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Landesflagge Philippinen
Beziehungen zwischen den Philippinen und Deutschland

Stand: Oktober 2009

Politische Beziehungen

1994 besuchte Präsident Ramos Deutschland; im Oktober 1996 war der deutsche Bundeskanzler auf den Philippinen. Beide Regierungschefs waren dabei jeweils von einer starken Unternehmerdelegation begleitet. Bundesaußenminister Fischer besuchte Manila im Juli 2000, Staatsministerin Müller im Juli 2003. Im Februar 2008 führte der Beauftragte der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und Humanitäre Hilfe, Günter Nooke, Gespräche zum Thema Menschenrechte. Den Kontakt zwischen den Parlamenten intensivierte der seinerzeitige Bundestagsvizepräsident Dr. Lammert durch seine Besuche im Februar 2004 und April 2005. Im Februar 2007 besuchte die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit, Frau Kortmann, Manila. Im Februar 2008, im Oktober 2008 und im März 2009 besuchten jeweils Delegationen des Deutschen Bundestages die Philippinen.

Unter den europäischen Partnern der Philippinen spielt Deutschland eine wichtige Rolle. Durch die Enteignung des hauptsächlich von der Frankfurter Flughafen AG (FRAPORT) finanzierten Terminal 3 des Flughafens Manila und die bisher nur teilweise Entschädigung durch die philippinische Regierung werden auch die bilateralen politischen Beziehungen belastet.

Wirtschaftsbeziehungen

Die bilateralen Handelsbeziehungen sind seit Jahren weitgehend stabil, blieben aber von der Wirtschaftskrise 2008 nicht unberührt. Die deutschen Exporte sind im Berichtszeitraum mit 950 Mio. Euro leicht gesunken, Maschinen sind unverändert der wichtigste Exportartikel, daneben spielen Luftfahrzeuge, chemische und pharmazeutische Produkte eine wichtige Rolle. Die philippinischen Exporte nach Deutschland waren mit 1,7 Milliarden Euro ebenfalls leicht rückläufig, was die schwächere Nachfrage nach Büromaschinen und vor allem Elektronik widerspiegelt, die ca. 60% der Exporte ausmachen. Das bilaterale Außenhandelsvolumen liegt bei 2,6 Milliarden Euro.

Waren „Made in Germany“ genießen in den Philippinen einen ausgezeichneten Ruf, sind aber in vielen Produktkategorien im nur im oberen Preissegment vertreten. Mit dem Entstehen einer breiteren Mittelschicht in den Großstädten werden sich auf Dauer bessere Absatzchancen im Konsumgüterbereich ergeben.

Die deutsch-philippinischen Wirtschaftsbeziehungen sind jedoch getrübt, nachdem die philippinische Regierung im Dezember 2004 den von einem deutsch-philippinischen Konsortium im Dezember 2002 fertig gestellten neuen internationalen Flughafenterminal Manila enteignet hat; bislang wurde erst eine relativ kleine Anzahlung auf die Enteignungsentschädigung geleistet. 

Gleichwohl sind auch deutlich positive Entwicklungen zu erkennen. Neben einigen Vorzeigeprojekten (STEAG hat Ende 2006 ein neues 200 Megawatt-Kohlekraftwerk in Mindanao in Betrieb genommen; Lufthansa Technik hat im Oktober 2007 einen neuen Hangar am Flughafen Manila eingeweiht; Continental-Temic hat 2008 ein drittes Werk eröffnet) fließen deutsche Neuinvestitionen vor allem in den Bereich IT-gestützter Dienstleistungen, wo namhafte deutsche Unternehmen interne Geschäftsprozesse im Wege des Outsourcing in den Philippinen angesiedelt oder ein eigenes Call Center in Manila eröffnet haben.

Auch Firmen im maritimen Sektor sehen die Philippinen als Zukunftsmarkt. Deutschland zählt weiterhin zu den größten ausländischen Investoren im Land.

Entwicklungspolitische Zusammenarbeit

Deutschland hat seit Beginn der Entwicklungspolitischen Zusammenarbeit mehr als 575 Millionen Euro an Leistungen der Finanziellen Zusammenarbeit sowie circa 280 Millionen Euro an Leistungen der Technischen Zusammenarbeit gewährt. Weiterhin wurden über 70 Millionen Euro Marktmittel der KfW bereitgestellt. Der Umfang der bilateralen Entwicklungshilfe für den Zeitraum 2007 – 2009 beträgt 20 Millionen Euro, worin Neuzusagen von über 13 Millionen Euro für Technische Zusammenarbeit und 7 Millionen Euro für Finanzielle Zusammenarbeit sowie reprogrammierte Mittel enthalten sind. 

