Startseite

Springe direkt zu: Seiteninhalt:, Zusatzinformationen:, Hauptmenü, Servicemenü, Suche


Landesflagge Norwegen
Wirtschaft

Stand: November 2009

Wirtschaftsstruktur

Innerhalb einer Generation hat Norwegen als Folge der Erschließung der Öl- und Gasreserven seines Festlandsockels einen wirtschaftlichen Quantensprung vollzogen. Aus einem der ärmeren westeuropäischen Länder, geprägt vor allem durch Schifffahrt, Fischfang, Land- und Forstwirtschaft, wurde der weltweit elftgrößte Ölförderer und der fünftgrößte Ölexporteur mit Vollbeschäftigung, hohen Leistungsbilanz- und Haushaltsüberschüssen, einem der höchsten BIP pro Kopf und - vor der Finanzkrise - jahrelang einer der teuersten Hauptstädte der Welt (laut der alljährlichen Studie des Londoner Forschungsinstituts „Economist Intelligence Unit“, in der die Kosten für Güter und Dienstleistungen der Weltstädte verglichen werden). Auch in Norwegen repräsentiert heute der private Dienstleistungssektor (ohne staatliche Dienstleistungen) 35 Prozent des Festlands-BIP. Damit entwickelt sich eine Dienstleistungsgesellschaft, deren Wohlstand maßgeblich von einem einzigartigen Mix von Rohstoffen abhängt (Öl, Gas, Fisch, Holz).

1990 wurde ein Fonds etabliert, über den die Öleinnahmen im Ausland angelegt werden. Dadurch soll sichergestellt werden, dass auch zukünftige Generationen vom Ölreichtum profitieren werden. Das Kapital des Fonds mit Anteilen im Ausland steht derzeit bei 2.549 Mrd. Norwegische Kronen.

Wichtigste Wirtschaftszweige

Schlüsselfaktor ist die Öl- und Gaswirtschaft. Die Öl- und Gasförderung betrug 2008 23 Prozent des BIP. 2008 stand die Öl/Gas-Förderung für ca. 49 Prozent der Exporte. Allerdings beschäftigt die Förderungswirtschaft nur ca. 1,4 Prozent der norwegischen Beschäftigten. Die Öl- und Gaseinnahmen des derzeit fünftgrößten Öl- und drittgrößten Gasexporteurs der Welt verschafften dem Staat in den letzten Jahren regelmäßig einen Haushaltsüberschuss.

Die traditionelle Schifffahrtsnation Norwegen kontrolliert die fünftgrößte Handelsflotte der Welt. Der Anteil der Handelsflotte am BIP betrug im Jahr 2008 fast 30,8 Mrd. Kronen. 2008 befanden sich insgesamt 1.347 in Norwegen sowie im Ausland registrierte Schiffe der norwegischen Handelsflotte (jeweils über 100 Bruttotonnen) in Gebrauch.

Die Fischwirtschaft zerfällt in die sehr unterschiedlichen Branchen der traditionsreichen, aber rückläufigen Fischerei und der international in der Spitzengruppe liegenden Fischzucht. Fisch ist heute mit fünf Prozent des Gesamtexports der drittwichtigste Exportartikel, nach Öl/Gas und Metall.

Norwegen schützt seine Landwirtschaft weitgehend vor internationaler Konkurrenz und zahlt mit die höchsten Subventionen weltweit. Dabei trägt die Landwirtschaft nur noch mit 0,5 Prozent zum BIP bei und beschäftigt nur noch 2,3 Prozent der Erwerbstätigen (2007).

Der Umsatz in der Holzindustrie betrug im Jahr 2007 44,2 Mrd. NOK (5,5 Prozent des gesamten industriellen Umsatzes), 0,84 Prozent des BIP. Die Holzindustrie bietet 6700 Arbeitsplätze. Die produktive Nutzungsfläche der Holzindustrie beträgt 24 Prozent des norwegischen Gesamtraumes.

