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Landesflagge Mosambik
Wirtschaftspolitik

Stand: Oktober 2009

Wirtschaftliche Lage

Mosambik gehört mit einem jährlichen Pro-Kopf-BIP von ca. 400 US-Dollar zu den ärmsten Ländern der Welt. Der aktualisierte Human Development Index 2009 der Vereinten Nationen verweist Mosambik auf Platz 172 von 182Ländern. Etwa 50 Prozent aller Mosambikaner leben in absoluter Armut. Nach schwierigen Anfangsjahren nach der Unabhängigkeit setzte nach einer marktwirtschaftlichen Umorientierung in den 90er-Jahren ein bemerkenswerter wirtschaftlicher Aufschwung mit hohen Wachstumsraten (seit 1994 durchschnittlich 8,2 Prozent) bei niedriger Inflationsrate ein. Er wurde begleitet durch ein umfassendes Strukturanpassungsprogramm des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank. Im aktuellen „Doing Business Index“ der Weltbank rangiert Mosambik auf Platz 135 von 183 Ländern.

Strukturell ist die mosambikanische Wirtschaft von der Funktion des Landes als Durchgangs- und Verschiffungsland für die Im- und Exporte der Nachbarstaaten geprägt. Mosambiks Wirtschaft besteht aus einem wachsenden informellen Sektor, mehrheitlich in der Landwirtschaft, und einigen wenigen Großunternehmen besonders im Rohstoff- und Energiebereich, die in direkter Verbindung zum Staat stehen oder an denen der Staat mitbeteiligt ist. Charakteristisch sind zudem starke Unterschiede zwischen Stadt und Land sowie zwischen den strukturschwachen Nord- und Mittelregionen und den wirtschaftlichen Zentren in der Provinz Maputo im Süden des Landes.

Wirtschaftssektoren

Neben dem Anbau von Nahrungsmitteln werden in Mosambiks Landwirtschaft (22,3 Prozent am Bruttoinlandsprodukt) einige Cash Crops wie Zucker, Tabak, Tee, Baumwolle und Cashew-Nüsse angebaut. Im Zuckerbereich profitiert Mosambik von einem EU-Präferenzabkommen, welches zoll- und quotenfreien EU-Marktzugang bei festen Abnahmepreisen gewährt. Aufgrund des Fischreichtums spielt die Fischwirtschaft, auch in „Aquakulturen“, traditionell eine wichtige Rolle in Mosambik.

Der Industriesektor (29,8 Prozent am Bruttoinlandsprodukt) wird von exportorientierten Großprojekten in den Bereichen Rohstoffe, Bergbau und Energie dominiert, hinter denen meist ausländische Investoren stehen. Am wichtigsten ist die Aluminiumschmelze MOZAL in Maputo mit einer Kapazität von 500.000 Jahrestonnen. Weitere Großprojekte sind die Erschließung der Pande-Erdgasfelder in Mittelmosambik samt 900 km langer Erdgasleitung nach Südafrika sowie die Gewinnung von titanhaltigen Schwersänden in den Provinzen Nampula und Gaza. Eines der größten Wasserkraftwerke Afrikas, der Cahora-Bassa-Staudamm am Sambesi-Fluss, liefert nicht nur Strom für Mosambik, sondern auch für Südafrika und Simbabwe.

Der Dienstleistungssektor (47,9 Prozent am Bruttoinlandsprodukt) ist der am stärksten wachsende Wirtschaftssektor. Einen großen Beitrag hierfür leistet die Tourismusbranche. Zunehmende Bedeutung gewinnt Mosambik als Transit- und Umschlagplatz (Häfen und Transportkorridore) für seine Nachbarländer. Die Entwicklung im Nachbarland Simbabwe hat Mosambik wirtschaftlich enorm geschadet.