Die bisherigen Schwerpunktbereiche der deutsch-philippinischen Entwicklungszusammenarbeit sind nachhaltige Wirtschaftsförderung, nachhaltiges Umwelt- und Ressourcenmanagement einschließlich der Förderung erneuerbarer Energien, Unterstützung der Gesundheitssektorreform und des Bevölkerungsprogramms sowie als Querschnittsaufgabe Dezentralisierung und Armutsbekämpfung und Konflikttransformation in Mindanao. Hinzu kommen erhebliche Entwicklungshilfeleistungen der Bundesrepublik Deutschland durch multilaterale Institutionen (circa 15 Millionen Euro pro Jahr) sowie privater deutscher Träger, der Kirchen und der politischen Stiftungen. Seit 2008 wird die bilaterale Zusammenarbeit schrittweise auf die Bereiche Armutsbekämpfung und Konflikttransformation in Mindanao konzentriert.

Kulturelle Zusammenarbeit

Das deutsch-philippinische Kulturabkommen aus dem Jahr 1983 bildet die Grundlage für die partnerschaftliche und vielfältige Zusammenarbeit auf kulturellem Gebiet.
Die Hochschulzusammenarbeit wurde in den letzten Jahren durch weitere Kooperationsabkommen, Forschungsprojekte und Wissenschaftleraustausch intensiviert. Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) fördert seit Sommer 2008 noch eine Langzeitdozenturn an der University of the Philippines (Germanistik). Insgesamt haben über 300 philippinische Wissenschaftler eine Förderung durch den DAAD oder die Alexander-von-Humboldt-Stiftung erhalten. Die Zahl philippinischer Studenten an deutschen Hochschulen ist vergleichsweise gering (unter 180) und nur sehr wenige Deutsche studieren an philippinischen Universitäten.

Das seit 1961 bestehende Goethe-Institut Manila ist im April 2006 umgezogen in kleinere, aber modernere Räumlichkeiten im Stadtteil Makati, dem Wirtschafts- und Finanzzentrum der Philippinen, in dem auch die meisten ausländischen Botschaften untergebracht sind. Es bietet u.a. zahlreiche Deutschkurse an, organisiert Filmreihen, Gastspiele deutscher Musiker, Ausstellungen, Theaterworkshops. Ferne ist das Goethe-Institut im Rahmen der PASCH-Initiative seit Anfang 2008 verstärkt aktiv bei der Rekrutierung von Partnerschulen bzw. der Sprachausbildung von Lehrern auf den Philippinen.

Die Deutsche Schule Manila (DESM) - gegründet 1980 - ist eine anerkannte Deutsche Auslandsschule, die bis zum Sekundarschulabschluss I führt. Seit 1992 bildet sie gemeinsam mit der Französischen Schule den so genannten Eurocampus. Die DESM bietet ein bilinguales deutsch-englisches „Internationational Baccalauréat (IB)-Diploma Program“ an, das in Deutschland als allgemeine Hochschulzugangsberechtigung anerkannt wird. Seit dem Schuljahr 2008/2009 hat die DESM einen englischsprachigen Zweig, beginnend mit der Vorschule und den Klassen 1 und 2 eingeführt, der sukzessive ausgebaut werden soll.

Die Botschaft organisiert auch eigene Veranstaltungen wie z.B. Kammermusikkonzerte mit philippinischen und deutschen Künstlern und widmet sich der Betreuung ehemaliger Stipendiaten, die nach ihrem Deutschlandaufenthalt eine wertvolle Brücke zwischen beiden Ländern bilden. Zahlreiche deutsch-philippinische Freundschaftsvereine tragen zum kulturellen Austausch bei. Philippinische Chöre begeistern auf Gastspielen immer wieder das deutsche Publikum und belegen bei Chorwettbewerben die vordersten Plätze.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 

Zusatzinformationen:

Ansprechpartner in den Wirtschaftsdiensten der deutschen Auslandsvertretungen

Botschaft Manila
Sabine Honer
Tel.: (0063) 2/892 4906 bis 4910
Fax: (0063) 2/810 4703 eMail
www.manila.diplo.de

Entwicklungszusammenarbeit

Mit den Philippinen findet themenbezogene Entwicklungszusammenarbeit im Bereich Friedensentwicklung und Konfliktbearbeitung aus regionalen Mitteln statt. Mehr dazu beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

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