Die seit mehreren Jahren liberalisierte Energiewirtschaft baut - einzigartig für ein Industrieland - dank der großen Wasserressourcen des Landes fast ausschließlich auf Elektrizität aus Wasserkraft auf. Rücksichtnahme auf Umweltschutz steht aber einem weiteren Ausbau neuer Wasserkraftwerke entgegen.

Aufgrund des großen natürlichen Potentials hat die norwegische Regierung ein staatliches Förderprogramm für Energieerzeugung aus Windkraft aufgelegt. Bis 2008 wurden jedoch nur 0,9 Prozent des Energiebedarfs aus Windkraft gedeckt.

Die Tourismusbranche hat in Norwegen, wie auch auf internationaler Ebene, über viele Jahre hinweg ein großes Wachstum verbucht. Die Tourismusbranche hat einen Anteil von circa 3,3 Prozent am BIP und umfasst etwa 6 Prozent der Beschäftigten. Im Jahr 2008 machten deutsche Touristen 21 Prozent der Übernachtungen ausländischer Gäste aus.

Starke Rolle des Staates

Eine starke Rolle des Staates in der Wirtschaft gehörte lange zum Grundkonsens der norwegischen Politik. Erst in jüngerer Zeit sind größere Privatisierungsvorhaben angegangen worden. Im Oktober 2007 fusionierten die Öl- und Gassparte von Norsk Hydro und Statoil zu der Firma „StatoilHydro“. Mit einem Marktwert von 53,3 Mrd. Dollar, einem Gewinn von 43,3 Mrd. Kronen im Jahr 2008 (trotz eines gegen Ende des Jahres drastisch reduzierten Ölpreises nur 1,3 Mrd. Kronen weniger als im Jahr zuvor) und über 29500 Mitarbeitern weltweit ist der Konzern der größte Ölproduzent Skandinaviens und weltweit der drittgrößte Rohölverkäufer. Hauptanteilseigner ist weiterhin der norwegische Staat, welcher jeden Schritt des größten norwegischen Unternehmens genau verfolgt.

Auf dem Weg zur Hochtechnologiegesellschaft

Die Bevölkerung ist trotz einer relativ hohen Bedeutung traditioneller Werte den neuen Technologien gegenüber aufgeschlossen. Die Regierung plant, die Verfügbarkeit von Breitband-Internetanschlüssen (DSL, ADSL) landesweit zu gewährleisten. 2008 hatten 84 Prozent der Haushalte einen Internetanschluss, davon 73 Prozent Breitbandanschluss.

Umweltpolitik

Norwegen legt großes Gewicht auf die Umweltpolitik, besonders auf den sparsamen Umgang mit natürlichen Ressourcen. So produziert Norwegen seinen Strombedarf ausschließlich mit Wasserkraftwerken, Kernkraftwerke gibt es nicht.

Auf internationalen Umweltkonferenzen gehört das Land zu den engagiertesten Teilnehmern, auch auf dem Gebiet der umweltorientierten Entwicklungshilfe. Allerdings blieb Norwegen 2006 deutlich hinter den Vorgaben des von ihm unterzeichneten Kyoto-Übereinkommens zurück. Ziel der Regierung ist es, nach 2012 ein neues Klimaabkommen auszuhandeln, das auch die USA und die Entwicklungsländer einschließt und so eine wirkliche weltweite Kooperation zustande kommen lässt.

Adressat internationaler Kritik wird das Land immer wieder beim Thema Walfang. Norwegen verweist gegenüber seinen Kritikern jedoch darauf, dass die Jagd auf Minkwale vor allem der Erhaltung des ökologischen Gleichgewichts und Forschungszwecken diene.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 

Zusatzinformationen:

Ansprechpartner in den Wirtschaftsdiensten der deutschen Auslandsvertretungen

Botschaft Oslo
Alfred Grannas
Tel.: (0047) 23/275400 oder 275423
Fax: (0047) 22/447672 eMail
www.oslo.diplo.de

Nützliche Links



Für diese Seite:


Impressum © 1995-2010 Auswärtiges Amt