Infrastruktur

16 Jahre Bürgerkrieg haben eine zerstörte Infrastruktur hinterlassen. Die Regierung bemüht sich seit dem Friedensschluss 1992, das Verkehrsnetz wieder aufzubauen. Große politische und wirtschaftliche Bedeutung kommt der im Juli 2009 frei gegebenen rund 2,3 Kilometer langen und 80 Mio. Euro teuren Autobrücke über den Sambesi bei Caia zu, die mit Hilfe einiger Geber (Schweden, Italien, EU, Japan) finanziert wurde. Daneben wurden wichtige Eisenbahnverbindungen rehabilitiert bzw. befinden sich in der Ausbauphase. Noch wenig genutzt ist das touristische Potenzial. Ein Erfolg versprechendes Projekt ist die Schaffung des Greater Limpopo Transfrontier Parks, dem Zusammenschluss des Krüger Nationalparks mit dem mosambikanischen Limpopo- und dem simbabwischen Gonarezhu Park, das in erheblichem Umfang mit Mitteln der deutschen Finanziellen Zusammenarbeit unterstützt wird.

Staatshaushalt

Als eines der ersten Schuldnerländer profitierte Mosambik von dem im Rahmen der G8-Initiative (Highly Indebted Poor Countries) beschlossenen Schuldenerlass. Einschließlich des im September 2001 gewährten erweiterten Schuldenerlasses wurden Mosambik insgesamt 4,3 Mrd. US-Dollar Auslandsschulden erlassen, was Mosambik finanzielle Spielräume verschafft um dem dringlichsten Problem des Landes, der absoluten Armut weiter Bevölkerungsteile, zu begegnen.

Mosambik ist nach wie vor in hohem Maße auf internationale Zusammenarbeit angewiesen und wird sich von dieser Abhängigkeit in absehbarer Zeit nicht lösen können. Insgesamt treten in Mosambik 25 Staaten, acht multilaterale Organisationen sowie 11 Unterorganisationen der Vereinten Nationen als Geber auf. Der mosambikanische Staatshaushalt wird etwa zur Hälfte durch Mittel der internationalen Entwicklungszusammenarbeit finanziert.

Außenhandel

Das regelmäßig negative Handelsbilanzdefizit betrug im Jahr 2008 805 Mio. US-Dollar. Der Wert der Exporte im Jahr 2008 wird mit ca. 2,65 Mrd. US-Dollar angegeben. Die Einfuhren belaufen sich 2008 auf ca. 3,45 Mrd. US-Dollar.

Den Export dominieren die Einnahmen aus Aluminium (59,1 Prozent), Stromlieferungen (7,5 Prozent) und Erdgas (4,6 Prozent). Daneben sind Tabak, Garnelen, Zucker, Baumwolle und Cashew-Nüsse von Bedeutung. Die Importe bestehen vor allem aus Zulieferungen für MOZAL, Maschinen, Fahrzeugen, Treibstoffen und Getreide.

Rund die Hälfte der Exportegeht nach Südafrika, Italien, Spanien und Belgien (Hafen Antwerpen). Der größte Importeur ist Südafrika mit 46 Prozent.Haupthandelspartner im Importgeschäft sind Australien, China und die USA

Umweltpolitik

Als eines der ärmsten Länder der Welt genießen Umwelt- und Klimaschutz in Mosambik nicht die oberste politische Priorität. Aufgrund seiner zahlreichen großen Flüsse (Limpopo, Zambezi, Lurio, Rovuma, Save) verfügt das Land über reichhaltiges klimafreundliches Potenzial an Wasserkraftressourcen. Eine fast 2500 lange Küste bildet zusammen mit den nach dem Bürgerkrieg rehabilitierten Nationalparks im Landesinneren ein Reservoir an Artenvielfalt, das bisher nur wenig kommerziell (Fischfang, Garnelenzucht) und touristisch genutzt wird. Illegaler Holzeinschlag sowie extensive Landnutzung (Brandrodung, Monokulturen, Bodenerosion) stellen in einigen Landesteilen Gefahren für Umwelt und Natur dar. Periodisch wiederkehrende Überschwemmungen an den großen Flüssen, tropische Zyklone und Dürren besonders im Süden des Landes unterstreichen Mosambiks relative Anfälligkeit für Naturkatastrophen.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 

Zusatzinformationen:

Ansprechpartner in den Wirtschaftsdiensten der deutschen Auslandsvertretungen

Botschaft Maputo
Mario Sauder
Tel.: (00258) 21-482700
Fax: (00258) 21-492888 eMail
www.maputo.diplo.de


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