Montenegro
Beziehungen zwischen Montenegro und Deutschland
Stand: Juli 2007
Im Vordergrund der deutschen und europäischen Politik gegenüber Montenegro steht die Unterstützung für den politischen und wirtschaftlichen Reformkurs zur weiteren Stabilisierung des Landes. Dem mit einem erheblichen Anteil an deutschen Mitteln finanzierten "Stabilitätspakt für Südosteuropa" kam in jüngerer Vergangenheit in der Kooperation zwischen Deutschland und der Republik Montenegro eine wichtige Rolle zu. Darüber hinaus engagiert sich Deutschland mit einer Vielzahl von Projekten in der bilateralen Zusammenarbeit und im Rahmen der EU.
Demokratieförderung
Mehrere von Deutschland unterstützte Projekte zielen auf die Unterstützung der Reformbemühungen demokratischer Kräfte und die Stärkung des Europabewusstseins der Bevölkerung von Montenegro.
Zusätzlich unterstützt Deutschland die Bereiche Rechts- und Verwaltungsreform, die Demokratisierung und Reform von Polizei und Armee sowie die Rolle der Medien. Weitere Schwerpunkte der Projektzusammenarbeit sind die Förderung der Zivilgesellschaft sowie die Bereiche Minderheiten und Menschenrechte.
Wirtschaftliche Zusammenarbeit
Nach dem demokratischen Umbruch im Jahre 2000 wurde die entwicklungspolitische Zusammenarbeit mit Serbien und Montenegro aufgenommen. Mit einem Sofortprogramm in Höhe von 26 Mio. Euro für Serbien und Montenegro konnte ein wichtiger Beitrag zur Stabilisierung der Staatenunion geleistet werden.
Mit Montenegro konnte in den letzten Jahren eine gute und erfolgreiche entwicklungspolitische Zusammenarbeit (EZ) etabliert werden. Mit insgesamt bisher rund 110 Mio. Euro erhält das Land im Rahmen der bilateralen EZ von Deutschland einen überproportional hohen Beitrag. Mit der Regierung von Montenegro wurden folgende Schwerpunktbereiche vereinbart:
- Förderung von öffentlicher Infrastruktur insbesondere im Energiesektor und bei der Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung
- Tourismusentwicklung
- Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen
- Raumplanung und kommunales Landmanagement
- Förderung der beruflichen Bildung
Humanitäre Hilfe
Mit der Verbesserung der humanitären Situation in Montenegro in den vergangenen Jahren hat sich der Einsatz von Mitteln für Projekte der internationalen und deutschen humanitären Hilfe weiter zu Gunsten einer nachhaltigen Wirtschafts- und Entwicklungshilfe verändert. Humanitäre Hilfsprojekte werden jedoch dort fortgesetzt, wo noch immer nicht alle Notsituationen beseitigt werden konnten, insbesondere bei der Flüchtlingsbetreuung (noch immer gibt es in Montenegro ca. 23.000 Flüchtlinge und Binnenvertriebene). Die von Deutschland finanzierten Projekte werden mit Hilfe deutscher und internationaler Organisationen, insbesondere dem UNHCR, dem Technischen Hilfswerk (THW) oder der Nichtregierungsorganisation HELP e.V. umgesetzt. In mehreren Städten Montenegros konnten Wohngebäude für Flüchtlingsfamilien übergeben werden.
Kulturelle Zusammenarbeit
An der Germanistik-Abteilung der Universität in Nikšić arbeitet ab Sommer 2007 eine Sprachassistentin des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD). Deutsche Stipendien- und Austauschprogramme finden reges Interesse.
An Grundschulen und Gymnasien in Ulcinj und Berane befinden sich insgesamt vier aus Deutschland entsandte Deutschlehrer. Das Goethe-Institut Belgrad führt Programme zur Fortbildung der Deutschlehrer durch. Das Interesse an der deutschen Sprache ist hoch. An der Universität in Podgorica (Institut für Fremdsprachen) wurden Deutschkurse für Hörer verschiedener Fakultäten eingerichtet.
Ein von der montenegrinischen Regierung ernannter Koordinator für den Deutschunterricht arbeitet daran, an weiteren Schulen Deutsch als zweite Fremdsprache einzuführen.
Hinweis
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.