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Landesflagge Namibia
Kultur- und Bildungspolitik

Stand: März 2009

Bildungspolitik

In der Bildungspolitik verfolgt die namibische Regierung zwei ehrgeizige Ziele: Allen namibischen Kindern eine Schulbildung bis zum 16. Lebensjahr zu ermöglichen und gleichzeitig Spuren der Apartheid im Schulwesen zu beseitigen. Obwohl stetig über 20% des nationalen Haushalts für Bildung ausgegeben werden, sind weiterhin große Anstrengungen erforderlich, um die Qualität der Ausbildung zu verbessern und den gleichberechtigten Zugang zu Bildung in allen Regionen des Landes zu gewährleisten. Die HIV/Aids-Problematik in Namibia (Prävalenzrate ca. 20%) stellt eine zusätzliche Belastung für den Bildungssektor dar; immer häufiger fehlen Lehrkräfte und die Zahl der Aids-Waisen steigt. Deutschland gewährte in den vergangenen Jahren Entwicklungshilfe u.a. für Schulbauten und Lehrerfortbildung in Höhe von rund 15 Mio. EUR.

Die deutschsprachigen Schulen in Namibia (eine von der Bundesrepublik Deutschland geförderte Privatschule - DHPS -, fünf kleine Privatschulen sowie sechs weitere staatliche Schulen mit Deutsch als Muttersprache) unterrichten insgesamt ca. 2.000 deutschsprachige Kinder. Die mit erheblichen Bundesmitteln geförderte Deutsche Höhere Privatschule (DHPS) in Windhuk mit über 1000 Schülern (Schuljahr 2006) und 21 aus Deutschland vermittelten Lehrkräften unterhält als Begegnungsschule eine neue Sekundarstufe, die 165 nicht-deutschsprachigen (überwiegend nicht-weißen) Kindern den Zugang zur Schule ab Klasse 5 bis zum Abitur ermöglicht. Die Neue Sekundarstufe (NSS) wird schrittweise durch die ‚Neue Primarstufe’ abgelöst, die den Schulbesuch nicht-deutschsprachiger Schüler bereits ab Klasse 1 ermöglicht.

Hochschulkooperation

Sowohl die 1992 gegründete University of Namibia (UNAM), die einzige Universität des Landes, als auch das Polytechnic of Namibia (Fachhochschule) pflegen eine intensive Zusammenarbeit mit diversen Universitäten (z.B. Köln, Bremen, Bochum, Max-Planck-Institut für Kernphysik Heidelberg) und Fachhochschulen (z.B. Jena, Kiel, Reutlingen, Lübeck, Flensburg) in Deutschland.

Kunst, Musik, Theater, Literatur und Sport

Es gibt eine Fakultät für Kunst an der UNAM sowie eine weitere staatliche Kunstschule. In Windhuk existieren ein staatliches Museum, eine staatliche Kunstgalerie und ein Nationaltheater. Darüber hinaus gibt es sowohl in Windhuk als auch in verschiedenen Städten des Landes kleine private Museen bzw. Galerien. Staatliche Förderung von darstellender Kunst, Musik, Theater und Literatur findet nur in geringem Maße statt, bedingt durch namibische Haushaltsprobleme. Das namibische Kulturleben wird größtenteils von privaten Firmen und Wirtschaftsunternehmen gefördert und am Leben erhalten. In der Malerei und in der Musik gibt es eine kleine eigenständige namibische Kulturszene.

Sport wird von Deutschland u.a. durch Sachspenden und Trainerkurse (insbesondere Fußball, aber auch Tischtennis) unterstützt. Sportliche Begegnungen finden großes Interesse in allen Bevölkerungsteilen.

Im Herbst 2004 fanden in Namibia Deutsche Kulturwochen in Zusammenarbeit zwischen Goethe Zentrum und Botschaft statt.

Stellung der deutschen Sprache

Die Stellung der deutschen Sprache in Namibia ist weiterhin stark. Die Minderheit deutschsprachiger Namibier zählt ca. 20.000 Personen. Diese Gruppe ist aktiv an den Beziehungen zu Deutschland und dem Erhalt ihrer Muttersprache interessiert. Als Geschäftssprache (u.a. in den Bereichen Handwerk, Dienstleistungen und Tourismus) und im kulturellen Sektor spielt Deutsch eine wichtige Rolle.

Die „Allgemeine Zeitung“ ist die einzige deutschsprachige Tageszeitung Afrikas und hat eine Auflage von 5.600. Das deutschsprachige Hörfunkprogramm der staatlichen NBC (15 Stunden täglich) wird durch Spenden der Bevölkerung (Hörerinitiative) unterstützt. Deutsche Welle und der Bayerische Rundfunk unterstützen den NBC. Über Satellit sind mehrere deutsche Fernsehsender zu empfangen.

Die Nachfrage nach Deutsch als Fremdsprache ist groß. An 33 Schulen werden ca. 4.600 Schüler in Deutsch als Fremdsprache unterrichtet. An der University of Namibia belegten im Jahr 2006 93 Studenten Deutsch als Haupt- bzw. Nebenfach; davon studierten 26 Germanistik. Es gibt an der UNAM 3 Dozenten für Deutsch bzw. Germanistik (davon 1 DAAD-Lektor).

Im Kalenderjahr 2006 haben im Goethe-Zentrum 169 Schüler Deutschkurse besucht.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 

Stand 02.03.2009

Zusatzinformationen:

Entwicklungszusammenarbeit

Namibia ist Partnerland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Mehr dazu beim Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung:

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