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Landesflagge Niederlande
Wirtschaft

Stand: Oktober 2009

Aktuelle Wirtschaftslage

Die niederländische Wirtschaft zählt weltweit zu den erfolgreichsten und effizientesten. Im internationalen Vergleich von Standortfaktoren schneiden die Niederlande weit überdurchschnittlich ab. Bei geringer Größe und Einwohnerzahl sind die Niederlande fünftgrößte Exportnation der Welt und eine der reichsten Nationen überhaupt; das Bruttogeldvermögen privater Haushalte liegt bei 292 Prozent des BIP (196 Prozent in Deutschland) und das Wirtschaftswachstum seit 1990 bei fast 50 Prozent.

Die aktuelle globale Finanz- und Wirtschaftskrise wirkt sich auch auf die Niederlande aus. Betrug das Wirtschaftswachstum 2007 noch 3,6 Prozent und 2008 2 Prozent, so erwartet das nationale Planungsamt CPB für 2009 einen Rückgang der Wirtschaftsleistung von 4,75 Prozent; für 2010 wird mit einem"Nullwachstum" gerechnet. Wie die meisten Länder der EU befinden sich die Niederlande in einer Rezession, und die wirtschaftliche Stimmung ist durch eine starke Verunsicherung gekennzeichnet.

Die Arbeitslosenquote von derzeit 3,9 Prozent soll laut CPB in diesem Jahr auf 5,25 Prozent und 2010 bis auf 8 Prozent steigen. Ungeachtet der negativen Wirtschaftsdaten soll vor allem wegen niedrigerer Energiekosten die Kaufkraft der Niederländer im laufenden Jahr noch um 1,75 Prozent zunehmen.

Die Regierung hat mit Konjunkturprogrammen im Dezember 2008 und März 2009 von insgesamt 7,5 Mrd. Euro auf die Krise reagiert. Schwerpunkt der Maßnahmen ist die Schaffung und Bewahrung von Arbeitsplätzen, Stärkung der Unternehmen und Begrenzung eines weiteren Absinkens der Nachfrage. Zur Stimulierung des Arbeitsmarkts stehen 900 Mio. Euro zur Verfügung und weitere Mittel für Bildungsmaßnahmen und Teilarbeitslosigkeit. Fast 500 Mio. Euro sind für Projekte wirtschaftlicher Nachhaltigkeit und weitere 1 Mrd. Euro für Infrastrukturprojekte und für die Bauindustrie vorgesehen. Dabei sollen vor allem Jugendzentren, der Wohnungsbau, Schulen, die Renovierung historischer Gebäude und der Bau und Unterhalt von Wasserwegen, Schleusen, Straßen und Brücken gefördert werden.

Im Haushaltsentwurf 2010 werden erwartungsgemäß schwere Einschnitte angekündigt. Die Haushaltsüberschüsse der letzten drei Jahre sind in ein Defizit von 4,6 Prozent in diesem und voraussichtlich 6,2 Prozent im nächsten Jahr (insgesamt ca. 70 Mrd. Euro) umgeschlagen. 2010 soll die Gesamtverschuldung auf 65,8 Prozent steigen. Fast 50 Mrd. Euro der Schulden sind durch die Staatsinterventionen für den Finanzsektor entstanden. Die Regierung sieht erhebliche wirtschaftliche Probleme voraus, will jedoch zunächst keine außerordentlichen Einsparungen vornehmen, sondern weiter gemäß den Konjunkturpaketen investieren und so die Wirtschaft ankurbeln. Sobald die Wirtschaft über 0,5 Prozent wächst, möglichst ab 2011, soll mit Sparmaßnahmen und drastischen Kürzungen auf die Staatsverschuldung reagiert werden.

Wirtschaftsbereiche

Die Niederlande sind eine Dienstleistungsgesellschaft mit den beiden tragenden Säulen Transport (Logistik) und Finanzdienstleistungen. Beide sind zu einem hohen Grad Ausdruck der Rolle der Niederlanden als "Gateway to Europe" (Europas mit Abstand wichtigster Hafen Rotterdam, Flughafen Schiphol als eines der wichtigen europäischen Drehkreuze). Der Dienstleistungssektor trägt gut zwei Drittel zum niederländischen Bruttosozialprodukt bei. Er bindet einen ähnlich hohen Prozentsatz an Beschäftigten.

Ein traditionell wichtiger Wirtschaftsbereich ist die stark international ausgerichtete niederländische Agrarwirtschaft. Die Niederlande sind der zweitgrößte Agrarexporteur der Welt, wichtigster Handelspartner dabei ist Deutschland. 9,6 Prozent der Wirtschaft sowie 9,9 Prozent der Arbeitsplätze hängen vom Agrarsektor ab, zwei Drittel des Handelsüberschusses stammt aus dem Agrarbereich. Rund 55 Prozent der Gesamtfläche der Niederlande wird landwirtschaftlich genutzt (ca. 70.000 ha Gewächshäuser).



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 

Zusatzinformationen:

Ansprechpartner in den Wirtschaftsdiensten der deutschen Auslandsvertretungen

Botschaft Den Haag
BR Wolfgang Erich Gaerte
Tel.: (0031) 70/342 0642
Fax: (0031) 70/365 1957 eMail
www.den-haag.diplo.de

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