Startseite

Springe direkt zu: Seiteninhalt:, Zusatzinformationen:, Hauptmenü, Servicemenü, Suche


Landesflagge Norwegen
Beziehungen zu Deutschland

Stand: November 2009

Politische Beziehungen

Die deutsche Besatzung während des Zweiten Weltkriegs bedeutete eine tiefe Zäsur in der traditionell sehr engen Beziehung zwischen Norwegen und Deutschland, die sich noch lange in erheblichen psychologischen Vorbehalten gegen Deutschland manifestierte. Eine zentrale Rolle im Aussöhnungsprozess nach dem Krieg spielte Willy Brandt, der die Jahre um 1933 bis 1940 als Emigrant in Norwegen verbracht hatte. Bereits vor der Wiederherstellung der deutschen Einheit war Deutschland aber wieder einer der wichtigsten Partner Norwegens in Europa. 

Seit dem Ende des Kalten Krieges und der deutschen Teilung zeichnete sich auch im politischen und kulturellen Bereich eine stärkere Orientierung norwegischer Politik auf Deutschland ab. Mit einer 1999 verabschiedeten und im Herbst 2003 aktualisierten "Deutschland-Strategie" will die norwegische Regierung zur "Wiederentdeckung des nahen Nachbarn Deutschland" beitragen und insbesondere die zwischengesellschaftlichen Beziehungen beider Länder ausbauen.

Norwegen verbindet hohe Erwartungen an Deutschland als Fürsprecher norwegischer Interessen in der EU und richtet sich darauf ein, dass Berlin wieder zu einer Drehscheibe für den Austausch Skandinaviens mit Kontinentaleuropa wird.

Wirtschaftliche Beziehungen

Rund 80 Prozent des gesamten norwegischen Exportes gehen an EU-Länder.

Schweden ist traditionell die wichtigste Importnation für Norwegen und - abgesehen von Öl- und Gaslieferungen - auch die wichtigste Exportnation. Deutschland rangierte 2008 weiterhin als das für Norwegen zweitwichtigste Import- und Exportland, gefolgt jeweils von Dänemark, China, Großbritannien und den USA (in Bezug auf Import) und von den Niederlanden, den USA, Großbritannien und Dänemark (in Bezug auf Export).

Für Deutschland rangierte Norwegen 2008 auf Platz 14 der Liste der wichtigsten Import/Ursprungsländer (insgesamt importierte Deutschland Waren aus Norwegen für 22,25 Mrd. Euro) und auf Platz 28 auf der Liste der wichtigsten Bestimmungsländer für Exportprodukte aus Deutschland (Warenwert 7,65 Mrd. Euro).

Norwegen importiert aus Deutschland vor allem Maschinen, besonders Kfz sowie chemische und pharmazeutische Produkte, aber auch Büroausstattung. Pkws machen rund ein Fünftel des Gesamtimports aus Deutschland aus.

Aus Norwegen werden nach Deutschland neben Öl und Gas vor allem Fisch sowie Aluminiumprodukte für die deutsche Autoindustrie exportiert.

Im Vergleich von Januar 2008 zum Oktober 2009 sind nach vorläufiger Berechnung ein Importrückgang aus Deutschland um 18,4 Prozent und ein Exportrückgang um 21,2 Prozent zu verzeichnen.

Öl- und Gasexporte

Der Export von Öl und Gas hat während der letzten Jahrzehnte zwischen 30 und 50 Prozent des gesamten Exports ausgemacht. Zurzeit liegt er bei etwa 50 Prozent. Deutschland gehört zu den wichtigsten Ländern für den norwegischen Öl- und Gasexport.

Rohöl ist Norwegens wichtigste Exportware und macht etwa 32 Prozent des gesamten Exportwertes aus (20087). Großbritannien ist der größte Abnehmer norwegischen Rohöls, danach folgen die Niederlande, Frankreich und Deutschland.

Das Erdgas stellt einen zunehmend größeren Anteil an den Exporteinnahmen dar und wird vorläufig nur in Länder der EU exportiert. Der größte Anteil des Naturgasexportes geht nach Großbritannien. Deutschland folgt an zweiter und Frankreich an dritter Stelle.

In der Rangfolge der für Deutschland wichtigsten Lieferländer von Erdöl und Erdgas lag Russland 2008 mit einem Anteil von 32,5 Prozent auf Rang 1 vor Norwegen (21,9 Prozent) und dem Vereinigten Königreich (9,8 Prozent) und war damit Deutschlands wichtigster Energielieferant.

Tourismus

Deutsche bilden vor Dänen und Schweden die größte Gruppe ausländischer Touristen in Norwegen. 2008 machten Deutsche, Dänen, Schweden, Niederländer und Briten insgesamt fast zwei Drittel aller ausländischen Übernachtungen in Norwegen aus - von insgesamt 8,1 Millionen Übernachtungen waren 21 Prozent deutsche und 12 Prozent dänische Gäste.

Kulturelle Beziehungen

Die Beziehungen der Nachkriegszeit waren vom erfolgreichen Versöhnungswerk geprägt. Wachsenden Zahlen deutscher Studenten in Norwegen steht eine sinkende Anzahl norwegischer Studenten in Deutschland gegenüber. Die Zahl der norwegischen Schüler, die Deutsch lernen, hat nach längerem Abwärtstrend wieder leicht zugenommen

Die Deutsche Schule Oslo – Max Tau steht unmittelbar vor der Umwandlung zu einer deutsch-norwegischen Begegnungsschule, an der neben dem deutschen internationalen Abitur auch die norwegische Hochschulzugangsberechtigung erworben wird.

100 Jugendliche aus beiden Ländern haben seit 2007 jedes Jahr die Gelegenheit, das jeweils andere Land durch gemeinsame Projekte anläßlich des Deutsch-Norwegischen Jugendforums (DNJF) kennnenzulernen. Nach Essen, Stavanger und Berlin wird das DNJF im Jahre 2010 in Oslo stattfinden. www.dnjf.org

Der Förderung der kulturellen und politischen Beziehungen soll auch die im Jahr 2000 gegründete norwegisch-deutsche Willy-Brandt-Stiftung dienen. Die Stiftung verleiht jährlich den Willy-Brandt-Preis für Verdienste um die bilateralen Beziehungen.

2009 wurden der norwegische Politiker Inge Lønning und der deutsche Historiker Fritz Fadranski mit dem Preis ausgezeichnet.

Im Jahre 2010 jährt sich der Todestag von Bjørnstjerne Bjørnson zum 100. Mal. Aus diesem Anlass wird es eine Reihe von Veranstaltungen geben.

Bjørnstjerne Bjørnson war 1903 der erste Skandinavier, der den Nobelpreis für Literatur erhielt.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 

Zusatzinformationen:

Ansprechpartner in den Wirtschaftsdiensten der deutschen Auslandsvertretungen

Botschaft Oslo
Alfred Grannas
Tel.: (0047) 23/275400 oder 275423
Fax: (0047) 22/447672 eMail
www.oslo.diplo.de

Deutsch-norwegische Energiepartnerschaft: ein wesentlicher Baustein der deutschen Energieaussenpolitik

Artikel zu Norwegen

Nützliche Links



Für diese Seite:


Impressum © 1995-2010 Auswärtiges Amt