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Landesflagge Paraguay
Kultur- und Bildungspolitik

Stand: September 2009

Bildungspolitik

Die allgemeine Schulpflicht beträgt seit 1998 neun Jahre, allerdings verlassen viele Schulpflichtige die Schule vorzeitig, da wirtschaftlich schlecht gestellte Bevölkerungsschichten auf den Broterwerb durch ihre heranwachsenden Kinder angewiesen sind. Der prozentuale Anteil derjenigen, die einen höherwertigen Schulabschluss erreichen, ist vergleichsweise gering, insbesondere in den ländlichen Gebieten. Es scheint jedoch so, dass mittlerweile immer mehr Jugendliche selbst den Zusammenhang zwischen Bildung und ihrer beruflichen Zukunft erkennen: Abendschulen, in denen in Schnellkursen Hauptschulabschluss oder das Abitur nachgeholt werden können, verzeichnen regen Zulauf. Hauptfremdsprache an den weiterführenden Schulen ist Englisch. Nach einer Reform ist es theoretisch möglich, an staatlichen Sekundarschulen auch andere Sprachen zu erlernen (z.B. Deutsch); in der Praxis fehlt es den Schulen jedoch an den hierfür notwendigen Ressourcen. Das Erlernen weiterer Fremdsprachen bleibt somit denjenigen vorbehalten, die sich Privatschulen leisten können.

Die paraguayischen Sekundarschulen führen nach 12 Schuljahren zum "Bachillerato". Dieser Abschluss berechtigt nicht zum Studium an einer deutschen Universität; vielmehr muss man vor dem Studium in Deutschland ein Studienkolleg besuchen, eine gewisse Zeit in Paraguay studiert haben oder das deutsche Abitur erwerben.

Neben der nationalen Universität (UNA) mit ca. 21.000 Studenten und der katholischen Universität gibt es zahlreiche private Universitäten mit unterschiedlichem Ruf. Paraguayische Studienleistungen werden in Deutschland fallweise (nicht automatisch) anerkannt.

Kulturpolitik

Das paraguayische Kulturleben entwickelt auf den Gebieten der bildenden Künste, der Literatur und der Musik, aber auch im Theater beachtliche Aktivitäten.

Aufgrund der schwierigen Haushaltslage sind einer zielgerichteten staatlichen Kulturpolitik jedoch enge Grenzen gesetzt. Dies gilt auch für den Erhalt von Baudenkmälern. Deshalb wird beispielsweise die deutsche Hilfe zum Kulturerhalt (u.a. Restaurierung des Glockenturms der Jesuitenreduktion in Trinidad) besonders geschätzt.

Es sind vorwiegend private Initiativen, die gemeinsam mit Programmen aus dem Ausland ein reges kulturelles Angebot in Asunción entstehen lassen. Die kulturelle Programmarbeit des Deutsch-Paraguayischen Kulturinstituts in Asunción genießt dabei ein hohes Ansehen.

Besondere Beachtung finden auch die Aktivitäten des Städtischen Sinfonieorchesters Asunción (OSCA), dessen Dirigent Luís Szarán mit seinem Projekt "Sonidos de la Tierra" junge Menschen in ganz Paraguay mit guten Erfolgen an die klassische Musik heranführt.
Das kulturelle Leben wird zudem durch die Immigranten aus verschiedenen Ländern (u.a. Deutschland) bereichert, die in ihren Siedlungen und Kolonien ihre alten Traditionen pflegen und damit der paraguayischen Gesellschaft ihre Herkunftsländer näher bringen.



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Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 

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