Mosambik
Kultur- und Bildungspolitik
Stand: Oktober 2009
Bildung
Bildung, inbesondere im Primarschulbereich, gehört zu den Prioritätsbereichen der mosambikanischen Regierung im Kampf gegen die absolute Armut. Nach stark rückläufigem Schulbesuch während der Bürgerkriegsjahre sind im Primarschulbereich wieder wachsende Schülerzahlen zu verzeichnen. Lehrermangel, kaum vorhandene Lehrerausbildung, Mehrschichtbetrieb in den Schulen und große Klassen mit durchschnittlich 70 Schülern prägen den Grundschulbereich. Rund eine Million Kinder besuchen derzeit keine Schule. Seit 2004 wird neben der offiziellen Landessprache Portugiesisch auch in einigen lokalen Sprachen unterrichtet. Die Sekundarstufe (rund 100.000 Schüler) geht bis zur 12. Klasse. An den neun Universitäten des Landes studieren derzeit etwa 20.000 Studenten. Fremdsprachenkenntnisse sind auf städtische Eliten beschränkt. Die Analphabetenrate liegt bei über 56 Prozent, was sowohl die mosambikanische Regierung als auch die internationale Gebergemeinschaft zu großen Anstrengungen im Bereich der Bildungspolitik veranlasst.
Medienlandschaft
Die Pressefreiheit ist durch die Verfassung garantiert, wovon die Medien lebhaften Gebrauch machen. Im Bereich der Print-Medien ist die Tageszeitung "Notícias", die der FRELIMO nahesteht, Meinungsführer. Neben der unabhängigen „O Pais“ haben sich einige Tageszeitungen, die per Fernkopie oder E-Mail vertrieben werden, etabliert. Außer der regierungsnahen Sonntagszeitung "Domingo" existieren unabhängige Wochenzeitungen wie "Savana" und "Zambeze".
Der Bereich der elektronischen Medien wird weiterhin von staatlicher Seite kontrolliert. Die Vielfalt ist aber gewährleistet. Der staatliche Hörfunksender "Radio Mozambique" ist der einzige landesweit operierende Rundfunksender. "Radio Terra Verde" steht der Oppositionspartei RENAMO nahe und sendet sein Programm in der Hauptstadt sowie in Teilen des Landes auf Mittelwelle. Das Fernsehen "TVM" wird als Anstalt des öffentlichen Rechts betrieben. Daneben existieren mehrere Privatsender.
Kultur
Das Kulturleben ist vor allem auf dem Lande der traditionellen Kultur besonders im Bereich Musik und Tanz verhaftet. In den Städten zeigen sich die Einflüsse westlicher Popkultur. Einzelne Ensembles wie die "Companhia Nacional de Canto e Dança" erhalten Gelegenheit zu Tourneen ins Ausland. Mosambikanische Bildhauer und Maler nehmen an internationalen Ausstellungen und Workshops teil. Ein Musik- und Theaterbetrieb im europäischen Sinne ist nur in Ansätzen vorhanden. Eine Ausnahme bildet das Teatro Avenida, das auch klassische Autoren wie Büchner oder Schiller in mosambikanischer Adaption und in Kooperation mit europäischen Theatern aufführt.
Hinweis
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.