Panama
Kultur- und Bildungspolitik
Stand: November 2009
Das panamaische Schulsystem umfasst bis zum Sekundarschulabschluss, der die Hochschulzugangsqualifikation vermittelt, zwölf Schuljahre. Es gliedert sich in sechs Jahre Primarschulunterricht und sechs Jahre Sekundarschulunterricht, der drei Jahre an allgemein bildenden und drei Jahre an berufsbezogenen Schulen erfolgt. Im Durchschnitt werden 6,7 Jahre Schulbesuch erreicht, die Analphabetenrate liegt bei 7,5%. Es existieren fünf öffentliche Hochschulen (Universidad Nacional de Panamá, Universidad Tecnológica de Panamá, Universidad Autónoma de Chiriquí, Universidad de las Américas, Universidad Marítima Internacional de Panamá), daneben eine Vielzahl kleinerer privater Hochschulen mit zusammen ca. 100.000 Studenten.
Nennenswerter Fremdsprachenunterricht erfolgt bislang nur für die englische Sprache, ohne dass der Bedarf des wachsenden Dienstleistungssektors (Banken, Call-Center) gedeckt werden kann.
Der öffentliche Bildungssektor ist unzureichend auf die Bedürfnisse des Arbeitsmarktes ausgerichtet und bei relativ hohen Staatsausgaben weiterhin reformbedürftig. Die staatlichen Universitäten leiden an Mittelknappheit, viele Panamaer zieht es an US-Universitäten und zunehmend auch nach Europa – insbesondere durch attraktive Stipendienprogramme.
Die Mittelausstattung im Wissenschaftsbereich, in Panama vertreten durch das SENACYT (Nationales Sekretariat für Wissenschaften und Technologie) und die Ciudad del Saber (Stadt des Wissens), hat sich in letzter Zeit verbessert. Mit der Ciudad del Saber, ein auch durch die EU-Kommission gefördertes Projekt, wird versucht, Wissenschaftsbetrieb und Unternehmensgründung /-ansiedlung stärker zu verzahnen. Noch aus der Zeit der US-Präsenz in der Kanalzone stammt die einzige Auslandsstation des amerikanischen Smithsonian-Instituts mit dem Institut für Tropenforschung (STRI) und mehreren Außenstellen, an denen auch deutsche Wissenschaftler arbeiten.
Kultur- und Medienbetrieb sind stark von nordamerikanischen Mustern beeinflusst. Für das Nationale Kulturinstitut (INAC), welches in der kolonialen Altstadt über ein attraktives Operntheater aus dem Jahre 1909 verfügt, stehenangesichts anderer Prioritäten der Regierung wenig Mittel zur Verfügung. Das Museumswesen ist nur schwach ausgeprägt (u.a. Kanalmuseum, Moderne Kunst, Anthropologisches Museum – z.Zt. geschlossen, im Bau nach Entwurf von Gehry das Museum für Biodiversität).
Mithilfe ausländischer Geber (darunter Deutschland und die EU-Kommission sowie insbesondere Spanien) und der panamaischen Privatwirtschaft konnten dennoch einige Projekte des Kulturerhalts vor allem der Kolonialzeit vorangebracht werden.
Eine typische panamaische Identität lässt sich überwiegend in der Brauchtumspflege (Volksmusik, Volkstrachten, an der Atlantikküste von der Karibik geprägt, regional geprägte Feste) feststellen.
Hinweis
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