemeinsam wolle man die Europäische Sicherheits- und Verteidigungspolitik stärken, die Östliche Partnerschaft der EU voranbringen und das Weimarer Dreieck mit neuem Leben füllen.
Auch die bilateralen Beziehungen wollen Deutschland und Polen weiter ausbauen: Westerwelle und Sikorski vereinbarten, dass die Außenministerien beider Länder künftig Beamte austauschen.

Den Diebstahl im ehemaligen Vernichtungslager Auschwitz verurteilten beide Minister scharf. Westerwelle nannte den Vorgang eine "schändliche Tat, die verfolgt werden muss". Er gehe davon aus, dass die Justizbehörden alles daran setzen würden, die Täter zu fassen und einer gerechten Strafe zuzuführern. Unbekannte hatten den stählernen Schriftzug "Arbeit macht frei" vom Eingangstor des Lagers gestohlen.

Deutschland wird sich am Erhalt der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau mit 60 Millionen Euro beteiligen. Bund und Länder übernehmen je die Hälfte des Beitrags. 

v.l.n.r. Karl-Heinz Hornhues, Radslaw Sikorski, Guido Westerwelle, Richard von Weizsäcker, Malgorzata Lukasiewicz, Wladyslaw Bartoszewski, Karl Dedecius Deutsch-Polnischer Preis 2009 (AA)

Deutsch-Polnischer Sonderpreis für Wałęsa und von Weizsäcker

Anlass für den Besuch des polnischen Außenministers war die Verleihung des Deutsch-Polnischen Preises. Mit dem Preis werden 2009 die Literaturübersetzer Małgorzata Łukasiewicz und Karl Dedecius geehrt. Sie haben sich als Übersetzer und Herausgeber für die Verbreitung der deutschen Literatur in Polen und der polnischen in Deutschland eingesetzt.

Im Gedenkjahr 2009 verleiht die Jury des Deutsch-Polnischen Preises darüber hinaus einen Sonderpreis. Mit ihm werden die ehemaligen Präsidenten Lech Wałęsa und Richard von Weizsäcker für ihre Verdienste um die "Verständigung und die Freiheit beider Völker" ausgezeichnet.

Wegen einer Erkrankung konnte Lech Wałęsa den Preis nicht persönlich in Empfang nehmen. Er wurde durch den Präsidenten der Lech-Wałęsa-Stiftung, Piotr Gulczyński, vertreten.

Der Deutsch-Polnische Preis geht auf den "Vertrag über gute Nachbarschaft" zurück, den Deutschland und Polen 1991 geschlossen haben. Artikel 35 des Vertrags sieht vor, dass einmal im Jahr ein Preis für "besondere Verdienste um die Entwicklung der deutsch-polnischen Beziehungen" verliehen wird. Zu den Preisträgern gehören Willy Brandt, Tadeusz Mazowiecki und Hans-Dietrich Genscher.

Stand 18.12.2009

Zusatzinformationen:

Deutsch-Polnische Zusammenarbeit

Deutschland und Polen

Deutsch-Polnische Zusammenarbeit

Die gemeinsame Website des Auswärtigen Amts und des Polnischen Außenministeriums zeigt, wie vielfältig die deutsch-polnische Zusammenarbeit auf politischer, zivilgesellschaftlicher, kultureller, wirtschaftlicher und wissenschaftlicher Ebene ist.

Mehr lesen

Nützliche Links



Für diese Seite:


Impressum © 1995-2010 Auswärtiges Amt